Die Freiheit ist ein Stück aufgeplatzer Asphalt

Wochenweise treffen im Aufnahmelager in Prümburg neue Flüchtlinge ein. Erst wurden sie in der alten Jugendherberge untergebracht. Dann wurden sie in die alte Jugendherberge gestopft.

Am Samstag hat das THW dann Zelte zwischen der Ausfallstrasse und der alten Jugendherberge aufgestellt, um den für das Wochenende erwarteten Ansturm unterzubringen. Ich sah ihnen dabei zu, während ich auf dem Weg nach Hagen mit Pizza und Pasta die Nacht durchfuhr.

Jeden Sonntag sehe ich dann den Flüchtlingen zu, wenn sie am Tag nach ihrer Ankunft, frisch eingekleidet, in kleinen Gruppen unter den Bäumen sitzen, weil sie sich nur dort nicht eingepfercht fühlen. Ich sehe ihnen auch zu, wenn sie auf dem Fussgängerweg unter den alten Platanen und vor dem Norma-Discountmarkt Fotos voneinander machen, die sie per Whatsapp, Facebook und e-mail in die Heimat schicken.

Für zehntausende Menschen im Nahen und Mittleren Osten, in Asien und Afrika sehen Freiheit und Sicherheit also wohl aus wie dieser aufgeplatzte Weg mit einem Baum und einem Stück der abbröckelnden Fassade der ehemaligen Jugendherberge und Wohlstand wie ein Norma-Discountmarkt.

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