Mein Handy ist nicht ÖPNV-kompatibel

Ein vorübergehender Winter-Einbruch nötigte mich, mein Fortbewegungsmittel hinter dem Ristorante Volcano in Hagen stehen zu lassen. Selbst mit Winterreifen fährt ein Roller im Schnee im besten Fall nur sehr kurze Strecken, bevor er umkippt und sich ein Mitbürger mittleren Alters (c’est moi) wahrscheinlich verletzt. Um ihn abzuholen, bediente ich mich des Linienbusses als Fortbewegungsmittel.

Ich war nicht überrascht, dass die Abfahrtzeiten meinen Bedürfnissen diametral entgegen gesetzt geplant waren. Das entsprach meiner Erwartungshaltung. Überrascht aber war ich, dass jeder Fahrgast ein mächtiges Smartphone und über jene tiefer als kulturelle und ethnische Grenzen gehende Kluft zwischen IOS und Android hinweg ein weisses Ohrhörer-Kabel hatte. Umgehend versorgte ich, um nicht aufzufallen, mein mickriges Nokia in meiner Jackentasche, sodass man nur mein eigenes ebenfalls weisses Kabel sah.

Ein Monitor belehrte mich, dass ich mich per QR-Code über die reale Ankunftszeit des Busses hätte informieren können. Mein QR-Code-Leser erfordert die Übertragung des von ihm dargestellten Links auf einen Zettel und die folgende manuelle Eingabe in den Opera-Browser, ein Vorgang, der ein gewisses Mass an Licht oder Beleuchtung voraussetzt, das aber gerade an dieser Bushaltestelle abwesend war.

Auf die gleiche Weise erfuhr ich auch, dass dieser Bus kostenlosen wlan-Zugang böte. Mein treues Mobiltelefon scheiterte bei der Verbindung allerdings an irgendeiner Sicherheitsstufe, exotischer in dieser schönen, neuen Welt als jeder Zoroastrier, jeder Ovambo.

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