Pizzaboten überfallen, weil er Geld zum Kiffen brauchte

https://www.vice.com/de/article/7xkwaz/ein-20-jahriger-hat-pizzaboten-uberfallen-weil-er-geld-zum-kiffen-brauchte

Stell dir vor, du bestellst eine Pizza und sie kommt nicht. Eine Stunde vergeht, in der dich die Gier nach öliger Salami auf Teig fertig macht und du den Pizzaservice anrufst, weil es ein Verstoß gegen die Menschenwürde ist, dich so lange zu warten lassen. Eine Horrorvorstellung, keine Frage. Aber stell dir mal vor, deine Pizza kommt nicht an, weil jemand den Pizzaboten überfallen hat.

Granit B. wird vorgeworfen, genau das getan zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Raub vor – in acht Fällen. Nicht die Pizza soll er geraubt haben, sondern das Wechselgeld der Boten. Seite Beute: zwischen 50 und 230 Euro. Im Falle einer Verurteilung erwarten ihn mindestens fünf Jahre Gefängnis.

Die Polizei fährt vermehrt Streife und verteilt Flyer an Lieferdienste. Sollten Neukunden nach Halle-Neustadt bestellen, sollen sich die Lieferservices umgehend an die Polizei wenden. Dass Granit B. überhaupt vor Gericht steht, ist Zufall. Als drei Mitglieder der Bande im Mai 2017 eine Spielothek in Halle überfallen, werden sie festgenommen. Beamte untersuchten deren Wohnungen. Dort fanden sie „umfangreiches Beweismaterial“ für die Raubzüge. Die Polizei spezifizierte nicht, ob es sich um leere Pizza-Schachteln handelte oder die verwendeten Waffen bei den Überfällen.

(Und ich bin sicher, dass der Pressesprecher der Polizei von der ausgezeichneten Arbeit der Ermittler gesprochen hat.)

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Wie man Priester züchtet

Der Beruf des evangelischen Geistlichen ist wie der des Rechtsanwaltes und der des Schriftstellers zu einem für Frauen verkommen. Denn bei allen dreien heisst es, dass sie bei leidlich gutem Einkommen sich parallel zum Haushalt und der Erziehung des Nachwuchses ausüben lassen.

Das ist für eine lutherische Pfarrerin in den erz-katholischen Gegenden Bayerns, des Saarlands und Rheinland-Pfalz’ wahrscheinlich richtig. Der römisch-katholische Kollege, der ein bis zwei Landkreise oder eine halbe Grossstadt betreut, hat weniger Zeit, sich um seine Kinder zu kümmern. Kein Wunder also, dass es diesem Berufsstand am Nachwuchs mangelt, weil so wenige dieser Kinder des Vaters Gewerbe ergreifen.

Ich dachte über dieses Thema nach, während der “Schwiegervater” der Pfarrerin sein Leben erzählte. Sie nahm es gefasst, während sie versuchte, Informationen über die Verstorbene heraus zu filtern, die sie in die Trauerrede einbauen wollte. Als einziger vorhandener Schwiegersohn fasste ich zusammen, was an ihr schätzenswert und positiv gewesen war. Die Gemeinde erwartet eine solche Darstellung, den “Schwiegervater” wird es dann befriedigen.

Der andere Schwiegersohn hat seine Teilnahme an dieser und allen folgenden Veranstaltungen so kategorisch verweigert wie ich einst den Wehrdienst. Eine schriftliche Begründung hat er allerdings noch nicht vorgelegt. Der Ex-Lebensgefährte einer weiteren Schwester will sich immerhin auf dem Kranz verewigen lassen.

http://www.fr.de/frankfurt/katholische-kirche-fuenf-neue-grossgemeinden-a-492683

http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_angebote_detail?k_beitrag=4288193

https://de.wikipedia.org/wiki/Osiander

Das Dreieck als Basis des parkenden Rollers

Als die gravierendsten Probleme nach dem Unfall identifizierte ich an meinem Roller hinten ein Schwinden der Bremskraft und in der Mitte einen Mangel an Standfestigkeit.

Mein Versuch, den Roller nur mit Muskelkraft und Bremshebel vor dem Untergang zu retten, hatte den Nippel am Zuggegenhalter fast abgerissen. Gleichzeitig war der Halter, an dem der Hauptständer befestigt ist, schief gezogen worden. Die genaue Abfolge der Ereignisse ist mir allerdings immer noch nicht klar.

Im ersten Schritt ersetzte ich den Bremszug. Die Fähigkeit, im Falle eines Falles, an einer Kreuzung vielleicht und hinter einem Auto, anhalten zu können, schien mir recht wichtig. Auch wenn ich mit 50 km/h einen Berg hinunter fahre, könnte sie nützlich sein, ihr Fehlen dann auch von den Gendarmen kritisiert werden.

Nachdem ich die Investitition von 20,78 Ecu mental verarbeitet hatte, wandte ich mich dem Ständer zu. Es wäre mir nämlich auch unangenehm, stürzte das Vehikel um und fiele vielleicht gar auf das Auto einer Kollegin, gar einer jener selbstbewussten und gewaltbereiten Frauen, von denen es hier einige gibt.

Ich ergänzte die Ausstattung daher um eine gebrauchten Buzzetti-Seitenständer. Er tut, was er soll, und das mit einer Kraft, die mich an seiner CE-Konformität ebenso zweifeln lässt wie an meinen Wunsch, mit meinen Fingern in seinem Weg zu sein.

Ich muss jetzt noch den Bewegungsablauf anpassen, jene Gewohnheit, mit der ich seit 8 Jahren bei drei verschiedenen Rollern einen Hauptständer nach unten gedrückt habe, wenn ich mein Fahrzeug geparkt habe.  

Beide Ständer-Systeme nutzen übrigens das Dreieck als Basis. Im einen Fall ruht der Roller auf den beiden Zinken des Hauptständers und dem Vorderrad, im anderen auf den beiden Rädern und dem Seitenständer.

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Ich fahre Zweirad, weil ich nicht bis drei zählen kann

Ich habe meine Schwiegermutter noch kurz vor ihrem Tod im Krankenhaus besucht. Allerdings zweifle ich daran, dass sie mich noch wahrnahm. Es sei denn, dass jenes kurze Zittern, als ich ihr die Hand auf den Arm legte, Ausdruck des Wunsches war, weg zu laufen.

Mir war auch danach, weg zu laufen. Seitdem will ich immer nur weg laufen. Mit dem TOD komme ich klar, hab ihn in Ankh-Morpork mal kurze Zeit gedated. Aber Paula hat seitdem quasi einen Dauer-Nervenzusammenbruch, der nur deshalb kein vollständiger Zusammenbruch ist, weil sie eigentlich immer einen Nervenzusammenbruch hat. Ihr ganzes Leben ist ein Ausnahmezustand, ein Konzert aus sozialen Phobien, Minderwertigkeitsgefühlen, dem sich daraus ergebenden Gefühl, nicht genug geliebt zu werden.

Und das alles lebt sie über mich aus. Ich bin der, der für sie alle möglichen Anrufe machen und Verträge schliessen muss, weil sie sich dazu nicht in der Lage fühlt. Ich bin der, der ihre Pläne umsetzen soll, der, der herumkommandiert, herunter gemacht und manipuliert werden muss, damit passiert, was sie sich wünscht, ohne dass sie selbst tun muss, was sie eh nicht kann.

Aber wenn ich all das sein muss, wie kann ich ich sein? Und wie kann sie sie sein, wenn ich sie sein muss? Das klingt alles relativ verwirrend und ist viel zu kompliziert. Jedenfalls für mich, aber schliesslich fahre ich ja Zweirad, weil ich nicht bis drei zählen kann.

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Überforderter Pfleger (Overwhelmed Caregiver): Er sammelt meist passiv Tiere an, zunächst in einer beherrschbaren Anzahl. Zumeist handelt es sich um Menschen, die durch persönliche Probleme wie Verlust des Arbeitsplatzes oder des Lebenspartners oder Gesundheitsprobleme anfangen Tiere anzusammeln, die sie als Familienmitglieder betrachten.

Sie tendieren zu psychischen Störungen der Achse 1 nach dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV). Der übertriebene Pfleger ist zumeist in der Lage, die beginnende Überforderung und die daraus resultierenden Probleme zu erkennen. Die Probleme werden eher bagatellisiert als ignoriert. Er ist meist sozial isoliert und lebt zurückgezogen. Gegenüber Behörden ist er meist einsichtig und kooperativ.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tierhortung

Mean Girls

Paula attestiert mir gelegentlich einen gewissen Mangel an Anpassungsfähigkeit an ungewöhnliche Situationen. Das mag sein. Das ist wahrscheinlich so. Ich frage mich allerdings, ob es normal ist, wenn sie das als persönliche Beleidigung auffasst. Aber normal war ja schon immer nur, was sie auch als normal definiert. Und wen sie als normal definiert.

Zu diesem illustren Kreis gehöre ich natürlich nicht. Die Tochter des Lebenspartners ihrer Mutter, nennen wir ihn “Stiefvater 2”, mangels durchgeführter Eheschliessung in Anführungszeichen, auch nicht. Sie ist ein hässliches Frauenzimmer mit einer Frisur, die jeden Haarkünstler, der seiner Schere wert ist, in eine tiefe Depression stürzen würde.

Der Streit begann mit einer abweichenden Einschätzung der Verstorbenen, die Paula weniger positiv sah als die andere. Beider Ansichten schienen mir falsch, denn zu Lebzeiten war sie oberflächlich gewesen und  hatte einen Hang zum Höheren gehabt, der mir fremd ist. Sie war zu ihren Kindern emotional distanziert gewesen und hatte Paula und mir eine Reise in die Türkei geschenkt.

Von mir hatte sie zuerst nicht viel gehalten, dann aber mehr. Denn im Gegensatz zu Paula hatte sie verstanden, wie sehr die von mir abhängig ist und hielt mir die Geduld zugute, mit der ich sie noch nicht erschlagen habe. Das war eigentlich sehr nett von ihr. Andere sehen das als Ausdruck von Entscheidungsschwäche.

Stelle ich mir die beiden Damen nun an einem Tisch vor, gar in Gesellschaft meiner beiden Schwägerinnen, jede mit einer einer Fülle von Persönlichkeitsproblemen ausgestattet, so habe ich sofort das Bedürfnis, mir “Mean Guns” mit Christopher Lambert noch einmal anzusehen. Auch ein Leichenschmaus bedarf einer gewissen philosophischen Vorbereitung.

https://www.youtube.com/watch?v=Fpli12qttak