Schwarze Katze

Es begann damit, dass unter einem Strauch im Garten, einem Kirschlorbeer übrigens, ein kleines Kätzchen nach seiner Mutter schrie. Irgendwann habe ich sie dann gefunden und ins Haus befördert, zwecks Ernährung und Aufzucht bis zum Alter der Abgabe an irgendeine harmlose Seele, die kleine Katzen süss findet. Im Deutschen nennt man solche Menschen gerne „simpel“, gibt ihnen aber gerne auch weniger verblümte Bezeichnungen.
Damit stellte sich die Frage, wer am folgenden Tag auf sie aufpassen und sie füttern sollte. Paula betonte da, einen Arzttermin zu haben, von dem unter anderem ihr Krankengeld abhinge. Ich allerdings musste unbedingt zu meiner Arbeit zurückkehren, um Maniac zu vertreten. In Wirklichkeit aber war ich nach vier Tagen zuhause ihrer bis zum Gefühl des Magendrückens überdrüssig und sah mich ausserstande noch mehr davon auszuhalten. Und damit meine ich sowohl Paula als auch dieses Gefühl in meinem Magen, von dem ich hoffe, dass es psychosomatisch ist und nicht der Beginn eines Magengeschwüres.
Wir vertieften diese Diskussion dann bis zu dem Punkt, an dem ich eingestand, nicht weiter zu können, sie von Selbstmord sprach, mir statt dessen aber ein paar Ohrfeigen gab. Ich bat sie daraufhin eindringlich, sich doch eine Stelle zu suchen, damit ich sie verlassen könne. Das bedeutet wahrscheinlich, dass sie genau das Gegenteil tun wird.
Seitdem schweigen wir uns an. Das können wir nach all den Jahren ja recht gut.
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