@dolf

Ich habe mir ein neues Vorurteil zugelegt. Danach haben Menschen, die Adolf heissen, keinen Internetzugang. Ich begründe das mit der Vermutung, dass sie wie die Siegfrieds und Hermanns in einem Alter sind, in dem man für solche Neuerungen nicht mehr offen ist. Immerhin ging die Bereitschaft, mit der liebende Eltern ihren Söhnen diese Vornamen vergaben, proportional zum Vorrücken der Roten Armee zwischen dem Januar 1943 und dem Mai 1945 drastisch zurück und war danach quasi verschwunden.

Allerdings bin ich offen dafür, vom einen oder anderen überrascht zu werden, der mit einem Smartphone mit einer Display-Grösse aufwarten mag, die die schwindende Sehkraft ausgleicht. Für sie und alle Schackelines, Schayennes, Mohammeds und Kevin-Nevios, die sich über alle sozialen, kulturellen und edukativen Hemmnisse erheben und zu Hausbesitzern aufsteigen, plane ich jetzt die Einrichtung von Whatsapp als Kommunikationsmittel für Reklamationen, Belege und Fotos. Es gibt – dies ist ein Gesetz des Handels – nur eine Sorte Kunden, und das ist die Sorte, die meinen Lebensunterhalt bezahlt.

Der Nassauer zeigte sich von diesem Gedanken leidlich angetan, zumal die Kosten dafür sich in engen Grenzen halten. Es bedarf nur eines Mobiltelefones, das von der letzten Entlassungswelle übrig geblieben ist, und einer Prepaid-Karte von der Tankstelle um die Ecke.

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