Lasst uns aus dem Euro austreten, bevor Italien es tut

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Mittlerweile dämmert es auch den glühendsten Befürwortern des Euro, dass die Idee mit der Währungsunion zu einem Bumerang für die europäische Idee geworden ist. Statt Europa zu einen, führt das straffe Eurokorsett zum Gegenteil. Die Bilanz des Projektes „Euro“ ist für alle beteiligten Länder verheerend.

Haftungsgemeinschaft und Autonomie – d.h. weiter so mit dem Geld anderer Leute

Tatsächlich versuchen Politiker in Brüssel eine andere Option zu realisieren: Haftungsgemeinschaft bei Belassung der Autonomie. Dies ist sogar die bevorzugte Version der Politiker der Peripheriestaaten und Frankreichs, erlaubt es doch die Fortsetzung der bisherigen Politik mit dem Geld anderer Leute.

Genau dies steht auch hinter der Forderung nach einem Euro-Parlament, in dem die Empfängerstaaten über eine solide Mehrheit verfügen. Wer wissen will, wie dieses Europa aussieht, kann es den Lösungsvorschlägen der linken Vordenker Yannis Varoufakis und Thomas Piketty entnehmen. Eine gigantische Umverteilungsmaschine ohne echte Einflussmöglichkeit der Geldgeber ist das Ziel.

Die anderen Staaten werden ihre Autonomie nicht aufgeben. Deutschland dürfte dann konsequenter Weise einer Transferunion nicht zustimmen, doch angesichts der völlig gescheiterten Europolitik der Regierung kann man das leider nicht ausschließen.

Beppe Grillo, Gründer und Sprecher der Cinque Stelle Bewegung, fordert schon lange einen Austritt Italiens aus dem Euro. Angetrieben durch die Entwicklung in Griechenland hat er einen Plan zur Rückkehr zur Lira vorgelegt. Das Ziel: die Initiative ergreifen und in einem aktiven Kampf einen Euroaustritt zu den Konditionen Italiens zu erreichen, gegen die Interessen der anderen Eurostaaten, vor allem Deutschlands.

In der Tat hat die Bank of America schon vor Jahren vorgerechnet, dass sich ein Austritt aus dem Euro für kein Land so sehr lohnen würde wie für Italien. Noch verfügt das Land über eine solide industrielle Basis im Norden. Durch eine Abwertung der eigenen Währung könnte es sofort auf den Weltmärkten wieder Fuß fassen.
Da der Staat einen Primärüberschuss vor Zinszahlungen im Haushalt aufweist, ist er nicht von ausländischen Geldgebern abhängig. Die italienischen Privathaushalte haben geringe Schulden und ein höheres Pro-Kopf Vermögen als die Deutschen. Italien könnte also sehr gut und schnell auf eigenen Beinen stehen.

Fragt sich natürlich, ob Italien einen Euro-Austritt als Staat überleben kann.

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