Aufgeben ist nicht… leider

Ich handelte mit der Bank eine Vereinbarung aus, wonach sie mir für einen Monat vorstrecken, was ich brauche, um die Steuern zu bezahlen, und dann von der Lebensversicherung bekomme.

Leider setzte der Mitarbeiter als Bedingung, dass ich ihm jene Mitteilung über den Rückkaufswert zukommen liesse, die ich unabsichtlich in jener Woche ins Altpapier gegeben hatte, als das auch abgeholt wurde. Das sagt mir etwas über die Ordnung aus, die mein Leben ganz offensichtlich dringend bedarf.

Und es sagt etwas darüber aus, was ich jetzt tun muss. Um jemanden zu zitieren, der mir ungemein sympathisch ist: „Wir können es auf die harte Tour machen oder… Warte, es gibt nur die harte Tour.“ Aufgeben ist also nicht… leider.

Ich fordere jetzt erst einmal das Schreiben mit dem Rückkaufwert an und schicke dem Banker einen Screenshot eines e-mail-Dialoges zwischen Paula und mir, in dem sie sich hingebungsvoll über die Höhe des Wertes beschwert.

The Man in the Maze

„Er hasste die Menschen nicht wirklich; er wollte nichts mit ihnen zu schaffen haben und zog es vor, allein zu sein.“

Der Fremde, der Perverse, der Süchtige, der Verrückte zu sein, zwingt einem einen anderen Blickwinkel auf. Saadi weiss das, der mich bittet, ihm von der Tankstelle Cola und Whisky mit zu bringen, Ambros weiss das, der mich von jemanden anrufen lässt, um mir sagen zu lassen, dass ich mich nicht um ihn sorgen soll.

Ich weiss es auch, der ich mich wie die Hauptfigur im Roman „Exil im Kosmos“ von Robert Silverberg (Original: The Man in the Maze“, 1969) in ein Labyrinth zurück gezogen habe. Das Buch ist die literarische Übertragung einer Psychotherapie in die Begriffe der Science-Fiction. Unter grossen Mühen und nicht unerheblichen Opfern arbeitet sich darin ein Abgesandter der Menschheit zu ihm durch, um ihn dazu zu überreden, das Labyrinth zu verlassen und eine Aufgabe für sie zu übernehmen.

Dieser Mangel an guten Absichten bestärkt mich in meiner Haltung zu dieser Spezies. Warum kann ihm niemand um seiner selbst helfen wollen? Oder ihn einfach in Ruhe lassen, wenn sie ihm schon nicht gutes wollen?

„Sein Kopf schmerzte. Nach neun Jahren war er nicht mehr allein auf seiner Welt. Sie hatten seine Einsamkeit befleckt. Wieder fühlte Müller sich betrogen. Er wollte nichts mehr von der Erde als seine Ruhe; und selbst die wollten sie ihm nicht lassen.“

Im Roman hat ein chirurgischer Eingriff durch eine ausserirdische Rasse ihm eine depressive Ausstrahlung gegeben, der sich die Menschen in seiner Umgebung nicht entziehen können. Sie meiden ihn, der sie so unvermeidlich wie unabsichtlich damit konfrontiert, wie sie wirklich sind:

„Sein Geist verströmte die ganze Bitterkeit des Wissenden; in ihm spiegelten sich die verpassten Gelegenheiten, die Ungerechtigkeiten, die Trostlosigkeit zerstörter Liebe, der Hunger der Armen, die Gier der Reichen, das Messer des Neides, die fressende Säure der Zeit und ihre Enttäuschungen, Bosheit und Gewalt, die Tränen der Waisen, Kälte und Gleichgültigkeit, Trauer und hilfloser Tod, die Verlassenheit des Alters, Impotenz und Zorn und Selbstverachtung und Wahnsinn.“

Es ist aber durchaus möglich, dass ich mein eigenes Labyrinth verlassen kann, wenn ich und solange ich das will. Ich kann mich vielleicht sogar um andere Menschen sorgen. Ambros jedenfalls scheint diesen Eindruck zu haben.

Er war zwei Wochen so ziemlich von der Bildfläche verschwunden, bis mich eine fremde Frau anrief, um mir eben nicht zu versichern, dass es ihm gut ginge, aber doch, dass ich wegen ihm nicht besorgt sein müsse. Ihr Mangel an kommunikativen Fähigkeiten lässt mich in ihr eine Krankenschwester vermuten.

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Master of Light and Shadow

„I am Usidore, Wizard of the 12th Realm of Ephysiyies, Master of Light and Shadow, Manipulator of Magical Delights, Devourer of Chaos, Champion of the Great Halls of Terr’akkas. The elves know me as Fi’ang Yalok. The dwarves know me as Zoenen Hoogstandjes. I am also known in the Northeast as Gaismunēnas Meistar.“

„And how are you known in the Southwest?“

„As Usidore.“

132. Hello from the Magic ONE SHOT Part 1

 

Please excuse my good intensions

Da ich unsere Steuererklärung für 2015 erst zum 07.03. statt zum 01.03. eingereicht hatte, wurde unsere Steuerschuld auch für dieses Jahr geschätzt. Um das zu tun und die beantragte Stundung abzulehnen, benötigte das Finanzamt gerade einmal 14 Tage. Die Bearbeitung der Steuererklärung selbst dauert länger, länger auch als die Frist, die uns jetzt gesetzt ist, 5.000 Ecu zu bezahlen. Weitere 2.500 werden dann einen Monat darauf fällig.

Ich hörte in diesem Zusammenhang einige recht negative Bemerkungen von Paula. Sie waren nicht unverdient. Alles, was ich in guter Absicht getan hatte, hatte die Situation verschlimmert, alles, was ich getan hatte, war letzten Endes falsch gewesen. Was mir geschieht, ist also die gerechte Strafe für meine guten Absichten. Für die aber gilt im Übrigen eh, dass ihr Besitz per se schon strafbar. Sie auch noch umgesetzt zu haben, schliesst mildernde Umstände aus.

Kann ich mein Fehlverhalten wenigstens mir gegenüber damit entschuldigen, dass ich so Zeit hatte, meinen Sparstrumpf zu füllen?

In diesem Zusammenhang schlage ich übrigens vor, dass die EZB nicht mehr den Banken Geld gibt, damit sie es verleihen. Statt dessen empfehle ich, jedem 338,34 Millionen Bürger des Euro-Raumes eine Million zur rückgabefreien Verwendung zu überweisen. Das belebt die Wirtschaft, kurbelt endlich wieder die Inflation an und bringt die Banken wieder ins Geschäft.