Die Welt, gesehen im roten Licht einer Ampel

Paula ist wütend. Diesmal auf mich, wahrscheinlich habe ich ein wenig zu offensichtlich gezeigt, wie wenig mir an ihrer Gesellschaft liegt. Ich ziehe die von Freund dem Kater vor, wohl weil der mich nie anschreit. Aber eigentlich ist natürlich Ambros schuld, der mir auf der Messe vorhersagte, ich würde bei meiner Rückkehr keine Anerkennung von ihr bekommen.

Es war offensichtlich, dass er recht haben würde, hatte ich doch vor meiner Abreise auch keine bekommen. Er nannte bei dieser Gelegenheit gerade auch noch meine Tätigkeit als Pizzafahrer Verschwendung. Ich hatte gewusst, dass er das so sehen würde, hatte den Ton, in dem er es sagen würde, schon ganz genau im Ohr gehabt, als ich mir diese Situation im freundlichen roten Licht einer Ampel vorgestellt hatte, an einem Sonntagabend jenem Gewerbe nachgehend, das er so gering schätzte.

Zwischen diesen Welten pendele ich – hier die meines Berufes, in dem ich Anerkennung von Kunden und Vorgesetzten erlebe, dort mein Zuhause, in dem sie mir verweigert wird. Mag ich auch beiden Grund zum einen wie zum anderen gegeben haben, entspricht die Einschätzung der Fremden eher meiner eigenen als die meiner Frau. Die verspricht mir denn auch regelmässig, dass wenn Maniac je entlassen wird, ich eh der nächste bin. Ich fürchte, sie hält von meinen Fähigkeiten als Kundenbetreuer nicht viel mehr als von denen als Ehemann.

Doch wie etwas für jemanden aussieht, das kann ebenso daran liegen, wie es aussieht wie daran, wie man es sieht (oder sehen will).

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