Heute bin ich alt

Müde scrolle ich durch mein Tumblr, eine Mischung aus Berichten über Kunst, Literatur, die Einsätze der IDF und Buffy. Sie ist durchsetzt mit Bildern nackter Frauen. Ich foltere mich mit ihnen. Denn einer diffusen Anziehung steht immer das Wissen gegenüber, dass ich mit ihnen nichts anfangen kann.

Die Frauen, denen ich in der Realität begegne, sind leichter zu tolerieren. Sie begegnen mir meist in meinem Zweitjob und dann so, wie sie sonst nur ihr Mann sieht, also in einer abgetragenen Jogging-Hose und einem verwaschenen T-Shirt oder in Ensemble aus einem Pyjama mit Kuhfellmuster und schreiend-pinken Hausschuhen.

Sie sind die Frauen, die in der Stadt ihre Kinder anschreien, die Mädchen, die mich in der Schule ignorierten, die Schwester, die mein Vater mir vorzog, die Frau, die mich seit mehr als 20 Jahren unterdrückt und beleidigt, sie sind die Ablehnung, die ich immer wieder erfahren habe, die Kränkung, die Zurücksetzung, sie sind die Wut, die ich immer unterdrücken musste.

Nein, ich glaube nicht, dass ich generell gesehen Frauen mag. Oder ganz speziell Paula. Oder meinen Zweitjob. Vorhin dachte ich an die Frau wie ein Lancia, eine schmerzhafte Erinnerung daran wie das Leben hätte sein können, wäre ich ein anderer.

Immerhin kann ich aus der Auswahl, mit der mich AsTheIncaPrincessBeganToChant und Sublygirl versorgen, Maniac das eine oder andere schicken, um eine Normalität vorzutäuschen, die mir so fremd ist wie ihre Vortäuschung vertraut.

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