Wer mit dem Teufel speist, sollte sich hinterher die Finger waschen

http://www.dw.com/de/journalisten-und-der-is-die-angst-reist-mit/a-18946358

Recht typisch für unsere eingeschränkte und zutiefst voreingenommene Wahrnehmung ist die Vorstellung, dass die Herren Erdogan, Davitoglu et alies, die dieser Tage in der Türkei regieren, unseren Kampf gegen das Kalifat unterstützen. Tatsächlich unterstützen sie in Wirklichkeit die IS, indem sie diesen Gesellen sichere Rückzugsorte, medizinische Versorgung und Nachschubrouten zur Verfügung stellen und die Kurden bekämpfen, die wahren Feinde des Kalifates.
Denn die APK in der Türkei und der Islamische Staat sind nur zwei Richtungen innerhalb der Sunnitischen Revolution, die eine relativ gemässigt, einen leidlich funktionierenden Staat langsam umbauend, die andere kämpferisch-revolutionär einen Staat schaffend, beide mit einer recht ähnlichen Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll. Sollen uns die einen Feind sein, müssen es die anderen auch sein.
Oder sind uns die einen nur deshalb Feinde, weil sie Barbaren sind, nicht weil sie eine faschistische Theokratie errichten wollen und in uns ihre natürlichen Feinde sehen? Begegnet uns der gleiche Mangel an demokratisch-säkularer Grundhaltung in Anzug und Krawatte, legitimiert durch Wahlen und Gesetze schütteln wir ihm die Hand. Wer so etwas tut, der speist am Ende in der Gesellschaft Donald Trumps oder eines ähnlich unerquicklichen Charakters.

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2 Kommentare zu „Wer mit dem Teufel speist, sollte sich hinterher die Finger waschen

  1. Äpfel mit Birnen zu vergleichen fällt leicht, wenn man nur davon ausgeht, dass beide heimische Früchte sind und an Bäume wachsen. Die Türkei mit dem IS zu vergleichen ist ähnlich einfach. Ich gebe mal zu bedenken, dass neben Mohamed noch der sekundäre Atatürk verehrt wird, dessen Macht leider schwindet, aber immer noch da ist. Wie viel Atatürk in der Türkei steckt, wird sich bald hoffentlich zeigen.

  2. Die Türkei ist mehr als die APK und Erdogan, da gebe ich Dir Recht. Aber ich habe meine Zweifel an der Wirkung, die Atatürk heute noch hat. Da hat sich nach 100 Jahren doch einiges abgeschliffen.

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