Lieber Gott

Jahwe, Allah, Zeus, Mithras, Krishna, Ahriman oder (unwahrscheinlich) Buddha. Mit Interesse beobachte ich Deinen Versuch, die Menschheit zu ersaeufen. Aber das hat beim letzten Mal schon nicht funktioniert. Damals haben Noah und seine Mischpoche überlebt. Heute sind sie sieben Milliarden. Ruf mich doch mal an, und wir arbeiten zusammen etwas effektiveres aus.

spawn_comic_cover_245_cl

Todd MacFarlane, Spawn, Vol. 148

Www.spawn.com

A Meeting of Minds (TM)

Dr. Edward Werner glanced up angrily when he heard the modem connect. He’d been reading quite an exicting book – A Proto-Babylonian Grammar, The Structurealist Approach – and he’d reached the part where the author devoted a few chapters to the declension of the verb ‚to be‘. It was an absulutely masterful handling of a patently difficult task, and the author was to be praised greatly. It caused a shive to run down his spine just thinking about the hours of scholastic endeavour that had produced such a worthy tome. No, not hours, years. And to think, it hadn’t sold well. Obviously the public knew nothing of the true worth of the knowledge contained within the pages of this book. Utter plebeians.
In fact, only one copy was ever sold, and that was bought by Dr. Werner himself, as a present for his aging mother. Unfortunately, she hadn’t made too much progress in reading it, before she reached a point of not really needing to know about Proto-Babylonian. Actually, she hand’t even turned over the first page, and she’d never needed to know anything about Proto-Babylonian.
He hadn’t needed to buy a personal copy, thanks to that useful part of must publishing agreements that provides a free copy for the autoher. Of course he’ssigned the title page; in years to come it would be worth a fortune.

Ben Chenoweth, A Meeting of Minds, Noisetrade.com

Meeting of Minds ist ein leidlich unterhaltsames Buch. Einige Anspielungen auf Douglas Adams‘ Per Anhalter durch die Galaxis, eine nicht allzu durchdachte und auch nicht allzu ernst zu nehmende Handlung und dieser Abschnitt, in der uns Ben Chenoweth den prototypischen Schurken entwirft. Er hat – natürlich – einen deutschen Nachnamen, ist Dozent für Computerwissenschaften mit einem lebhaften Interesse an der proto-babylonischen Sprache. Für beides bekommt er keine Anerkennung, nicht einmal von seiner Mutter. Er muss seine Erfüllungsgehilfen nötigen und erpressen, damit sie ihm bei seinen Plänen zur Eroberung der Welt – des Galactanet – helfen. Und niemand bedauert ihn, liebt ihn, schätzt ihn, nicht einmal Ben Chenoweth als sein Schöpfer.

War es Ian Fleming, der deutsche Namen als schurkischen Standard definierte? Ich halte immer noch stets eine weisse Katze für den Fall bereit, dass Blofeld vorbeikommt. In der Regierungszeit von George W. Bush wurde diese Praxis in Hollywood so intensiv wieder belebt, dass der Zuschauer von Serien wie CSI und NCIS oft innerhalb von wenigen Minuten und damit 40 Minuten vor den Meister-Detektiven bereits wusste, wer der Täter war. Ersatzweise genügte es dann, nach dem deutschen Schauspieler Rudolf Martin zu schauen, der aus dem Vorurteil den Nutzen zog.

Diese Praxis schwächte die Position des Schurken, der dem Helden ein fast gleichwertiger, gleichwertiger oder sogar überlegener Gegner sein muss, der seinem Verstand den eigenen entgegensetzt und ihm vorgreift, indem der Held ja fast immer erst nach der Tat auftritt. Er muss Dinge tun, die anderen undenkbar sind, muss morden, rauben, manipulieren und nach Macht und Anerkennung streben, die er ja zuhause nicht bekommt, darf keinen Geschäftsschluss und keine Pause kennen, steht allein gegen eine Gesellschaft, die ihn im besten Fall bisher nur ignoriert hat. Über das, was er mit mir gemeinsam hat, gehören zu seinem Berufsbild auch noch das nächtliche Vergraben von Leichen ebenso wie stundenlange Meetings mit Gehilfen, mit denen man nicht ohne zwingende Gründe bekannt sein möchte, an Orten, wo noch kein Innenarchitekt je hingegangen ist.

Wir wissen über das wenige im zitierten Abschnitt hinaus nicht viel über Edward Werner’s Privatleben; er dient Chenoweth eigentlich nur als Motor für seine Handlung. Aber die von ihm gewählte Laufbahn hat von Jacques Vautrin (alias „Der den Tod täuscht“) bis zu Cassidy Casablancas eine Reihe Anhänger „alternativer Lebensstile“ angezogen. So ist recht gewiss, dass ausser diesen beiden auch A. J. Raffles, Amateur-Cricketer und Profi-Einbrecher, gleichgeschlechtlich liebte. Einige andere Schurken umgeben sich in so übertriebener Weise mit schönen Frauen, dass gerade das ihre Heterosexualität infrage stellt. Ihre weiblichen Pendants kombinieren denn gerne eine burschikose Auftrittsweise mit einer ambivalenten sexuellen Ausstrahlung, die nicht nur auf Männer anziehend wirkt. Der Schurke ist da freier als der Held, den lange die gesellschaftliche Konvention zu frenetischer Heterosexualität verurteilte, so sehr tatsächlich, dass sich Bruce Wayne eine Dauerverlobte hielt, um zu bestätigen, was er nicht war, eine sogenannte Alibiene. Heute kritisierte man höchstens den Altersunterschied zwischen ihm und Robin.

Manches ist doch besser geworden.

Von Amorphen und Anderen

Vier Wochen lang fuhr ich abends durch einen dunklen Tunnel, an dessen Ende immer wieder ein sekundenlanges Gespräch mit einem amorphen „Kunden“ stand, in dem es eigentlich nur um den Austausch von Geld gegen Pizza ging. Meine Verbindung zu mir selbst war schwach, eine Episode von Awkward, ein Spiel „Ports of Call“, ein Kapitel Ben Chenoweth‘ „Meeting of Minds“ (TM), der Versuch, mir einige Worte aus der Sprache meiner baktrischen Kollegen anzueignen.

Das endete an einem Kreisel in einer Ecke von Hagen, die noch weniger attraktiv war als der Rest der Stadt. Ich pilotierte jenen Datsun Mi-Do, der der ganze Stolz von Frau Patel ist, und hörte mir das Weihnachtsspecial im Jazz-Kanal an. An dieser Stelle endete der Tunnel. Von jetzt an würde dieser Job nicht mehr nur eine endlose Mühsal sein, und die Kunden würden nicht mehr amorph sein, nicht alle jedenfalls. Einige von ihnen sind mir amorph durchaus lieber.

Dazu gehörte, ginge es nach mir, jener Brigadier des Luftsturm-Regimentes, der mir den Kugelschreiber mopste. Das war ein herber Verlust, hatte ich den doch erst eine Woche vorher Herrn Patel geschickt entwendet. Er hakte jeden Artikel auf einer sehr, sehr langen Quittung einzeln ab, ein Vorgang, der den ganzen Brigadier erforderte, und forderte noch das Signalement und den Wikipedia-Eintrag zur Pizza Sofia Loren an. Mir schien, dass sie ihm auch Pizza Micaela Schäfer hätte heissen können, und die Pointe wäre ihm trotzdem entgangen.

Ein Trinkgeld entfiel aus dem einen oder anderen Grund. Das hob meine Laune dann auch nicht weiter. Als er auf Anlieferung der bestellwert-gemässen kostenlosen Flasche koffeinhaltiger Brause bestand, versprach ich sie sofort, jedoch nicht, sie sofort zu liefern. Und das tat ich dann auch zwei Stunden später.

Weitaus mehr Format hatte da eine junge Frau, Teil einer Gruppe, die eine Sammelbestellung aufgegeben hatte. Sie hatte tatsächlich reichlich Format, schwellendes, üppiges Format. Und dazu Piercings in der Oberlippe, in der Nasenscheidewand und wahrscheinlich noch an Stellen, die ich nie sehen würde. Dafür habe ich ihre Ohren gesehen, die so ausdauernd und grosszügig getunnelt waren, dass jedes davon ihrem Smartphone Platz geboten hätte. Und auch das hatte wahrscheinlich mehr Format als mein Nokia.

Weniger Format und definitiv weniger Stil hatte eine andere Kundin, die zwar jung, blond und schlank dem Klischee entsprach, das uns in dieser Gesellschaft hübsch heisst, dazu aber pinke Hausschuhe trug, die Cat Valentine peinlich gewesen wären. Nachdem meine armen Augen sich erholte hatten, setzte ich Kurs auf eine Wohnung in Hagen, wo mich drei junge Männer begrüssten, denen allen hübsch kein Mädchen hiess.

Cats pinkes Fahrrad

Das älteste Mobilfunknetz Deutschlands wird 25

tumblr_ngerkktdVX1rce9r0o1_1280

Vodafone D2: Erstes Mobilfunknetz wird 25 Jahre alt

Alles hat ein Ende, die Welt hat sogar zwei

http://www.amazon.de/2016-%C3%9Cbernahme-durch-Dritte-Macht/dp/3937355987/ref=pd_sim_b_6?ie=UTF8&refRID=1JEYE8TD8DWTS785XYEA

2016 kommen also die Weltraum-Reichsdeutschen vom Mond. Diese Apokalypse ist ein vorübergehendes Problem, weil 2017 Jesus zurückkommt. Sieht aus, als würde ich doch bald Frau und Schulden los werden.