Wie ich lernte, die Menschheit zu hassen

Verbringe ich Zeit mit Paula und ihrer neuen Busenfreundin, beschränke ich mich auf sachliche Themen, bevorzugt auf jene, bei denen ich mich leidlich auskenne und sicher bin, Paula nicht direkt widersprechen zu müssen. Ich lege mit zunehmendem Alter immer weniger Wert darauf, anderen meine Gefühle darzustellen oder ihnen über dieses Blog hinaus Einblick in meine eigene Welt zu geben.

Denn ich habe gelernt, dass die meisten Menschen an der Verwendung von Halb-und Nebensätzen, literarischen und popkulturellen Anspielungen und den mir so eigenen Gedankensprüngen scheitern und sie letzten Endes auch nicht daran interessiert sind. Mich ihnen zu öffnen, wäre ihnen nur unangenehm. Gleichzeitig habe ich aus langer Erfahrung gelernt, dass jede Information in dieser Richtung von Paula gegen mich vewendet werden wird.

So erlerne ich denn das Schweigen, das mir lebenslang so schwer gefallen ist. Ich verweigere mich nun also denen, die mich zu kompliziert fanden, denen, die mich verletzten, weil ich unvermeidlicherweise ich selbst bin. Dabei gebe ich noch zu, dass meine Welt ihnen merkwürdig sein muss. Immerhin besteht sie im gleichen Mass aus Büchern, Filmen, obskuren, meist amerikanischen Serien und einem vom Hang zum Abstrusen geprägten Humor.

Ich hasse mich, weil ich nicht anders sein kann, und Euch, weil Ihr mich nicht trotzdem lieben könnt.

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