Nichts ist so alt wie der Karma-Kontostand von gestern

Zu meiner Erleichterung gaben meine Kolleginnen das Thema ihrer Krankheiten zu Gunsten der Karrieren ihrer Sprößlinge auf.

Laroux‘ Tochter mit dem unglaubwürdigen Namen Leila hat nach dem Abitur eine Ausbildung im Hotellerie-Gewerbe gemacht und avanciert nun munter durch die Ränge ihres gewählten Metiers. Dass ihr ein Studium mit Bachelor-Abschluss fehlt, scheint sie dabei sowenig zu behindern wie zu belasten. Saras Nichte hingegen, in deren Wohnzimmer zuhause ein Klavier steht, hat es da nicht so leicht. Als höhere Tochter schwankt sie noch zwischen den Studiengängen Kunstgeschichte und „Irgendwas mit Medien.“

Mein Hinweis, die Auslieferung des Wochenblattes habe auch „irgendwas mit Medien“ zu tun habe und bedürfe keines kostenintensiven Studiums, wurde nur eingeschränkt positiv aufgenommen. Allerdings waren Sara auch schon Zweifel an den Chancen von Auguste-Victoria gekommen, als Journalistin eine bezahlte Arbeit zu finden. Wo Zeitungen noch nicht von allgegenwärtigen Internet ersetzt wurden, legen sie ihre Redaktionen zusammen und ersetzen, wo möglich, bezahlte durch unbezahlte Arbeit, setzen Praktikanten ein und Texte von diversen Agenturen, die wenig mehr sind als Werbung ihrer Auftraggeber.

Sara empfahl der jungen Dame dann eine Laufbahn als Deutsch-Lehrerin. Arbeit sei hier genug – wo es an Kindern mangele, die unsere Sprache noch zu beherrschen lernen müssten, dort habe es doch genug Flüchtlinge und Einwanderer. Aber auch da scheint sie mir zu optimistisch.

Die Massenhysterie des Jahres 2015 ist verebbt, bei den Europäern ebenso wie den Flüchtlingen. Nur schwerfüssig schleppen sie sich heute durch den Balkan, immer wieder aufgehalten von Zäunen, Grenzen, Maschinenpistolen und Gesetzen. Auch die Berichterstattung ändert sich.

Galt es im letzten Jahr noch als dem Karma förderliche Tat mit dem eigenen Kleinwagen Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland zu bringen, stellt mir Arte über die Frühstücksflocken hinweg solche Helfer heute als nützliche Idioten manipulativer Flüchtlinge oder Fusssoldaten krakenartiger Schleppernetzwerke dar.

In Frankreich gibt es dafür dann übrigens schnell mal ein halbes Jahr Gefängnis auf Bewährung, auch einmal acht Monate mit Fussfessel, verbunden mit dem Gebot, sich aus den Departements 59 und 62 fern zu halten. Über die Auswirkungen auf das Karma des Betroffenen schweigt Arte.

http://tinyurl.com/zhw4z22

Harris marries again

http://edition.cnn.com/2016/04/24/politics/harris-wofford-marriage-pennsylvania/index.html

 Washington (CNN)Former Pennsylvania U.S. Sen. Harris Wofford announced Sunday that he is marrying a man 50 years his junior, almost 20 years after his wife died.

Wofford, a Democrat who was also a top adviser to John F. Kennedy and Martin Luther King Jr., announced his marriage to Matthew Charlton in a New York Times op-ed published Sunday.
„Too often, our society seeks to label people by pinning them on the wall — straight, gay or in between,“ Wofford wrote. „I don’t categorize myself based on the gender of those I love. I had a half-century of marriage with a wonderful woman, and now am lucky for a second time to have found happiness.“

Updated 1333 GMT (2033 HKT) April 25, 2016

Durchblick

Ich überführte mich gestern abend eines Denkfehlers. Denn wir hatten nachmittags beim Optiker eine Brille für mich bestellt. Die kostete allerdings bei gleicher Leistung 50% mehr als ihre Vorgängerin, die seit drei Jahren meine Nase ziert, sofern sie denn eine Zierde jenes von mir so geschätzten Riechorganges ist.

 

Der Denkfehler aber war, dass wir einfach etwas bestellt haben, ohne vorher das Ergebnis der Abrechnung von aufgelöstet Lebensversicherung versus Steuernachzahlung unter besonderer Berücksichtigung unseres Bedarfs an einem neuen Boiler im Bad abgewartet haben. Da haben wir uns wohl mit Menschen wie Laroux verwechselt, die gerade ein mittelgrosses Häuschen verkauft hat und mir aus ihrer Lebenssituation heraus selbst den Kauf eines Huawei P8 Lite zutraute.

 

Das Ding kostet gebraucht und in sehr gutem Zustand aus dem Fundus ihrer berüchtigt grossbrüstigen Tochter immer 190 Ecu. Und das ist sogar noch mehr als die Brille, die ich eben per Fax storniert habe.

 

Freitag ist Fischtag!

http://www.taz.de/!5293218/

Noch immer ertrinken Flüchtlinge auf dem Weg von Afrika nach Europa im Mittelmeer, allein im vorigen Jahr waren es 1.750 Menschen. Viele dieser Toten können nicht geborgen werden, und längst nicht alle Leichen werden an die Strände der spanischen und italienischen Urlaubsorte gespült.

So verbleibt ein großer Teil der Flüchtlinge im Mittelmeer, und hier kommt der Thunfisch ins Spiel. Denn der Thun ist ein Raubfisch, der vor allem andere Tiere frisst, er ernährt sich aber auch von ertrunkenen Flüchtlingen. Verbraucherschützer schlagen nun Alarm. Haben wir Flüchtlingsfleisch in deutschen Thunfischdosen?

Stracke starrt lange in sein Aquarium, ehe er antwortet. „Der VTID ist bemüht, den Anteil der flüchtlingsfressenden Thunfische möglichst klein zu halten“, sagt er. „Aber wir können den Fischen ja nicht vorschreiben, was sie fressen sollen. Ein Thunfisch muss tun, was ein Thunfisch tun muss. Und ein Thunfisch-Fischer auch. Natürlich sollen die in Gegenden fischen, die nicht so stark von Flüchtlingsrouten bedroht sind. Die Griechen etwa sind seit der Finanzkrise sehr gebeutelt, die müssen fischen, was ihnen in die Netze kommt, sonst haben wir in einem halben Jahr Tausende Wirtschaftsflüchtlinge aus Griechenland, die sich als Syrer ausgeben. Das kann nicht die Lösung sein.“

IMG-20160325-WA0001