The Man in the Maze

„Er hasste die Menschen nicht wirklich; er wollte nichts mit ihnen zu schaffen haben und zog es vor, allein zu sein.“

Der Fremde, der Perverse, der Süchtige, der Verrückte zu sein, zwingt einem einen anderen Blickwinkel auf. Saadi weiss das, der mich bittet, ihm von der Tankstelle Cola und Whisky mit zu bringen, Ambros weiss das, der mich von jemanden anrufen lässt, um mir sagen zu lassen, dass ich mich nicht um ihn sorgen soll.

Ich weiss es auch, der ich mich wie die Hauptfigur im Roman „Exil im Kosmos“ von Robert Silverberg (Original: The Man in the Maze“, 1969) in ein Labyrinth zurück gezogen habe. Das Buch ist die literarische Übertragung einer Psychotherapie in die Begriffe der Science-Fiction. Unter grossen Mühen und nicht unerheblichen Opfern arbeitet sich darin ein Abgesandter der Menschheit zu ihm durch, um ihn dazu zu überreden, das Labyrinth zu verlassen und eine Aufgabe für sie zu übernehmen.

Dieser Mangel an guten Absichten bestärkt mich in meiner Haltung zu dieser Spezies. Warum kann ihm niemand um seiner selbst helfen wollen? Oder ihn einfach in Ruhe lassen, wenn sie ihm schon nicht gutes wollen?

„Sein Kopf schmerzte. Nach neun Jahren war er nicht mehr allein auf seiner Welt. Sie hatten seine Einsamkeit befleckt. Wieder fühlte Müller sich betrogen. Er wollte nichts mehr von der Erde als seine Ruhe; und selbst die wollten sie ihm nicht lassen.“

Im Roman hat ein chirurgischer Eingriff durch eine ausserirdische Rasse ihm eine depressive Ausstrahlung gegeben, der sich die Menschen in seiner Umgebung nicht entziehen können. Sie meiden ihn, der sie so unvermeidlich wie unabsichtlich damit konfrontiert, wie sie wirklich sind:

„Sein Geist verströmte die ganze Bitterkeit des Wissenden; in ihm spiegelten sich die verpassten Gelegenheiten, die Ungerechtigkeiten, die Trostlosigkeit zerstörter Liebe, der Hunger der Armen, die Gier der Reichen, das Messer des Neides, die fressende Säure der Zeit und ihre Enttäuschungen, Bosheit und Gewalt, die Tränen der Waisen, Kälte und Gleichgültigkeit, Trauer und hilfloser Tod, die Verlassenheit des Alters, Impotenz und Zorn und Selbstverachtung und Wahnsinn.“

Es ist aber durchaus möglich, dass ich mein eigenes Labyrinth verlassen kann, wenn ich und solange ich das will. Ich kann mich vielleicht sogar um andere Menschen sorgen. Ambros jedenfalls scheint diesen Eindruck zu haben.

Er war zwei Wochen so ziemlich von der Bildfläche verschwunden, bis mich eine fremde Frau anrief, um mir eben nicht zu versichern, dass es ihm gut ginge, aber doch, dass ich wegen ihm nicht besorgt sein müsse. Ihr Mangel an kommunikativen Fähigkeiten lässt mich in ihr eine Krankenschwester vermuten.

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