Völkermord!

http://www.spiegel.de/politik/ausland/voelkermord-debatte-tuerkei-beruft-botschafter-aus-oesterreich-zurueck-a-1030094.html

Armenische Flüchtlinge in Syrien

Der Duden definiert rechtzeitig als “zur rechten Zeit, nicht zu spät”. Den Völkermord an den Armeniern jetzt Völkermord zu nennen, ist nach 100 Jahren definitiv “zu spät”.

Dazu einen Zeitpunkt zu wählen, an dem sich die Türken nicht nur beleidigt fühlen, sondern auch Puffer zwischen dem Kalifat und der Europäischen Gemeinschaft sind, ist ein gutes Beispiel für etwas, das eben nicht rechtzeitig, also “zur rechten Zeit” geschieht.

Zusammen genommen haben wir hier ein gutes Beispiel für eine Kombination aus guten Absichten und schlechten Einsichten, die europäische und amerikanische Politiker oft auszeichnet.

In einem ähnlichen Ansatz haben sie den Aufstand gegen Ghadafi in Libyen unterstützt. Auf älteren Landkarten findet sich dieser Staat an der Nordküste Afrikas, in der Realität aber existiert er nicht mehr. Das öffnete hunderttausenden von Flüchtlingen den Seeweg nach Europa oder zwang sie sogar auf ihn.

Auf der Suche nach einer einsamen Insel

Meine Irrfahrten im Dienste der Familie Patel beförderten mich zu einem ockerfarben gestrichenen Haus an einer der beiden Einfallstrassen Hagens, jede davon zweispurig, asphaltiert und sparsam elektrisch beleuchtet.

Es entpuppte sich als ein ehemaliges Hotel, übergross angesichts der Hagener Verhältnisse und wohl deshalb in ein Appartementhaus umgewandelt. Die Wohnung, in die ich lieferte, war dann auch von einer so bescheidenen Grösse, das ich den Kunden gleich nach Wohnfläche und Preis fragte. Zwei Zimmer mit Kochnische und „Nasszelle“ in Wandschrankgrösse sind zusammen 40 qm und kosten in jenem Städtchen 310 Ecu „warm“.

Das Haus verlassend fotografierte ich das Schild des Vermieters, das Telefonnummer und Bedarf an zusätzlichen Mietern verkündete. Schliesslich könnte es ja sein, dass Paula eine Grenze zuviel überschreitet (oder ich den Begriff „Trennungsunterhalt“ vergesse).

https://onedrive.live.com/redir?resid=afc5db7eed557ff3!4626&authkey=!AO2M9VGL7JiGKGw&ithint=video%2cmp4

Mit den besten Empfehlungen an Fräulein Elisabeth Bennet, aus deren Video-Tagebüchern (Kapitel 54) ich diese Szene entnommen habe.

10 Things To Do In Europe Before You Die

http://www.huffingtonpost.com/conde-nast-traveler/10-things-to-do-in-europe_b_7035472.html

Da gibt es nun wirklich keine Überschneidung mit meiner eigenen Liste von zehn Dingen, die ich in Europa tun will, bevor ich meinen Tee-Löffel aus der Hand lege:

– Auf dem Achterdeck der Galleone ‚Golden Hinde‘ stehen (1, Pickfords Wharf, Clink Street, London SE1 9DG)

– Das Schokoladenmuseum in Köln besuchen (Am Schokoladenmuseum 1A, 50678 Köln)

– Ein Formel-Rennen in Monza sehen (Via Vedano, 5, 20900 Monza) (Formel 1, Formel 3, Renault NEC, Renault World Series, GP3 …)

– Die höchst pyramidale Stadtbibliothek von Ulm besuchen (Vestgasse 1, 89073 Ulm)

– Brügge sehen (und nicht sterben – wenn es sich vermeiden lässt)

– Mit der Straßenbahn durch Lissabon fahren (und soviel Geld haben, dass ich das Ticket bezahlen kann)

– Die etruskische Nekropole von Populonia besichtigen (Piombino, Baratti, Populonia)

– Am Strand von Ithaka stehen. Wie lange auch immer Odysseus brauchte, um die Insel zu erreichen, ich werde länger brauchen

– Mit einem Motorroller an der Amalfiküste entlang fahren, den Wind im spärlichen Haar, wahrscheinlich auf einer Keeway oder Luxxon statt einer Vespa

– Meiner Mutter Heimatort im fernen Westen Polens besuchen

Die Geheime Religion des Thomas Mann

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article111665530/Die-geheime-Religion-des-Thomas-Mann.html

“Auf diesen Überzeugungen gründe sich sein Glaube an ein liberales und kosmopolitisches Amerika, das man, wie es schon die Puritaner gesehen hätten, als eine Art von “Gelobtem Land” betrachten könne. Daher seien die USA nicht irgendeine Nation, sondern stünden für einen postnationalen Kosmopolitismus mit einer weltpolitischen Aufgabe. Dieser Optimismus lag schon 1940 seiner Arbeit als spiritus rector an dem Projekt “The City of Man” zugrunde, als er gemeinsam mit einer Reihe prominenter amerikanischer Intellektueller und europäischer Exilanten Pläne für eine Weltdemokratie nach dem Krieg schmiedete. Einer seiner Mitarbeiter dabei war übrigens der Unitarier Louis Mumford.

Detering bestimmt die Stellung Thomas Manns im Spektrum des unitarischen Denkens in den USA und kommt zu dem Schluss, dass die First Unitarian Church of Los Angeles eine neue “humanistische Religiosität” anstrebte, während Mann einen neuen “christlichen Humanismus” vertrat. Der Autor betonte die Christlichkeit seines Humanismus und stand damit der älteren Richtung des Unitarismus näher als der neueren.”

Grosse Kraft, keine Verantwortung

Mein Avatar ist, was ich in einem Spiegel sehe, der nicht an der Wand hängt. Ist man gezwungen, die Reise zu sich selbst zu unternehmen, sieht man irgendwann das innere Monster, das jeder in sich trägt. Das kann ein Vampir sein, ein Orc, ein Werwolf, die Auswahl an Spezies ist gross. Wie geht man mit diesem Monster um? Am Ende sollte man es doch irgendwie mögen können, schliesslich ist es ein Teil der eigenen Persönlichkeit.

Bei näherer Betrachtung erkannte ich in meinem Monster einen jener sympathischen Dimensionsreisenden von Perf, die ich aus den Büchern von Robert Asprin kannte. Also ist es eigentlich kein Monster im klassischen Sinn, nur jemand, der auf der Durchreise zu einem anderen Ort ist, ein Fremder, der anderen fremd erscheinen muss. „People are strange when you are a stranger.“ (The Doors: https://soundcloud.com/beeq/the-doors-people-are-strange)

Aber die Perfekten sind bei aller Sympathie eben auch Leute, mit denen man sich nicht anlegen sollte. Sie sind durchaus in der Lage, Gewalt anzuwenden und stehen im Ruf, unterlegene Gegner zu verspeisen und sexuelle Gepflogenheiten zu haben, die den meisten Nicht-Perfekten obszön erscheinen. Und sie sind schwer zu töten. Feuer ist eine Lösung. Am Hals aufhängen, bis sie tot sind, ist fruchtlos, weil sie daran einfach nicht sterben. Ihnen einen Wagen der unteren Mittelklasse über den Schädel zu ziehen, ist Kraftverschwendung.

Ich bin durch Robert Asprin verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass die Bewohner von Perf Perfekte heissen. Man nennt sie nicht Perverse… Klauen, messerscharfe Zähne, grosse Kraft, keine Verantwortung.

PhilFog1

(Zeichnung von Phil Foglio)

No. 49, crying in my ear

Ich befragte einmal mehr das I Ging, und es lieferte mir das Äquivalent einer Flugbegleiterin, die mir ausser der Position der Schwimmweste unter dem Sitz auch eine Liste der tropischen Inseln mit Badestrand und preiswertem Hotel angab, die dem voraussichtlichen Absturz-Ort am nächsten sein werden. Wies mit den neuen Chinesen steht, weiss ich nicht, die alten aber stehen dem Wandel mit einer dem Europäer doch fremden, positiven Haltung gegenüber:

http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/spiritualitaet-und-weisheitslehren/brigitte-hamann/die-64-hexagramme-des-i-ging-hexagramm-49-go-die-umwaelzung.html

Ich selbst wäre am Freitag dazu bereit gewesen, hätte ich denn die aktuelle Rufnummer der Kollegin Wilhelmina Peppermunt gehabt, die den Besitz einer freien Einliegerwohnung behauptet hatte. Nach einem stundenlangen Gespräch mit Paula und ohne verbale Beiträge von mir stand ich diesem Angebot extrem offen gegenüber. Ersatzweise widmete ich mich meiner Zweit-Tätigkeit als Food Distribution Assistant.

Allerdings kam mir der Gedanke, dass ihre Laune sich drastisch verschlechtert hatte, seit ich eine Gehaltserhöhung bekommen hatte. Dass der Arzt ihres Vertrauens von einer möglichen Krebserkrankung gesprochen hatte, war da vielleicht auch nicht zuträglich gewesen, so wenig wie der Eingang ihres Arbeitslosengeldes, der statt am 31. März am 8. April stattfand.