Die anonymen Pizzafahrer

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Ich war auf dem Treffen anonymer Pizzafahrer. Wieso heissen diese Treffen eigentlich anonym? Schliesslich ist doch das erste, was man sagt, sein Name. Es heisst also bei jedem zuerst immer: „Mein Name ist Pineas. Ich liefere Pizza aus“ oder „Ich heisse Yilmaz und bin Pizzabote.“ Dabei wollte ich doch gar nicht wissen, dass der junge Mann mir gegenüber Yilmaz heisst und er wahrscheinlich nicht, dass ich Pineas bin.

Trotzdem nutzte ich die Gelegenheit sofort, um ihm eine Zukunft nach dem Abschluss der Fachoberschule Wirtschaft auszumalen, in der er trotz Vollbeschäftigung in einem leidlich grossen texanischen Konzern weiter neapolitanische Flachkuchen ausliefern muss. Es sah aus, als würde er sich zum ersten Mal in seinem Leben mit dem Zölibat auseinandersetzen. Dabei schien ihm dieses ihm ihm als Moslem fremde Konzept spontan sympathisch zu sein.

Er fuhr wie die meisten der anderen, um die Defizite ihrer Herkunft auszugleichen. Wer nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren ist, kann sich das Geld für Freundin, fettes Galaxy-Handy und klapprigen Kleinwagen verdienen, indem er… Kompromisse eingeht. Das Leben ist kein Streichelzoo. Wer trotzdem gestreichelt werden will, soll es im Dark Room der nächsten Stadt versuchen.

 

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