Der Jugend zur Mahnung!

For I never knew seamen so violently liberal, as to force men to receive money, nor any so courteous and so conscionable as to refuse what was offered them.
Sir Henry Mainwaring, The Life and Works of Sir Henry Mainwaring, Vol. 2
KugelDer zitierte Sir Henry war ein ausgemachter Halunke, der vor keiner Schurkerei zurückschreckte, ein Mann niedrigsten moralischen Empfindens. Folgerichtig betätigte er sich im England des 16. und 17. Jahrhunderts nacheinander als Anwalt, Pirat und Politiker. Er starb verarmt im Exil, nach dem er in einer militärisch unterstützten innenpolitischen Auseinandersetzung auf das falsche Pferd setzte, in diesem Fall einen König.
KugelDies sei unseren jungen Menschen eine Mahnung – in der Auswahl unserer Loyalitäten dürfen wir uns nicht von Sentimentalitäten behindern lassen.

Rigatoni Bologna auf Roggenbrot

Normalerweise zöge ich stets die Rigatoni Bologna der Pizzeria San Grigorio jedem mit Salami belegten Roggenbrot von vorgestern vor. Jedoch kann ich das Brot am Schreibtisch essen und mich dann im nächsten Wald ergehen oder doch wenigstens spazieren gehen, während ich aus olfaktorischen Gründen die Nudeln mit Hackfleischsauce im Pausenraum zu mir nehmen muss. Dort aber sitze ich allein unter Kollegen, zu denen mir längst die Verbindung abhanden gekommen ist, ein Aussenseiter selbst unter ihnen.
Ihre Gespräche sind mir fast so fremd wie die Haltung, die sie sich geben. Wüsste ich nicht um die Verhältnisse des einen oder anderen unter ihnen, wäre ich gewiss beeindruckt davon, wie leichthin sie über den Salat vom Marken-Discounter über Autos sprechen, die sie sich so wenig leisten können wie ich selbst. Ich bin vielleicht ehrlicher als sie alle, jedoch nicht abgebrannter als mancher andere. Logischerweise sollte ich mir ihr Aire aneignen – diese Demonstration nicht vorhandener Stärke könnte meiner kümmerlichen Rest-Karriere aufhelfen.
Die Chancen auf Erfolg sind aber herzlich gering. Denn alle, die sich da um den Platz zur Rechten des Tzaren am Tisch streiten – allesamt erprobte Bagaluten, Sceleraten und Pusong – kennen mich ganz genau und wissen um meine Defizite. Da ist ein Platz am Tisch so wahrscheinlich wie einer vor der Türe.

Und Du bist raus!

Die Briten haben sich dafür entschieden, die EU zu verlassen. Das taten sie mit einem so knappen Vorsprung, dass die nächsten beiden Generationen Gesprächsstoff für den Abend im Pub haben. Hätten die Griechen  2009 gewusst, dass es möglich ist, so einfach auszutreten, hätten sie es sofort getan und bezahlten jetzt im Café wahrscheinlich mit Renbinmi. Immerhin – sie hätten etwas, um ihren Kaffee zu bezahlen.
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Die Briten haben sich dafür entschieden, die EU zu verlassen. Das ist ihr gutes Recht. Ihr Land ist eine Demokratie. Gerade darin sind sie ein Teil jenes Europas, das sie auf einer theoretischen Ebene ablehnen. Ob das praktisch gesehen eine gute Idee gewesen sein wird, wird sich nach 2018 zeigen, wenn der legale Loslösungs-Prozess abgeschlossen ist und die wirtschaftlichen Konsequenzen langsam abschätzbar sind.
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Die Briten haben sich dafür entschieden, die EU zu verlassen. Aber aus der Europäischen Union auszusteigen bedeutet keinen Ausstieg aus dem historischen Prozess der asiatischen Migration nach Westen, dem Aufstieg Chinas zur Weltmacht, dem Machtverlust Amerikas und der Dekadenzkrise des Westens. Es bedeutet nur, dass man diesen Aufgaben auf sich selbst gestellt begegnet. Das kann ein Vorteil sein, muss es aber nicht.
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Premierminister Cameron ist bereits zurückgetreten. Er ist damit der erste einer Generation von Politikern, deren Abtreten längst überfällig ist. Sie vertreten eine Idee von Europa, die sie selbst nicht mehr verstehen, in einer Sprache, die ihren Wähler nicht verstehen. Hollande, Merkel, Renzi und anderen werden ihm früher oder später folgen. Die Wahrscheinlichkeit spricht für früher. Nur ist im Schatten dieser Blaunadel-Gewächse kaum eine neue Generation Politiker nachgewachsen, eher eine politische Macchia, in dem fundamentale Ideen und fundamentaler Mangel an Ideen sich verwachsen.
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Ein Mann, ein Wort, eine Frau, ein Colt

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http://www.syfy.com/wynonnaearp/about

Kleiner Pechvogel – die gesegnete dämonentötende Waffe ihres Ur-Ur-Grossvaters Wyatt Earp ist ein unhandlicher Colt Buntline.

Die Serie an sich ist nicht schlecht, die Heldin jedoch hat die vorhersehbaren Schwierigkeiten, ein Gerät zu befördern und schnell genug zum Einsatz zu bringen, das einen 10 Zoll-Lauf hat und bei dem vor jedem Schuss zuerst der Hahn gespannt werden muss.

 

Vorurteil und Faustbüchsel

Gewiss, gewiss, Osama bin Ladn, Omar Mateen, Salah Abdeslam, Nidal Malik Hasan, die Gebrüder Zarnajew, Syed Farook, das sind alle Moslems. In diesem Sinn ist das Vorurteil, das in jedem Anhänger des Islam einen suizidal disponierten potentiellen Mörder sieht, nicht unberechtigt.

Allerdings kann man diese Sache auch anders sehen. Denn Omar Mateen war Amerikaner, Eric Harris, Dylan Klebold und Christopher Dorner waren Amerikaner, James Eagan Holmes ist auch einer ebenso wie Jeffrey Weise, Nidal Malik Hasan und Timothy McVeigh. So ist es denn durchaus berechtigt, jedem Amerikaner mit einer Grundvermutung zu begegnen, die ihm die Bereitschaft zu einem Amoklauf unterstellt, seinen Ausweis zu kontrollieren und ihn mit dem guten, alten 9 mm vollzupumpen, wenn er eine Golftasche trägt. Das gilt auch dann, wenn man sich gerade auf einem Golfplatz befindet.

Der zwanglose Einsatz von Schusswaffen ist diesem Volk immerhin so eigentümlich, dass sie den fröhlichen Begriff „Going Postal“ verwenden und in den Medien darstellen, welche Waffen der Amokläufer verwendet hat. Und das fördert dann umgehend den Verkauf genau jener Typen und Marken, gerade so, als hätte ein bekannter Schauspieler sie in einem Action-Film verwendet.

Die Amerikaner begründen diese Käufe dann gerne mit dem Wunsch nach der Möglichkeit, sich des eigenen Fells zu wehren, einem Wunsch, der nachvollziehbar ist, wohnen sie doch unter lauter anderen Amerikanern.

Jedoch scheint mir eine AR15 oder Sig-Sauer MCX recht sperrig und unhandlich, um sich gegen einen Einbrecher zu verteidigen. In den Nachtkasten passt ein solches Sturmgewehr nun einmal nicht und bis man sie aus einem Schrank oder unter dem Bett hervor gezogen hat, ist man vermutlich bereits mindestens einmal gestorben worden. Ein Faustbüchsel wie die Walter PPK, PK380 oder ein Armscor M200 scheint mir da handlicher. Ich allerdings bin ja nun Europäer und mangele daher ein wenig des Zugangs zu diesem Thema.

Gestatten, Harkness

„With mixed emotions“ verkündete jetzt die neu ernannte Präsidentin der Illinois Electro Door dem gemeinem Volk, dass Feronia gekündigt hat. „With mixed emotions?“ Die Texaner wie alle anderen Amerikaner singen doch sonst selbst dem nutzlosesten Gesellen eine Eloge, verlässt er das Unternehmen mit einem Karton mit seiner Habe unter dem Arm. Und gewissen Be- und Einschränkungen zum Trotz war und ist Feronia ja nicht nutzlos oder unfähig.
Ihre Nachfolge tritt einer an, der alle Operationen ausserhalb des Mutterlandes koordinieren soll, alle Filialen von Swakopmund über Hongkong und Perth bis hin zu uns. Die Amerikaner bezeichnen einen solchen General-Bevollmächtigten als Tzar. Ich übertrage diese Bezeichnung vorläufig auf ihn als seinen Namen. Die Präsidentin heisst in diesem Blog von nun an in einer Anspielung, die vorläufig nur ich verstehe,  Harrington.

Ihr Deutschen habt die Lage nicht im Griff

„Jedes Jahr, das wir nicht mehr in der EU sind, ist ein besseres Jahr für uns.“ Das sagt Lord David Owen im Gespräch mit n-tv.de. Der 77-Jährige erwartet eine Tragödie in der EU und erhebt schwere Vorwürfe gegen Deutschland. Owen war Mitglied der Labour-Partei und von 1977 bis 1979 Außenminister Großbritanniens. Später war er einer der Gründer der Sozialdemokratischen Partei.“

https://www.n-tv.de/politik/Ihr-Deutschen-habt-die-Lage-nicht-im-Griff-article17876601.html

„In dem Moment, als die EU den Euro und die Währungsunion einführte, hat sie sich fundamental geändert. Trotz des Widerstands durch die Bundesbank hatte Kanzler Helmut Kohl das Projekt vorangetrieben. Das war falsch: Europa ist nicht bereit für eine Währungsunion. Ihre Ausgestaltung ist voller Fehler. Es muss sich etwas ändern, doch ihr Deutschen seid nicht bereit dazu. Deshalb müssen wir schnell die EU verlassen. Jedes Jahr, in dem wir nicht mehr in der EU sind, ist ein besseres Jahr für uns.