Die Krise von heute ist der Alltag von morgen

Eine Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen sagte dem britischen „Independent“, dass es sich wie ein „Einsatz in einem Kriegsgebiet“ anfühle, wenn sie an der italienischen Küste neuankommende Flüchtlinge behandele.
Und sie verrät auch, wieso:
„Wir beobachten hier Verletzungen, die seit Wochen nicht behandelt worden sind“, zitiert die Ärztin das Blatt. Sie zählt unter anderem „Brüche durch Schläge“ und „Schusswunden“ auf, die sie bei vielen Flüchtlingen behandelt. „Wir finden immer wieder Kugeln in Muskeln und unter der Haut.“
Manche Verletzungen seien jedoch nicht so offensichtlich. Die Medizinerin berichtet, dass „fast alle Frauen aus Afrika oder dem Nahen Osten“ auf dem Weg nach Europa vergewaltigt werden. Häufig würden die Frauen schwanger in Europa ankommen. „Sie sagen nur wenig über das, was ihnen widerfahren ist. Aber manchmal sehen wir Narben und Wunden von den Vergewaltigungen“, sagt die Ärztin. Sie sei sogar 13-Jährigen begegnet, die missbraucht worden waren.
Der Horror beginnt für viele zudem bereits, bevor sie auf eines der vielen Boote steigen. Etwa, wenn sie wochenlang auf überfüllten Geländewagen durch die Sahara gefahren werden, um an die Küste Nordafrikas zu gelangen.

http://www.huffingtonpost.de/2015/08/17/sie-gaben-uns-wasser-mit-benzin—diesen-horror-mussen-fluchtlinge-durchleben-bevor-sie-europa-erreichen_n_7996920.html?utm_hp_ref=germany

Ich sage an dieser Stelle voraus, dass wir solche Berichte in einem Jahr kaum noch lesen werden. Wo 750.000 Flüchtlinge ankommen, werden die Einzelschicksale in der Menge verschwinden, werden praktische Fragen in den Vordergrund rücken. Wie füttern wir sie ab, wo bringen wir sie unter, wie halten wir sie davon ab zu kommen.

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