Sag „Priwjet“ bei Ikea

Die Kassierin ficht das kleine Schauspiel nicht an, sie nennt den zu zahlenden Preis. Meine Mitbewohnerin kann sich noch gerade am Wagen festhalten, während ich kollabiere und überlege, ob vielleicht eine spontan eingesetzte Inflation verantwortlich für den seltsam hohen Betrag sein könnte. Schließlich waren wir etwa drei Stunden im Ikea. Zeit genug für einen Terroranschlag, der die Welt in eine auch wirtschaftliche Krise gestürzt hat. In diesen unruhigen Zeiten ist es durchaus denkbar, dass man einen Ikea als Deutscher betritt und ihn als Russe wieder verlässt.

Die Ikea-Chroniken (II)

Prägnant formuliert der Herr Seppo hier nach einer ausführlichen Beschreibung des in diesem „französisch-mongolischen“ Möbelhaus unabwendbaren Kontrollverlustes eine einfache Wahrheit:

Wir können mit den Katastrophen nicht mehr Schritt halten. Jeden Tag ein neuer Amoklauf, ein Attentat, eine Offensive, eine Belagerung, ein Massaker.

Längst hat die Kanzlerin, hat der Innenminister den Ausdruck seines Bedauerns als mp3-Datei gespeichert, um sie täglich, bei Bedarf auch zweimal täglich abzuspielen. Wahrscheinlich gibt es diese Datei auch bereits bei soundcloud.com und youtube.de, unter Umständen sogar zum Download.

Dort suche ich auch nach Russisch-Kursen für den Fall, dass Donald Trump Präsident der USA wird. Dann heisst es wahrscheinlich recht bald am Eingang von Ikea „Priwjet“ und bezahlt wird nach dem obligatorischen Kontrollverlust in Rubelchen.

Nur auf die Verbringung von Straftätern in sibirische Arbeitslager müssen wir wohl verzichten – die übernehmen die Chinesen als Franchise, während sie den ehemaligen Fernen Osten der ehemaligen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken besiedeln. Ihnen ist er übrigens der Ferne Westen.

In diesem Fall sind wir selber schuld. Immerhin ist unser Innenminister ein Sprößling der Familie De Maiziere, die seit 1945 in schöner Regelmässigkeit beim Untergang eines deutschen Staates auftauchen. Sein Grossvater selig sass einst im Führerbunker zum Tee bei Eva Braun, und der Herr Onkel war der erste und letzte Kanzler der Deutschen Demokratischen Republik.

 

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