Evolutionsverweigerer auf Fahrrädern

Der Mitbürger, dem ich aus meinem Corsa heraus zusah, illustrierte in trefflicher Weise die Wechselwirkung zwischen Evolution und Zivilisation. Denn was Charles Darwin als „The Survival of the Fittest“ bezeichnete, sagt nichts über den Lebensraum aus, in dem jener Überlebende der jeweils Tüchtigste war.

Ein gesunder Bursche wie der, der da den Fussgängerweg hinabradelte, wäre in den meisten Lebensräumen des Planeten ein sicherer Kandidat gewesen, um sich fortzupflanzen und seinen Nachwuchs bis zu dessen Fähigkeit zu Eigenerhalt und Vermehrung zu ernähren und so seine Gene im Pool zu erhalten. In dem von unserer Zivilisation definierten Lebensraum waren seine Chancen eher schlecht.

Denn jenen Tüchtigsten zeichnet auch immer seine Fähigkeit zur Umsicht, zum Verständnis der Bedingungen aus, unter denen er lebt. Schwarz gekleidet und ohne Licht zu radeln, ist da kontraproduktiv, wo es an Autofahrern nicht mangelt, die oft auch noch fortgeschrittenen Alters und eingeschränkter Reaktikonsfähigkeit sind.

Hätte ich ihn jetzt also umgesägt, so würde das in unschöner Weise darstellen, welchen Einfluss die Zivilisation auf die Zuchtwahl hat und damit auf die Evolution. Denn so hätte er nur einen Abdruck auf meiner Motorhaube hinterlassen und keinen im Gen-Pool.

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