Der Teppich ist tot, es lebe der Milchautomat!

 

Milchautomat

Paula hat eine neue Bekannte, die als Gattin eines Key Account Managers in ihren Augen schon zu den besseren Leuten gehört. Ihre Gepflogenheiten adaptierend trinke ich jetzt Rohmilch, die offensichtlich aus Kühen kommt, ich aber aus einem Automaten am Eingang des Bauernhofes zapfe. Ausserdem mussten wir bei Ikea einen neuen Teppich fürs Wohnzimmer kaufen.

Dabei hatte ich mich über die letzten zwanzig Jahre sowohl daran gewöhnt, dass er für den Raum eigentlich zu gross war, als auch an den Geruch, den er inzwischen entwickelt hatte. Da er olfaktorisch inzwischen Ähnlichkeit mit einem länger verstorbenen Haustier hat, stellt sich die Frage, ob er noch zum Wertstoffhof kann oder schon im Garten vergraben werden muss.

Jetzt droht sie mir mit einer auszuführenden Renovierung des Badezimmers. Auch da sehe ich den Handlungsbedarf durchaus ein, habe aber Verständnis-Defizite bei der Finanzierung. Immerhin kostet ein Boiler bei Amazon leicht einmal 140 Ecu, und der Logopäde, der ihn dann einbauen soll, will sicher auch Geld dafür sehen, vielleicht sogar haben. Farbe (Geschmacksrichtung circa kadmiumgelb) muss im Baumarkt komponiert, abgeschmeckt und schliesslich auch gekauft werden.

Und ich musste doch gerade erst 27 Ecu – den Ertrag eines ganzen Abends der Zustellung von Fertiggerichten nach Art der italienischen Küche – in ein neues Mobiltelefon investieren, weil Whatsapp beschlossen hat, Nokia gegenüber weniger loyal zu sein als ich.

Ich wählte diesmal das Dutzend-Produkt eines No-Name-Herstellers mit Sitz in Shenzhen mit Android als Betriebssystem. Neben dem Preis hat das den Vorteil, dass Paula als Besitzerin eines Sony Z sich weiterhin überlegen fühlen kann. Um das zu unterstützen, liess ich sie die Einstellungen vornehmen.

Sag „Priwjet“ bei Ikea

Die Kassierin ficht das kleine Schauspiel nicht an, sie nennt den zu zahlenden Preis. Meine Mitbewohnerin kann sich noch gerade am Wagen festhalten, während ich kollabiere und überlege, ob vielleicht eine spontan eingesetzte Inflation verantwortlich für den seltsam hohen Betrag sein könnte. Schließlich waren wir etwa drei Stunden im Ikea. Zeit genug für einen Terroranschlag, der die Welt in eine auch wirtschaftliche Krise gestürzt hat. In diesen unruhigen Zeiten ist es durchaus denkbar, dass man einen Ikea als Deutscher betritt und ihn als Russe wieder verlässt.

Die Ikea-Chroniken (II)

Prägnant formuliert der Herr Seppo hier nach einer ausführlichen Beschreibung des in diesem „französisch-mongolischen“ Möbelhaus unabwendbaren Kontrollverlustes eine einfache Wahrheit:

Wir können mit den Katastrophen nicht mehr Schritt halten. Jeden Tag ein neuer Amoklauf, ein Attentat, eine Offensive, eine Belagerung, ein Massaker.

Längst hat die Kanzlerin, hat der Innenminister den Ausdruck seines Bedauerns als mp3-Datei gespeichert, um sie täglich, bei Bedarf auch zweimal täglich abzuspielen. Wahrscheinlich gibt es diese Datei auch bereits bei soundcloud.com und youtube.de, unter Umständen sogar zum Download.

Dort suche ich auch nach Russisch-Kursen für den Fall, dass Donald Trump Präsident der USA wird. Dann heisst es wahrscheinlich recht bald am Eingang von Ikea „Priwjet“ und bezahlt wird nach dem obligatorischen Kontrollverlust in Rubelchen.

Nur auf die Verbringung von Straftätern in sibirische Arbeitslager müssen wir wohl verzichten – die übernehmen die Chinesen als Franchise, während sie den ehemaligen Fernen Osten der ehemaligen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken besiedeln. Ihnen ist er übrigens der Ferne Westen.

In diesem Fall sind wir selber schuld. Immerhin ist unser Innenminister ein Sprößling der Familie De Maiziere, die seit 1945 in schöner Regelmässigkeit beim Untergang eines deutschen Staates auftauchen. Sein Grossvater selig sass einst im Führerbunker zum Tee bei Eva Braun, und der Herr Onkel war der erste und letzte Kanzler der Deutschen Demokratischen Republik.

 

The Washitaw Moors

http://thewashitawmoors.blogspot.de/

The Amurru Washitaw Dedugdahmoundyah Muurs (Moors) were originally a group of priest from Egypt, also known as the Dogon/Olmecs/Mayans. The term Washitaw is a corruption of Ursahtaw, the father and mothers of the mystics. In Egyptian, Ursahtaw is Urrashet, the winged sun disk, which symbolizes the highest knowledge, the pineal gland being open.
Amurru is actually a corruption of Amaru, which is the root Ameri-ca. America is actually a corruption of Amen-Ra-Ka. Its strange how everything comes from Egypt. Well Egypt was once the capitol of the world. In fact, the Pharaoh gave the ancient Moabites (Moors) permission to settle Morrocco, which is now North Africa. The Moabites migrated to modern-day America, and called her Almorrocco, which is another root for the word, America.

The 1787 Morocco Treaty of Peace and Friendship was a means to try to stop all of the fighting over land, so the Moors brung the Europeans to the table to form a peaceful two system goverment; one for the Moors and one for the Europeans. Evidence of this two system goverment can be found on the back of a one dollar bill. Notice the two seals. You see one of a pyramid with an eye above it, which was the Moorish seal, and the other seal is that of a eagle holding 13 arrows, which is the European seal. Another example of this two system goverment is the Consular Court, which was the Moorish court system. The last one was abolished in 1956 according to the above definition, and this Consular Court was granted its authority by treaty, that is, the 1787 Morocco Treaty of Peace and Friendship. The Europeans had and still do have their court systems, but its just their system now.

Beyond the borders of tolerance pizza boxes are to be folded

„What we consider pathological, Yap pointed out, depends on what we consider normal. And European and American ideas of normal were neither necessarily the commonest nor the most healthy…“

Frank Bures, The Geography of Madness

https://www.amazon.de/Geography-Madness-Thieves-Strangest-Syndromes/dp/1612193722/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1468247596&sr=8-1&keywords=frank+bures

Wir falteten Pizza-Schachteln im Keller, die Kollegen Joe und Jack und ich, und bedachten die Geheimnisse des Lebens. Ihnen waren das die Fragen, wer mit welcher „Alten“ zusammen war und wer der Vater von Robins Kind ist. Ich war beeindruckt, wie häufig dieser Vorname in der Generation der Kinder ist, die ich nicht habe.

http://www.tanispodcast.com/

Die Geheimnisse, die mich beschäftigten, hatten mit der Suche nach Tanis zu tun, den Voodoo-Priesterinnen von New Orleans und einer besorgniserregenden Zunahme von Penis-Diebstählen in Nigeria. Das waren die Podcasts gewesen, die ich fahrenderweise vorher gehört hatte.

http://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-hoerspiel/voodoo-queen-100.html

Dieser Unterschied in der Wahrnehmung zieht sich als Trennlinie durch mein ganzes Leben. Hier Ihr, heisst es dann folgerichtig immer, dort ich, mal ausgegrenzt und isoliert, mal im Krieg mit Euch. So ist mein Leben, so ist meine Ehe. So bin ich untauglich, Eure Ansprüchen an mich als Mensch und Mann zu erfüllen. Paula lässt daran gerne keinen Zweifel.

http://www.livescience.com/55335-why-people-consider-normal-to-be-good.html

Mein Nachbar auch nicht. Er informierte mich über die anstehende Notwendigkeit, zwei Tannen im Garten zu fällen, die dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Da die in unserem Garten stehen, ging er davon aus, dass ich sie fälle (mir so die notwendigen Fertigkeiten unterstellend) oder fällen lasse (hier vermutend, dass ich das Geld dafür haben könnte.) An beidem fehlt es mir, und sie gelten in unserer Gesellschaft doch in gleicher Weise als Bestätigungen vorhandener Männlichkeit. Jetzt grüsst er mich nicht mehr.

Der auch

Ich bin der, der nicht ins Bild passt, der wahrscheinlich in keiner Kultur des Menschen ins Bild passt. Ich bin der Fremde, der die Grenzen der Toleranz definiert und immer jenseits davon ist. Ich bin ich und kann nur eines auch nur leidlich gut, nämlich ich sein. Immerhin erklärt das, warum Ihr mir so fremd sein. Um an dieser Stelle einmal The Doors zu zitieren: „People are Strange if You are a Stranger.“