Amalfi

Sie findet keinen Nachfolger, das Rezept für ihre selbst gemachten Buletten will sie erst dann weitergeben, wenn sie merkt, dass es für sie bald vorbei ist.

Davor will sie aber bitte noch Urlaub machen, sie möchte nach Italien. Sie wird ihren Piaggio Ape nehmen und mit maximal 25 Kilometern in der Stunde in den Süden fahren. Bis hinunter in die blauen Grotten von Capri.

https://munchies.vice.com/de/article/das-ist-die-schrippen-mutti-von-berlin

Die Dame hat da mehr Vertrauen in ihre Piaggio als ich in meine. Und ich liebe meine Piaggio.

Ich kiffe nicht. Es dämpft meinen Hass

Frauen sind darüber hinaus auch empfänglicher für sogenannte Erinnerungsfälschungen—das heißt, dass man etwas für wahr hält, was in Wirklichkeit nie passiert ist. Tatsächlich sind 92 Prozent der Personen, die unter falschen Erinnerungen leiden, Frauen.

A. M. Knox

https://broadly.vice.com/de/article/amanda-knox-warum-frauen-verbrechen-gestehen-die-sie-nicht-begangen-haben

Paula, die Arme verschränkt und einmal mehr wütend, erklärte mir, wie sehr sie für ihre Mutter da wäre, ging es der irgendwann einmal schlecht. Es hätte mich mehr beeindruckt, wüsste ich nicht, dass die unsere Adresse wahrscheinlich und Paulas Telefonnummer ganz sicher nicht kennt. Da wirds schwierig, um Hilfe zu rufen.

Diese Abweichung zieht sich durch ihr ganzes Leben wie eine Dimensionsfalte durch einen Raumsektor. Ich habe mir Zweifel an fast allem angeeignet, was sie über mich sagt. Inzwischen zweifele ich sogar daran, was sie mir über ihre Kindheit und Jugend voll Missbrauch und Gewalt erzählt hat. Was stimmen kann, ist, dass sie für einige Zeit mit der saarländischen Ministerpräsidentin zur Schule gegangen ist, als die noch nicht die saarländische Ministerpräsidentin gewesen war, sondern einfach ein nerviges Kind aus einer kreuzkatholischkonservativen Kleinbürger-Familie.

Verbringe ich mehr als fünf Minuten mit ihr, habe ich ein deutliches Verlangen nach dem gewaltfreien Äquivalent eines Amoklaufes. Ich möchte dann mein nächstes Einkommen dem Tierschutzverein oder der Christkatholischen Kirche spenden, meine Jobs kündigen und dafür sorgen, dass sie möglichst schnell ihr Zuhause verliert, dass sie alles verliert, ganz egal, was mich das kostet.

Da singt in meinem Kopf Taylor Swift „One day I will live in a big old city and all you are is mean“ und Lola Perry/The Dean/Innana spricht davon, was sie mit all jenen tun will, die sie verletzt haben. Und mit dem Rest der Menschheit – sie ist da weniger spezifisch als Fräulein Swift, denkt und plant mehr im Sinn von „Think Big – Kill All“. Diesen Schritt gehe ich dann doch nicht. Vielleicht bin ich einfach zu faul.

Das titelnde Zitat stammt von Darlene Conner aus der Serie „Roseanne“.

Ein krankhafter Mangel an Selbsttäuschung

Orientierungslos wandere ich heute im Firmengebäude herum, gehe Umwege, verliere Zeit, tue Dinge zweimal. Ist es das Alter? Oder ist es die Erkenntnis, dass all das Geld, das die Inhaber, und die Arbeit, die wir in das Unternehmen gesteckt haben, uns keine maghrebinische Elle weitergebracht haben?

Ich bin aber schon seit einiger Zeit recht sentimental und weine mich durch „Almost Adults“, weine selbst bei „Bones“, weine, wenn ich an Freund den Kater denke und an all die verpassten Gelegenheiten, die mein Leben sind, an all die Orte, zu denen ich nicht mehr reisen werde, weil ich alt und arm und ein Versager bin.

Es scheint mir, dass ich bei dem Versuch, in meiner Lebenssitutation glücklich zu sein, allein von einem heftigen Mangel an Selbsttäuschung behindert werde. Schliesslich könnte ich doch dem Vorbild meiner Nachbarn folgen, der Arbeit entsagen und spät aufstehen, um dann mit dem Roller zum Penny-Markt im nächsten Ort zu fahren.

Warum sollte ich das nicht tun? Was spricht gegen einen Nervenzusammenbruch mit anschliessender Selbstfindung auf Kosten anderer? Gerade leitete ich die Bewerbung eines Bekamnnten an die Personalabteilung weiter, der seit 23 Jahren arbeitsfrei lebt. Da er mich kennt wie ich ihn, unterstelle ich ihm eine gewisse Erwartungshaltung, wollte es jedoch Mimi überlassen, die Absage zu formulieren, die ihm zur Fortführung seiner geharzten Existenz verhilft.

https://aeon.co/videos/brand-consultant-pr-researcher-why-the-bullshit-jobs-era-needs-to-end

Die maghrebinische Elle ist übrigens eine nur schwach definierte Längen-Einheit. Sie entspricht der Tiefe, mit der ein maghrebinischer Finanzbeamter seine Hand in die Tasche eines Steuerzahlers stecken kann. Seit Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs kommt diese Masseinheit zunehmend aus dem Gebrauch.

Im fremden Waffenrock

https://www.ajaonline.org/article/3418

Alabaster funerary urn with relief of the fight between the Gauls and the Romans

This article explores how Etruscan artwork presented soldiers in visual media during the Middle Roman Republic (ca. 300–100 B.C.E.), a period when Etruscan communities were required to contribute contingents to the Roman army. It proposes a class-based model for how Etruscans formulated their military identities.

Elite representations, in particular cavalry combat on cinerary urns, displayed elaborately hellenized soldiers rather than Roman-style combatants. Meanwhile, nonelite representations, primarily featuring infantrymen on more economically accessible votive figurines, either displayed hybrid panoply or made no attempt to differentiate the portrayed soldier from a generic Roman citizen legionary.

In the realm of martial identity, Etruscan elites in visual media appeared culturally aloof from Rome as well as socially removed from common soldiers in their own communities.

The article concludes by placing the corpus of Etruscan evidence in the context of more scattered evidence from across the peninsula and suggesting that the tendency of elites to eschew the Roman panoply in visual media, and of nonelites to partially or wholly embrace it, was widespread in Italy prior to the Social War.

Die Idee der Elite, die sich isoliert, kommt mir unbestimmt bekannt vor.

Kulturell gesehen wurden die Etrusker zuerst von den Griechen stark beeinflusst/zeitweise fast assimiliert, dann von den Römern komplett assimiliert. Taylor beschreibt, dass die Adeligen sich von der Verbindung zur Kultur der Hellenen nicht lösen, während die einfachen Menschen, deren Leben übrigens nie einfach ist, der Entwicklung folgen.