Trunken wankt das heitere Landvolk…

In gleicher Weise vom Alkohol beflügelt wie behindert dachte meine Kundin angestrengt über etwas nach. Eilends kletterte ich in meinen verbeulten Kleinwagen – ich wollte auf keinen Fall abwarten, bis sie fertig war. Mein Leben ist kompliziert genug.

Statt dessen begab ich mich auf die Suche nach der Hermann-Löns-Strasse in Itzbach, um ein kleines Scaloppina Milanese und eine grosse Menge Kaiser-Wilhelm-Export-Bier auszuliefern und über die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Löns‘ Buch „Der Wehrwolf“ und „Der Gefangene der Felseninsel“ von Norbert Jacques nachzudenken.

In beiden Romanen geht es um Veränderungen. Doch was dem Heidedichter blonde deutsche Bauern mit rosigen Backen sind, sind dem gebürtigen Luxemburger Hamburger Kaufleute, an deren Gesichtern schon zu erkennen ist, wie weit die Handelsbeziehungen ihrer Familien gehen. Und was dem einen ein Trutzbündnis gegen eine Welt voll Feinde ist, ist dem anderen ein Bündnis, um in neue Geschäfte zu investieren, neue Märkte zu erschliessen.

Der Kunde in der Strasse des ehebrechenden Fabeldichters war dann so betrunken, dass er versuchte, mich zweimal zu bezahlen. In einem schwachen Moment hielt ich ihn davon ab. Dabei hätte er sich doch am nächsten Morgen nicht daran erinnert, und ich wäre meinem Ziel um 25 Ecu näher gewesen. Welchem Ziel auch immer… ich arbeite noch an diesem Punkt. Working on my masterpiece… perfectly incomplete.

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