Ich habe immer etwas zu essen bei mir

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Einiges spricht für die Dunkelheit. Da sieht man nicht, wenn ich mit offenem Kofferraumdeckel losfahre, der Wagen rollt, weil ich die Handbremse nicht gezogen habe, oder ich den Salat wieder in seinen Plastik-Behälter stopfe, weil der sich geöffnet und seinen Inhalt auf der Ladefläche meines Toyota Starlet verteilt hat.

Das ist ein Anblick, der weder dem Kunden noch Herrn Patel gefiele. Die Dunkelheit kaschiert auch die Farbe meines Vehikels, die ich als “kinderkotzegrün” beschönige. Die Wahrheit ist bei weitem… weniger tageslichttauglich. Wir haben da einiges gemeinsam.

Ein gelber, amerikanischer Schulbus schob sich an mir vorbei, ich passierte eine Gesellschaft von gut zwei Dutzend Menschen, die Herren im Anzug, die Damen im Kleid, die auf dem Parkplatz einer geschlossenen Tankstelle feierten. Dabei dachte ich aus irgendeinem Grund an Samantha Puckett. Irgendwie erinnert sie mich an jemanden.

Sie ist laut, trägt immer einen Mundvorrat bei sich, ist sprachbegabt, gewalttätig, aggressiv, unordentlich und eine geschickte Verkäuferin und sagt einmal, sie hasse alle Menschen, um dann in einem Moment der Schwäche eine Ausnahme für Caterina Valentine zu machen. Ich bin älter, ich mache keine Ausnahmen mehr.

Mir ist nicht klar, wie man die Serie über die Perücken-Episode hinaus hätte fortsetzen können. Denn in der gibt Sam etwas zu, dass ihre Figur seit der ersten Episode begleitet, ein Bedürfnis, das selbst eine scharfe Freundin nicht stillen kann, die aussieht wie ein Ariana Grande, das Bedürfnis nach einer Mutter nämlich. Dafür verrät sie sogar Cat, die sie in gewisser Weise ja auch vorher schon verraten hat, indem sie ihren Teil der Miete nicht bezahlt hat.

Damit ist sie weit von der ersten Episode entfernt, in der sie Cat den gesamten Erlös des Babysitter-Jobs lässt und weit von der Geldautomaten-Episode entfernt, in der sie alles tut, um mit ihr zusammen verhaftet zu werden. Sie liebt sie aber offensichtlich noch immer, denn sonst würde sie Nona nicht bitten, ihrer Enkelin von dem Miet-Problem nichts zu sagen.

Trotzdem ist Sam in gewisser Weise an diesem Punkt nicht nur finanziell, sondern auch moralisch bankrott. Diese Situation kann nur ein Deux-Ex-Machina-mässig auftauchender Vater auflösen oder der wagemutige Schritt in eine Existenz als verantwortungsbewusster Erwachsener, eine Konsequenz, die so furchtbar ist, dass ich mir ihr immer noch entzog.

Bis zu diesem Punkt war das “Schneiderverse” ein fiktiver Ort gewesen, in dem Handlungen nur wenig Konsequenzen hatten. Immerhin waren Sam und Cat bis dahin schon mit Diebstahl, Unterschlagung, Betrug, Produktfälschung (Blue Dog Soda), Urkundenfälschung (Samantito Pucketito), Sachbeschädigung (der Roboter Tandy), Verstössen gegen das Lebensmittelgesetz (und den guten Geschmack – Sloppy Waffles!), Körperverletzung, Fahren ohne Führerschein (Cat in der Tuna-Episode), Entführung und Beihilfe zur Entführung durchgekommen.

Die vielleicht charmanteste Auflösung der Situation wäre Sam gewesen, die nach Pho-è-nix fährt, um sich da ihrem ausstehenden Haftbefehl zu stellen und sich zu Cat sperren zu lassen. Mlle. Imandeus, die Autorin von “Sam & Cat – Call Me Momma”, hätte aus dieser Situation einige Inspiration für ihre Fan-Fiction schöpfen können.

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