Jesus bar Marijam-Tzu

dao

http://www.buecher.de/shop/konfuzius/chinesische-weisheiten-tao-te-king-das-buch-vom-sinn-und-leben-vollstaendige-deutsche-ausgabe-ebook-epub/l/products_products/detail/prod_id/40860959/

Ich weiss nicht, ob Richard Wilhelms Sprache bei der Übersetzung des Tao-te King von seinem europäisch-christlichem Hintergrund beeinflusst wurde. Tatsächlich finden wir die Gleichsetzung von Wort, Gott, Leben und Licht auch beim Evangelisten Johannes.

“Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.  Dasselbe war im Anfang bei Gott.  Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen.” 

http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/johannes/1/

Interpretieren wir aber den Gott des Neuen Testamentes, den, von dem Jesus spricht, wie den Heiligen Geist als Emanationen des Chi und ihn selbst als Schüler eines taoistischen Mönches, ergibt sich ein merkwürdiges, aber in gewisser Weise stimmiges Bild.

Was wäre das für eine Geschichte, könnte ich sie nur schreiben! Der riesige Zimmermann, der zur Umkehr, zur Hinwendung zum Tao aufruft, das Land durchstreift und eine Gruppe um sich sammelt, seinen Erwartungen gemäss hingerichtet wird und das zu seiner Überraschung überlebt und am Ende schwerfällig, aber gut gelaunt die Strasse nach Osten hinunter hinkt, um dazu zu lernen.

Hinter ihm bleiben seine Freunde zurück, die beginnen, eine eklektische Religion zu erschaffen, indem sie seine Lehren im Lichte der mosaischen Religion, des Mithraismus und des Dodekatheismus neu interpretieren, jetzt, wo der Weltuntergang wahrscheinlich dann doch ausfällt, den er vorhergesehen hat wie seinen Tod. Sie adaptieren die ethnien-übergreifende Philosophie des Römischen Reiches und geniessen Schweinswürste.

Auf emotionaler Ebene, der, die sich mir weitgehend entzieht, gäbe es eine Liebesbeziehung mit Johannes, die tiefe Zuneigung zwischen ihm und Maria, die Geschwisterrivalität mit Jakobus und den Konflikt mit dem pragmatischen Judas, dem das Ende der Welt ungewiss, die Not der Armen aber gewiss ist, und die Eifersucht zwischen Johannes, Judas und Petrus auf verschiedenen Ebenen und aus verschiedenen Motiven.

Der Selbstmord des Judas ist dann eine tragische Ironie wie die ganze Geschichte von einem hintergründigem Humor getragen würde, der typisch für Jesus sei, in seinem Leben aber über lange Zeit von seiner Erwartung eines schrecklichen Endes für ihn und die Welt überlagert würde.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s