Meister und Könner

Automechaniker sind eine kuriose Spezies. Auf Grund irgendeiner Mutation auf ihrer DNA sind sie spätestens, nachdem sie den Meister-Titel erlangt haben, komplett unfähig, mit Frauen zu kommunizieren. Das ist ein evolutionär bedingtes Hindernis, das den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens limitiert.

Denn eine überraschend grosse Zahl von Damen lenkt heute selbst einen Kraftwagen, viele sind berufstätig und manche glauben gar, ohne einen Mann leben zu können. Zusammen genommen eine gar schröckliche Vorstellung und so abseitig wie die Idee, Elektronik in Autos zu verbauen.

Nun stehen andererseits die Ingenieure von Peugeot im Rufe eines gewissen Einfallsreichtums und abseitigen Humors.  Dem Meister ganz unbekannt, dem Paula heute den Ford zur Reparatur übergab, dienen die Glühkerzen nicht nur dem Starten des Commonrail-Diesel-Motors, sondern auch, zuweilen sogar von der Heckscheibenheizung unterstützt dazu, die elektrische Last zu vergrössern, um die Temperatur bei der Abgasverbrennung zu erhöhen.

Interessanterweise wusste der Geselle, mit dem Paula am Montag sprach, um diese geheime Wissenschaft und konnte sie ihr sogar darstellen. Vielleicht kann er ja statt seines Vorgesetzten die Reparatur durchführen. Die Chancen auf eine erfolgreiche Reparatur steigen, die für das gewalttätige Ende eines Automechanikers sinken.

https://goo.gl/images/nP3ygW

Abbildung ähnlich (verwirrend)

So geht Zivilcourage

Gestern Nachmittag kam es in Neukölln zu einer versuchten Körperverletzung und Beleidigung mit transphobem Hintergrund. Aussagen zufolge war eine 28-Jährige gegen 15 Uhr in der Braunschweiger Straße unterwegs, als ihr zwei Männer entgegen kamen und sie auf Arabisch ansprachen, dass sie keine richtige Frau sei. Daraufhin sei es zwischen der Frau und den beiden Männern zu einem Streitgespräch und zu weiteren transphoben Beleidigungen gegenüber der 28-Jährigen gekommen. Einer der Männer habe dann versucht, der Frau mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Dies konnte von einer unbekannten Passantin verhindert werden. Andere Passanten unterbanden durch ihr Einschreiten weitere Übergriffe auf die Frau. Anschließend ergriffen die Männer die Flucht in Richtung Karl-Marx-Straße. Die 28-Jährige blieb unverletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernahm die Ermittlungen.

https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.627631.php

Schweinische Lieder

Erste Kollegen melden sich von ihren neuen Arbeitsplätzen, protzend mit den Namen der Unternehmen und den Höhen der Gehälter für die sie arbeiten. Keiner von ihnen hat auch nur den Anstand, vier Wochen lang arbeitslos zu sein oder weniger zu verdienen, um uns verbliebenen das Gefühl zu geben, Glück gehabt zu haben.

Das erinnert mich einmal mehr an die schöne Tradition der Illinois Electro Door im Falle einer Entlassung unter Absingen schweinischer Lieder das Etablissement zu verlassen. Gerne erinnere ich mich noch des Kollegen Ambros, der sehr zum Unwillen seines ehemaligen Gespons einen Schreibtisch weiter etwas über urinophile Neigungen vortrug.

Das alles deprimiert mich. Aber vielleicht liegt es ja auch an meinem Besuch beim örtlichen Gendarmerie-Posten. Dort versicherte man mich nach Aufnahme des Unfallherganges und meiner persönlichen Daten zweier Dinge. Erstens werde man den Verursache nicht finden, und zweitens sind die 80er Jahre nicht zuende und werden es nie sein.

Schreibtisch

Fussballwimpel erinnerten an die grossen Dorf-Turniere von 1982, die Schreibtische in Eiche Kunststoff hell mich an meine Zeiten als Verkaufsleiter bei einer örtlichen Vertretung von Pfalzmöbel. Der Teppichboden war damals sehr, sehr preiswert gewesen. Jetzt war er noch, an einigen Stellen, vorhanden.

https://www.youtube.com/watch?v=eqY53hnzjB0&list=PL7AA95457AAD57CF3&index=2

Eine Waffe kann schon in der Herstellung magisch aufgeladen werden. Jedoch ist dieser Fall selten, denn welcher Zauberer ist schon in der Lage (und noch weniger sind willens) den Hammer zu schwingen, um ein Schwert, die Spitze eines Speers oder die Federn eines Revolvers zu fertigen. So ist es häufiger, dass eine Waffe durch den magisch wird, der sie führt oder den, der durch sie getötet wird.

Tiburcio Arellano Saldana, Von den magischen Waffen (Abhandlung), Buenos Aires, 1926

Über das Lenkrad meines Opel Corsa hinweg fragte ich mich, wie mein Kampagnencharakter in Torg: Eternity aussehen würde. Im Radio läuft ein One Shot-Podcast, das dieses RPG darstellt, vor meinem Kleinwagen fährt ein fetter Kerl auf einer Motowell Gamini.

Beide Produkte scheinen gar nicht so übel zu sein, das Spiel interessant, der Roller recht robust, betrachtet man das Gewicht, das er befördert. 

Ich würde meine Figur nach einem Helden der deutschen Pulp-Literatur modellieren. Entsprechend wäre er in den ledernen Hosen und dem Hemd des “Westmannes” gekleidet, eine MIschung aus Kleidungsstücken der Weissen und Amerindianer Ende des 19. Jahrhunderts.

Die gewaltige Faust, die er so gerne gegen die Schläfen unerfreulicher Mitmenschen schlug, sei nun ein bionisches Ersatzteil mit der Möglichkeit, über die Verwendung als Schlagwerkzeug hinweg im Ernstfall auch elektromagnetische Störfelder zu produzieren und mit Datensystemen zu interagieren, um zum Beispiel Viren einzuschleusen.

Dies Werkzeug sei ein Präsent der Cyberpapacy, deren loyaler Anhänger er gewesen ist, bevor er ein Storm Knight wurde. Von Zeit zu Zeit übernimmt seine Konditionierung die Kontrolle über ihn. Als konventionellere Waffen führe er ein Henry-Gewehr Modell 1866 mit Explosiv- und Gaspatronen und einen Chamelot-Delvigne-Revolver im Kaliber .44 Russian. Seine Treffsicherheit mit diesen Waffen verbessert ein bionisches Auge, das auch in den Ultraviolett- und Infrarot-Bereich schauen kann. Und sein Name sei Charley.

Schiene er D’Amato und seinen zu Tisch sitzenden Mit-Amerikanern merkwürdig? Wahrscheinlich nicht merkwürdiger als ich selbst. Sie würden es wahrscheinlich damit erklären, dass wir beide recht deutsch sind. Es geht ja nichts über ein gepflegtes Vorurteil.

An dieser Stelle meiner Gedankenreise bog das Moppelchen vor mir in eine Einbahnstrasse ein. Das Verkehrsschild zeigte in meine Richtung. Ob seine Gamini so stabil ist wie La Mosca? 

http://oneshotpodcast.com/podcasts/one-shot/196-torg-eternity-part-1/http://www.motowell.de/DE/gamini.htm

Zaster für die Laster

Für eine lange Zeit glichen unsere Vermögensverhältnisse eine jener Auseinandersetzungen wie sie Karl May am Anfang seiner Karriere so anschaulich schilderte.

Da greifen die Beteiligten im flackendern Fackellicht den Lauf ihrer Vorderladergewehrs, um sich gegenseitig den Kolben über den Schädel zu ziehen, stechen und hauen mit jenem nordamerikanischen Messer, das kaum kürzer ist als ein Kurzschwert, schwingen das Tomahawk und den indianischen Streitkolben. Das Geräusch brechender Knochen und reissender Haut und die Schreie der Verwundeten und Sterbenden untermalen diese Auseinandersetzung akustisch.

Nun aber sehen wir einer drastischen Verbesserung dieser ökonomischen Verhältnisse entgegen. Denn rückwirkend zum 1. Dezember 2012 wird Paula endlich eine Renten erhalten. Über die Höhe der zu erwartenden Nachzahlung und ihre Verwendung gibt es natürlich verschiedene Ansichten.

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Ich hoffe auf genug Bares, um mir neue Hosen, Schuhe und für mein Smartphone  einen Bumper mit dem Wappen der Silas Universität zu kaufen, Paula denkt da grösser, spricht von Heizöl, von stattlichen Mengen Katzenfutter und neuen Autoreifen, ja sogar von einem gebrauchten Kleinwagen für mich. .

Zeitgleich hat sie aber schon wieder begonnen, mir lauthals meine Defizite zu erklären. Nichts beflügelt das Selbstbewusstsein so wie die Aussicht auf ein eigenes Einkommen.

Ich hatte mich schon ein wenig darauf gerichtet, das Haus zu verlieren und ohne Paula und die schätzungsweise zehn Katzen an anderer Stelle neu zu beginnen. Tatsächlich hatte ich mich schon darauf gefreut und muss nun mit einem gewissen Mass an Frustration umgehen.

 

Der Stern ist Retro

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Die Nova-Motors Retro Star – sieht gar nicht so schlecht aus für Ecu 989,00 plus Versand.

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Die hier hat tatsächlich 8.090 km auf dem Tacho. Die Kunststoff-Deckel für die Innen-Sechskant-Schrauben haben in ihrer Mehrheit schon den Abschied genommen. Wird diese Schraube jemals geöffnet, wird die Chromschicht ihnen folgen und Platz für gesunde Korrosion machen.

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Im Preis nicht inbegriffen war eine vernünftige Oberflächen-Behandlung für die Felgen und den Auspuff. Da schwächelt das Preiswert-Produkt im Vergleich zu den Modellen von Peugeot und Piaggio.

La Mosca hat dreimal soviel Kilometer und sieht an diesen Stellen deutlich besser aus. Und sie hat 12 Zoll-Räder für den höheren Fahr-Comfort. Schweigen wir an dieser Stelle von der Qualität einer Peugeot Ludix, die noch mit 43.000 km an diesen Teilen gut aussah.

https://www.nova-motors.de/nova-motors-retro-star-50-touring-schwarz

Man muss einfach wissen, was wichtig ist

Der Kleine Bruder schnetzelte unmutig eine Hecke aus immergrünen Thujas herunter auf eine vorgegebene Höhe. Es widerstrebte seinem ästhetischen Empfinden, nicht auch ihre Seiten zu beschneiden, ihr irgendeine Form zu geben. Das allerdings hätte ihr die Funktion als Refugium für Katzen genommen, eine Eigenschaft, an der Paula liegt. Und es hätte den Nachbarn gefallen.

Ihre Priorisierung leuchtet ihm nicht ein. Ich habe da auch so meine Probleme beim Verständnis. Schliesslich hatte ich in den letzten Tagen hinlänglich Zeit, über diesen Punkt nachzudenken. Und über den Versuch der Industrie in den Zeiten von Euro 4, 5 und 6 Autos mit Diesel-Antrieben zu verkaufen.

Das führte manchmal zu unverhohlenem Betrug (siehe: Diesel-Skandal) und ganz allgemein zum Einbau von Additiv-Tanks, Russpartikelfiltern, Abgasrückführungsventilen und anderen Bauteilen, von denen ich noch nie gehört habe. Irgendeines von ihnen verabschiedete sich in unserem Ford-Peugeot, der seitdem bevorzugt im Not-Programm vor sich hin tuckert.

Also versah mich Paula mit umfangreichen Listen der zu erwerbenden Sorten Katzenfutter, Puten-, Hähnchen- und Schweinefleisch (ebenfalls für die Katzen) und entsandte mich Roller jeden Tag in mindestens zwei Warenhäuser und Tierfuttermärkte und zum Milch-Automaten. Der linke Zeigefinger stand dabei dick verbunden vom Lenker meines Vehikels ab wie eine Antenne. La Mosca selbst hielt Panzerband zusammen. Immerhin – den hinteren Bremszug haben wir vorher ersetzt.