Ketchup floss in Strömen wie sonst nur Blut

Darf ich an dieser Stelle eine neue Verschwörungstheorie anregen, wonach es eine Beziehung ungeklärter, aber diffus bedrohlicher Art zwischen Kallstadt in der Nähe von Bad Dürkheim (1.239 Einwohner am 31.12.2014) und Washington, D.C., gibt? Immerhin ist es die Heimat der Familie Heinz, die statt Blut Ströme von Ketchup vergoss und deren Geld den Wahlkampf John Kerrys finanzierte, der am Ende als Trostpreis das Aussenministerium unter Obama bekam, und zugleich die der Familie Trump, zu der The Donald gehört, der jetzt gerade als US-Präsident kandidiert.

Der agiert mit ungeheurem Erfolg etwa so wie der Held im Roman „Er ist wieder da“, instrumentalisiert die Medien und die Angst vieler davor, im Rahmen der Globalisierung sozial abzusteigen. Zu diesem Thema formulierte das reale Vorbild des Romanhelden selbst 1924: „so that people who are only on the first rung of the social ladder find it unbearable to be forced to have any contact with the cultural level and standard of living out of which they have passed.“

Nun tun das andere auch, Boris Johnson zum Beispiel, der Bürgermeister von London ist und Premierminister von Gross-Britannien oder doch wenigstens von England werden will, und ihre Aussagen sind bis zu einem bestimmten Punkt nachvollziehbar. An der Umsetzbarkeit ihrer Ideen habe ich einige Zweifel; das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen wie das eines Fahrrades auf der Werkbank.

Aber da ist immer eine diffuse Ausländer-Feindlichkeit. Auf den cis-atlantischen Inseln sind es Westinder, Pakistanis und Polen, die den Autochthonen Angst machen, jenseits des Okeanos Mexikaner, Kubaner und Dominikaner. Araber aller Arten sind eh überall verdächtig und unbeliebt, und nicht einmal, weil sie mit den Einheimischen um Arbeitsplätze und Sozialleistungen konkurrieren oder als an Anziehungskraft auf die Damen und physischer Ausstattung als überlegen gelten.

The Donald beschränkt diesen Widerwillen dann auf die illegalen Ausländer. Von denen gibt es in den USA zwar mit ca. elf Millionen genug, aber die Idee, dass allein eine Green Card den Unterschied machen soll, ist entweder vom gesellschaftlichen Einfluss einer allzu grossen Zahl von Rechtsanwälten geprägt oder klingt alternativ unbestimmt nach einem Freund des vorgenannten Romanhelden: „Wer Ausländer ist, bestimme ich.“

Dann lässt sich das Problem mit den Illegalen aber eben auch so lösen, wie es Belgien im Jahr 2000 machte, nämlich durch grosszügiges Erteilen von Aufenthaltsgenehmigungen.

Kritischer sehe ich den protektionistischen Ansatz. Denn wer Amerika durch höhere Zölle vor Importen aus Asien schützen will, bringt leicht die Weltwirtschaft aus ihrer fragwürdigen Balance. Kaufen aber die Amerikaner weniger chinesische Waren, kaufen die Chinesen weniger Waren in Europa.

Und da könnte ich leicht mal den Griff an jener vorerwähnten untersten Sprosse der gesellschaftlichen Leiter verlieren.

http://www.rollingstone.com/politics/news/revenge-of-the-simple-how-george-w-bush-gave-rise-to-trump-20160301?page=3
http://www.dw.com/de/kommentar-trump-ein-gespenst-geht-um/a-19086885
http://www.dailymail.co.uk/debate/article-3474068/LITTLEJOHN-Forget-Trump-s-deserve-Hillary.html
https://myspace.com/article/2016/2/25/5-reasons-donald-trump-is-secretly-a-supervillain

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