Probleme lösen gemäss EU-Maschinenrichtlinie

Einer meiner Kollegen äusserte unlängst die verwegene Idee, in Kenia unsere Waren zu verkaufen. Schande über ihn!

Denn für dieses schöne Land haben diese Produkte keine Zulassung. Dass es in Kenia aber keine Stelle gibt, die diese Zulassung erteilen kann, dass die Behörden dort vielleicht sogar andere, vordringlichere Probleme lösen müssen, kann hierbei nicht relevant sein.

Denn wie kann es ausserhalb der Europäischen Gemeinschaft anders sein als in ihr? Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG muss auch dort gelten oder ein entsprechendes Gegenstück haben, das sich mit der Frage beschäftigt, mit welcher Kraft ein Schiebetor geschlossen wird und wie schnell es bei leicht bewölktem Himmel bewegt wird.

Eine nicht abschätzbare Anzahl von Regelungen schützen die europäische Industrie vor ihren asiatischen Mitbewerbern. Zugleich verhindert sie, dass die nach diesen Regelungen entwickelten Produkte (jedenfalls einige davon), ausserhalb der EU verkauft werden, weil sie im Vergleich zu den Produkten zu teuer sind, die den wildesten Phantasien gewisser Chinesen entspringen. .

Der aktuelle Versuch der EU, das Urheberrecht im Internet neu zu regeln, hat denn auch eine gewisse Ähnlichkeit mit der Gründung der Grafschaft Maryland in Amerika, um die Auswanderung katholischer Engländer und Iren zu regeln.

Übrigens war Virginia für  Anglikaner vorgesehen und Pennsylvania den Quäkern vorbehalten. Das wurde von den Menschen in jenen Gegenden ähnlich erfolgreich aufgenommen, waren sie denn weiss oder rot.

Wir überlassen denn auch mal den kenianischen Markt unseren chinesischen “Freunden”. Das löst denn mal all die Probleme, die wir sonst nicht gehabt hätten.

According to Jacobs, our own dark age

https://www.citylab.com/equity/2016/12/did-jane-jacobs-predict-the-rise-of-trump/509987/

“According to Jacobs, our own dark age is taking shape around the erosion of “five key pillars” of society.”

Jane Jacobs (die hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Jane_Jacobs) definiert also fünf Säulen der Gesellschaft, an deren Zustand denn auch  ein Verfall derselben zu erkennen ist.

“The first is the decline of family and community. The same politicians who call families the foundation of society undertake policies that weaken and undermine them. The replacement of extended families with nuclear ones make it impossible for many to cover the cost of housing. Falling birth rates mean a smaller workforce to take care of an aging population.”

Da sind erstens die Familien, die gerade von jenen Politikern untergraben werden, die sie lauthals die Basis der Gesellschaft nennen. Kleinere Familien mit weniger Kindern aber stehen in einem ungünstigen Verhältnis einmal zu den Alten, die irgendwann zu versorgen sind, wie zu der Mietentwicklung in den Städten. Das wiederum führt zur Zersiedelung der Landschaft und zur Notwendigkeit, zwischen Wohnort und Arbeitsstätte grosse Strecken unter einem nicht unerheblichen Aufwand an Zeit und Energie zurück zu legen.

“The second is the decline of education, which has been transformed into vocational training. Education becomes an individualistic investment instead of a public good that produces well-rounded citizens. When that happens, jobs and profit become the sole measure of progress and ultimate justification for political choices, at the expense of everything else.”

Die zweite Säule ist die Ausbildung, die zum “vocational training” verkommt. Ich unterstelle hier mal, dass sie ein fachspezifisches Studium an Stelle einer umfassenden humanistischen Bildung meint. Das Ergebnis ist nach meiner Beobachtung jemand, der seinen Blick auf bestimmte berufliche Aspekte, ihre Umsetzung und deren Erfolg focussiert, dabei aber die Zusammenhänge aus dem Auge verliert.

“The third is an attack on science, or what she calls false analogies that mask reality. “If a body of inquiry becomes disconnected from the scientific state of mind, that unfortunate segment of knowledge is no longer scientific,” she writes. “It stagnates.” Objectivity and scientific progress are replaced with dogma.”

Es wäre vielleicht ungezogen, an dieser Stelle auf die Forschung zum Klimawandel hinzuweisen, die in den USA nicht mehr gefördert wird, weil die Ursachen des Klimawandels von der Regierung bereits definiert wurden.

“The fourth pillar is the “dumbing down” of taxes. In place of public investments that build cities and societies, taxes and government investment come to be seen as waste. The result is that all sorts of public goods—education, transit, infrastructure and the social safety which contribute to a functioning and cohesive society—start to break down. Jacobs perceptively identifies the looming “new urban crisis” of unaffordable housing, gaping inequality, escalating sprawl, and congestion facing cities as the result of this sort of attack on taxes and public investment.”

“Dumbing Down” ist ein Begriff, der grob als simplifizieren übersetzt werden kann, die Zusammenfassung komplexer Sachverhalte, so dass sie auch ein schlichtes Gemüt verstehen kann. In diesem Sinn ist es eine Vorgehensweise, die sowohl typisch als auch symptomatisch für die verschiedenen Bereiche des gesellschaftlichen Verfalls ist.

Sie spricht hier davon, dass Investitionen in all jene Bereiche, die für die Gesellschaft relevant sind, als Verschwendung gesehen werden. Sie werden dann an den privaten Bereich übertragen, der gewinnorientiert ist und folgerichtig die Kosten senkt. Das führt zum Verfall von Bereichen wie Verkehr, Bildung und Sozialsystem mit allen Folgen wie unerschwinglichen Wohnungen, Ungleichheit und ausufernden Vorstädten.

“The fifth and final pillar is the subversion of the “learned professions” such as medicine, law, architecture, engineering and journalism. We cannot possibly learn every facet of the world, so professions are needed to instill trust and maintain common welfare. Doctors, for example, adhere to a Hippocratic Oath. Lawyers have ethical requirements to adhere to. When such professions come under attack and their norms and functions are undermined, Jacobs notes, society falls victim to the whims of “frauds, brutes, and psychopaths.”

Es gibt eine Reihe von Berufen, denen wir als Gesellschaft und Menschen Vertrauen entgegen bringen müssen und denen wir unterstellen müssen, dass sie zur Wohlfahrt aller tätig sind. Sie führt hier Ärzte an, die dem Hypokratischen Eid folgen und Rechtsanwälte, die ethische Vorgaben haben. Geraten aber solche Berufe unter Beschuss geraten und ihre Normen und Funktionen untergraben werden, fällt die Gesellschaft Täuschern, Brutalinskis und Psychopathen zum Opfer.

Ich glaube mich zu erinnern, an anderer Stelle von ihr den Begriff “General Amnesia” gelesen zu haben. Das erinnert doch sehr an die Wasserversorgung in Mohenjo-Daro, die irgendwann niemand mehr Instand halten konnte,  die Strassen im römischen Imperium, die Abholzung des Regenwaldes durch die Maya.

https://www.thenation.com/article/jane-jacobss-radical-vision-of-humanity/

https://www.facebook.com/senatorsanders/videos/10157072916747908/

Die Reus-Kroos-Pizza

Dem Länderspiel am Samstag brachte ich mein lebhaftestes Interesse entgegen. Jedoch hatte mich ein Kollege gebeten, seine Schicht als Pizza-Fahrer an diesem Tag zu übernehmen. Gutmütig wie stets hatte ich mich dazu bereits erklärt.

Das hatte natürlich nichts damit zu tun, dass ich mir vielleicht ausgerechnet hätte, zwischen 18.30 und 21:00 Uhr mehr als die üblichen 7 Anfahrten und damit auch mehr Trinkgeld zu haben. Noch ganz überwältigt von meiner Hilfsbereitschaft ergriff ich den Schlüssel des ältesten und verbeultesten unserer Auslieferungsfahrzeuge, eines Citroen Saxo Bi-Couleur (d. h. silber mit blauer Türe), um von Miguel gebremst zu werden.

“Nimm,” so sprach er, “das andere Auto,” so implizierend, dass der erste Fahrer indisponiert war und ich an seiner/ihrer Stelle das jüngste und am wenigsten verbeulte Fahrzeug pilotieren dürfe. “La Joven?” hakte ich nach, um Bestätigung suchend, dass jemand, den ich dafür schätzte, dass sie schwer gebaut und komplett irre war, so versagte.

Wie bedauere ich, mir jenen Ausdruck aus dem Argot seiner Heimatstadt nicht gemerkt zu haben! Gewiss wäre mir dieses Wort auch an anderer Stelle nützlich gewesen, um jene niedrige Meinung anderen gegenüber ausdrücken zu können, die mir so eigen ist.

So aber brach ich nur mit einem einzigen Gefährten auf, um jenen Essen auf Rädern zu sein, die noch ein paar eigene Zähne haben und dazu jenes Geld, das Miguel so schätzt. Ich kämpfte mich durch Baustellen und fuhr Umwege, ich lieferte an Haustüren und zu Dauer-Campern.

Vom Gleichstand hörte ich von einer Frau des mittleren, also meines Alters, die sich ein Handtuch vor den Ausschnitt ihres Nachthemds hielt, mir so eine Begegnung ersparend, mit der ich nicht hätte umgehen können. Den Erfolg johlte das Publikum auf einem Sportplatz, wo man offensichtlich en ensemble zuschaute, während ich mit zwei Mädchen das tat, was Raffaele Esposito einst mit Margherita tat.

Dass das Tor im allerletzten Augenblick gefallen war, erzählte Miguel gerade Freunden im breitesten Spanisch, als ich das “San Gregorio” wieder erreichte und bevor ich zu einer letzten Fahrt aufbrach, um einer Familie ihre tägliche Portion Rigatoni Napoli al Forno zu bringen.

Mein Kollege und ich steckten jeweils 47 Ecu ein, von denen ich Paula 42 melden werde.

Davon rede ich nicht

Ich spreche nicht über Sexualität. Es ist kein heiteres Thema. Das liegt an mir, der diese Dinge nie leicht nehmen kann. Spräche ich davon, spräche ich von wenigen und seltenen Gelegenheiten, Menschen und Interessen, die mich… motivierten. Ich spräche von einem Spannungsfeld zwischen diesem Thema und dem Hang, manche Dinge recht ernst zu nehmen. Ich spräche von Wünschen und Ängsten und von einer Frau, die ich geheiratet habe, weil man das halt so tut. Aber ich spreche ja darüber nicht.

Wann bekommt Donald Trump endlich den Nobelpreis?

Bisher scheiterte das Universal-Genie des 21sten Jahrhunderts ja noch am Zustand des Nobel-Komitees. Das hat sich nach einer Reihe betrüblicher Missverständnisse, bei denen Hände und Gesässbacken zueinander fanden, die nicht affin waren, quasi aufgelöst. Doch spätestens im nächsten Jahr wird er, wenn auch vielleicht nicht den Friedens-Nobel-Preis dafür, dass er den Korea-Krieg beendet hat, so doch mindestens den für Literatur gewinnen.

Schliesslich hat er wie niemand sonst die Möglichkeiten von Twitter als schriftstellerischem Medium ausgeschöpft, um die Figur des Nero als amerikanischem Präsidenten satirisch neu zu erschaffen. Das ist sozusagen die direkte Fortsetzung von Gore Vidals “Duluth wie Dallas” und Kurt Vonneguts mit Bruce Willis in der Hauptrolle verfilmtem “Breakfast of Champions.” Dort und im “Le Déclin de l’empire américain” finden sich auch die Parallelen zu dem Privatleben, das Trump dem Präsidenten zuschreibt, und den gewiss fiktiven Vorgängen im Weissen Haus.

Für eine Verfilmung plädiere ich für Eric MacCormack und Debra Messing als Schwiegersohn und Tochter des Präsidenten, Jeannette McCurdy als eine seiner wechselnden Pressesprecherinnen, Bruce Willis als Stabschef General Kelly und Yannick Bisson als CIA-Chef/Aussenminister Pompeo, Kristen Bell als First Lady und Elise Bauman als Journalistin. .

Da Douglas Adams tot ist und daran aus steuerlichen Gründen nichts ändern will, könnten wir für die Drehbücher vielleicht Russell T Davies gewinnen.

https://loomings-jay.blogspot.de/2010/03/nero-singt.html

https://www.politico.com/story/2018/06/10/trump-papers-filing-system-635164