Leichtes Gepäck

Irgendwo zwischen einem OneDrive und dem anderen gingen meine Bilder aus Paris flöten. Nichts ist mir damit von dieser Reise 2009 geblieben als die Erinnerungen an Notre Dame, den Arc de Triomphe, die Champs Elysees, den Blick von der Ile de la Cité flussabwärts, vier Fotos auf meinem Mobiltelefon und ein entwertetes Metro-Ticket. Die Erinnerungen sind allerdings sowieso mehr wert als die Fotos.

Arc de Triomphe Noir
Wir Bürger des 21. Jahrhunderts reisen mit leichtem Gepäck. Unsere Online-Speicher, USB-Sticks und Speicherkarten ersetzen die Schrankwände, Bibliotheken und Plattensammlungen unserer Vorgänger. Sterben wir, werden unsere Daten gelöscht und wir unter einem Rasentrittstein ohne Namen beigesetzt. Was wir an Möbeln und Kleidung hinterlassen, stammt vom Discounter und taugt nicht zum Vererben.
Vielleicht sollten wir religiös werden, um die psychologischen Folgen dieser materiellen Lücke auszugleichen, vielleicht glich das Materielle nur die psychologischen Folgen einer religösen Lücke aus, einer Glaubens-Askese nach zwei Weltkriegen. Zum Verbrennen von Ketzern bin ich allerdings nicht bereit, höchstens dazu, mal einen Ungläubigen auszuplündern, sobald denn diskutiert sei, wer ein solcher sei.
Und wie immer liefert Silbermond den Soundtrack:

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