Ich bin nicht paranoid. Ich bin im Service

Reihum befragte ich die Bewohner des Hauses Berliner Strasse 92 in Panzerbach, wer von ihnen denn eine Pizza Tonno (Ausführung 40 cm, helal) und eine Zitronenlimonade bestellt hätte. Reihum erklärten sie sich für diese Bestellung als nicht verantwortlich.

So rief ich denn die Telefonnummer des Kunden an. Der zeigte sich recht erfreut, ob meiner anstehenden Ankunft. Jedoch gelangten wir über die Art seines Hauses nicht zu einer Einigung. Was mir nämlich laut Beleg ein Reihenhaus in Panzerbach war, war es ihm ein Eckhaus in Contiomagus.

Jeder andere wäre jetzt überrascht, dass einem nicht auffiele, dass die Pizzeria die Vorwahl eines 30 km entfernten Ortes hat. Ich hingegen, ich kenne Kunden, denen es intellektuell nicht nur nicht gegeben ist, die banalsten Fragen zu beantworten, sie sind schon davon überfordert, die Antworten zu googlen. Ich kenne Kunden, die ihren Kindern nur Namen mit höchstens vier Buchstaben geben, damit sie sie sich merken können.

Frage ich, welcher Baumarkt dem Kunden der nächste ist, plane ich gleich drei Minuten für den Vortrag ein, dass früher, ja früher, da sei im nächsten Dorf ein Praktiker-Baumarkt gewesen. Und der Eisenhandel Meier. Und eine Metzgerei, aber die sei jetzt auch zu.

Die erste Sache, die jeder lernen muss, der mit Kunden zu tun hat, ist, dass ihnen quasi alles zuzutrauen ist. Alles. Jedem. Jederzeit. Immer. Ich bin nicht paranoid. Ich bin im Service.

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