Man sollte auch mal verzichten können… auf Krankheiten zum Beispiel

Immer klarer wird mir, dass meine Depression eine Krankheit ist und kein unverzichtbarer Teil meines Persönlichkeitsstruktur. Das heisst schon mal, dass ich auch darauf verzichten kann. Auf Krankheiten sollte man übrigens allgemein verzichten können.

Als Konzept ist eine Krankheit aber nützlich. Ihr kann man nämlich all jene Eigenheiten und Probleme zuordnen, die einem 50 Jahre lang im Wege standen. Das befreit doch mal.

Und en passant ist es dann ganz normal, sich dann und wann in den Schlaf zu weinen. Gerade in diesem Augenblick halte ich nur mit Mühe meine Tränen zurück, und dabei sitze ich noch an meinem Schreibtisch und liege gar nicht im Bett.

Wie immer habe ich aber etwas anderes zu tun, dem ich eine höhere Priorität unterstelle. Da sind Katzen zu füttern, Kundenanfragen zu beantworten und eine Küchenarmatur auszutauschen, da ist ein Lebkuchen-Herz, das Mimi bei mir abgeladen hat und um das ich mich umgehend kümmern muss, und da sind Spencers „Did Muhammad really exist?“ und Delanys „Hogg“, die un-be-dingt noch gelesen werden müssen. Und da ist noch „Carmilla.“

Es wird nur immer schwerer, das zu tun. Es wird immer schwerer, ich zu sein. Allerdings muss irgendjemand diesen Job ja trotzdem erledigen.

Paula ist da keine Hilfe. Sie ist vollauf mit ihren eigenen Problemen beschäftigt und sorgt persönlich dafür, dass sie ihr nicht ausgehen. Ich beanstande daran eine in meinen Augen fehlerhafte Priorisierung. Denn von meinem Blickwinkel aus muss das Ziel aller Massnahmen sein, dass es uns/ihr/mir besser geht. Wer hat eigentlich die Idee aufgebracht, es sei spirituell und persönlich gut, wenn es einem gesundheitlich, finanziell und persönlich schlecht geht? Ernest Renan hatte da den Apokalyptiker Isa ben Mariyam im Verdacht. Ich zögere noch, mich seinem Standpunkt anzuschliessen.

Vor einiger Zeit hatte ich übrigens einmal einen Kunden, der in der Rue Ernest Renan wohnte. Er war Moslem und Araber. Die Ironie entging ihm.

https://de.wikipedia.org/wiki/Depression

http://www.buch.de/shop/home/suchartikel/hogg_modern_erotic_classics/samuel_delany/EAN9781472105943/ID35932625.html?jumpId=6852924&suchId=8e3314c0-b080-45b4-82b9-0e25255c2616

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Renan#Antisemitismus

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Episode 47 – The Original Brownie Lady

Episode 47: Brownie Lady (7.15.2016)

Diese Episode von „Criminal“ behandelt die wirtschaftliche Existenz von „Sticky Fingers“, einem Unternehmen, das in den 1970er Jahren dem Vertrieb sehr spezieller Kekse in Kalifornien gewidmet war. Die Inhaber, Herr und Frau Volz, waren tatsächlich so erfolgreich, dass sie nicht nur reichlich Geld einnahmen, sondern sogar von legalen Interferenzen unbehelligt blieben, bis sie sich mit ihrer Tochter aufs Land zurückzogen.

 

stickyfingers

Dieser Erfolg lag vielleicht daran, dass sie statt eines Unternehmensberaters mit einem Abschluss aus Yale das I Ging bemühten. Standen also Entscheidungen von Bedeutung an, warfen sie die Münzen, schlugen im Buch nach und befragten ihr Herz nach der Bedeutung.

My Mother the Ganja Dealer

Daraus ergeben sich drei Fragen. Die erste, offensichtliche ist die, wieviele Unternehmen so geleitet werden, wieviele Manager Freitag nach Geschäftsschluss auf dem Boden ihres Büros knien, um drei chinesischen Münzen auf dem Teppich zu betrachten und mit ihrem Montblanc-Kugelschreiber Linien auf einem Notizblock mit Werbeaufdruck zu ziehen.

Bei der zweiten geht es folgerichtig darum, ob sie weniger erfolgreich sind als ihre Kollegen mit dem Berater mit Anzug und Diplom. Möglicherweise täuschen wir uns selbst, wenn wir uns von diesen Gesellen täuschen lassen. Im Fernsehen kommen Unternehmensberater nur in „House of Lies“ gut weg, wenn auch manchmal nur um Haaresbreite und noch mit der Hose in der Hand.

Die dritte Frage ist natürlich die, ob ein solcher Keks etwas gegen meine Depression tun kann. Ich sollte mich von den Vorurteilen der 1970er Jahre nicht davon abhalten lassen, die Problem der 2010er zu lösen.

bell_hol

Ihr seid mir verdächtig

Über dem ausgebauten Vergaser meiner Peugeot Flash erklärte mir ein zahnlückiger Frührentner den Unterschied zwischen einem guten Mechaniker und einem geschickten. Wie es aussieht, war der jüngere Lenoir kein guter, aber noch geschickter, als es in seinem Berufszweig eh schon üblich ist.

Das bestätigte mir immerhin ein merkwürdiges Gefühl, das mich statt in seine Werkstatt in diese Garagenwerkstatt am Ende der Strasse gebracht hatte. Ich war nur ein wenig beunruhigt, weil der Zahnlückige nicht nur den Vergaser gereinigt und sämtliche Einstellungen neu vorgenommen, sondern auch ein Kabel ersetzt und das Federbein lackiert hatte. Er hatte auch den Ansaugstutzen ausgetauscht, dem der jüngere Lenoir einen Mangel an Dichtigkeit unterstellt hatte, mehr aber aus Prinzip, als weil er diese Diagnose in irgendeiner Weise bestätigt fand.

Das sagte mir etwas darüber, wie Menschen mich leider immer noch sehen, und diente mir ebenso unterstützend für meine nicht unerhebliche Abneigung der Spezies Mensch gegenüber wie die wütenden Ausführungen von Paula, in denen es a) darum ging, dass ich das Haus nicht putze b) darum, dass ich gar nichts tue c) darum, dass ich davon ausgehe, dass sie das Haus putzt, nur weil sie keiner geregelten und bezahlten Tätigkeit nachgeht, d) darum dass sie von ihren 53 Lebensjahren ungefähr 58 hart körperlich gearbeitet hat und e) um meine generelle und tiefgreifende Minderwertigkeit.

Langsam kommt mir der Verdacht, dass ich Euch nicht nur aus Prinzip nicht mag, sondern weil Ihr in Eurer breiten Mehrheit böse seid, böse wenigstens zu mir.

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http://www.n-tv.de/panorama/Briten-finden-angeblich-UB-85-article18892866.html

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Bei der Verlegung eines Seekabels entdeckt eine britische Firma ein U-Boot-Wrack. Sonarbilder des Funds sollen auf ein deutsches Modell hinweisen. Handelt es sich um das 1918 gesunkene UB-85, um das sich ein Mythos rankt?

In Großbritannien genießt das U-Boot einen besonderen Ruf, da dessen Geschichte mit dem Angriff eines Seemonsters in Verbindung gebracht wird. Das U-Boot mit 34 Mann Besatzung war von der britischen Marine versenkt worden. Der Legende zufolge soll das Schiff vorher von einem „merkwürdigen Tier“ angegriffen und manövrierunfähig gemacht worden sein, wie Scottish Power erläuterte. Das habe der U-Boot-Kapitän später erzählt.

Ein Seemonster? Oder handfestes Seemannsgarn, das selbst den legendären Kapitän Graf Luckner beeindruckt hätte? Die Wracks von USS Cyclops und U-Bremen sind immer noch nicht gefunden worden.