Paula ist wütend. Sie hat mich – nicht unberechtigt übrigens – im Verdacht, allzu offen mit meinen Kollegen über ihre Krankheiten und unsere finanziellen Probleme zu sprechen. Anscheinend versteht sie Feronias Angebot einer nennenswerten Gehaltserhöhung als Almosen.

Sie war allerdings nicht beleidigt genug, um dieses Mehr an Geld nicht haben zu wollen. Trotzdem riss sie die Jahresübersicht über mein Gehalt mit allen Zulagen auf, die mir per Post zuging, weil sie dachte, es sei meine Kündigung.

Das sagt mir etwas darüber, wie sie meine Arbeit sieht und wie sie mich sieht. Alors, als sie noch arbeiten konnte, verdiente ich soviel wie sie OHNE mir durch körperliche Arbeit und den permanenten Kontakt mit den Keimen anderer Menschen dauerhaften Schaden zufügen zu müssen.

Und jetzt kann ich aus dem gleichen Grund immer noch Geld verdienen, während sie es nicht mehr kann. Die Arbeitskraft ist das Kapital des Werktätigen und zwar sein einziges Kapital wie Marx gesagt hätte, wäre es ihm denn vor mir eingefallen.

Ich habe seit Jahren einen Job, in dem ich leidlich gut bin. Tatsächlich habe ich zwei Jobs, aber bei nur bei einem davon kann ich auch noch dann und wann eine Episode “Til Lease Do Us Part” schauen. Dafür bekomme ich bei dem anderen ein Nudelgericht umsonst.

Mir fallen aus dem Stand einige ehemalige Kollegen ein, die damit als Entlohnung schon zufrieden wären, weil irgendwann aus “Dafür bin ich nicht zuständig” “Wer ist für mich zuständig” wurde. Das Leben ist kein Streichelzoo – Pech für die Zoophilen unter uns.

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