Rigatoni Bologna auf Roggenbrot

Normalerweise zöge ich stets die Rigatoni Bologna der Pizzeria San Grigorio jedem mit Salami belegten Roggenbrot von vorgestern vor. Jedoch kann ich das Brot am Schreibtisch essen und mich dann im nächsten Wald ergehen oder doch wenigstens spazieren gehen, während ich aus olfaktorischen Gründen die Nudeln mit Hackfleischsauce im Pausenraum zu mir nehmen muss. Dort aber sitze ich allein unter Kollegen, zu denen mir längst die Verbindung abhanden gekommen ist, ein Aussenseiter selbst unter ihnen.
Ihre Gespräche sind mir fast so fremd wie die Haltung, die sie sich geben. Wüsste ich nicht um die Verhältnisse des einen oder anderen unter ihnen, wäre ich gewiss beeindruckt davon, wie leichthin sie über den Salat vom Marken-Discounter über Autos sprechen, die sie sich so wenig leisten können wie ich selbst. Ich bin vielleicht ehrlicher als sie alle, jedoch nicht abgebrannter als mancher andere. Logischerweise sollte ich mir ihr Aire aneignen – diese Demonstration nicht vorhandener Stärke könnte meiner kümmerlichen Rest-Karriere aufhelfen.
Die Chancen auf Erfolg sind aber herzlich gering. Denn alle, die sich da um den Platz zur Rechten des Tzaren am Tisch streiten – allesamt erprobte Bagaluten, Sceleraten und Pusong – kennen mich ganz genau und wissen um meine Defizite. Da ist ein Platz am Tisch so wahrscheinlich wie einer vor der Türe.
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