Ahnungslos selbst da, wo es sonst keiner ist

Einer der zahllosen amerikanischen Fernseh-Serien entnahm ich den Begriff der “Sexuellen Inkompetenz”. Das bin ich.

Gewiss ist Inkompetenz stets Inkontinenz vorzuziehen, aber unpraktisch ist es trotzdem. Immerhin ist sexuelle Kompetenz ein sozialer Standard und wird als solcher jedem unterstellt, der das 16. Lebensjahr leidlich erfolgreich hinter sich gebracht hat. Ich habe das 16. Lebensjahr schon lange hinter mir gelassen (und versucht, es zu verdrängen), aber das wenige, was ich über Sex wusste, habe ich inzwischen eben auch wieder vergessen.

Es ist in keiner Weise hilfreich, dass ich dieses Sujet sowohl mit Beziehungen assoziiere, die emotional wie sexuell unbefriedigend waren (für mich, schon gar für die anderen) als auch mit einer Überdosis Pornografie, die ich mir selbst verabreichte, um auszugleichen, was sich mir als sozial inkompetenter Einzelgänger entzog.

Weit unten auf der Warteliste einer Therapeutin stehend befrage ich das I Ging, das mir das Bild 44 gibt. Das steht dafür, dass das “dunkle Prinzip heimlich und unerwartet von innen und unten her sich wieder eindrängt, nachdem es beseitigt war…” (http://schuledesrades.org/public/iging/buch/?Q=5/1/2/44 ) und mir ein “verführerisches Angebot” macht, das “Schaden nach sich ziehen wird.” (http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/spiritualitaet-und-weisheitslehren/brigitte-hamann/die-64-hexagramme-des-i-ging-hexagramm-44-gou-die-versuchung.html).

Das deckt sich nun gar nicht mit meiner Erfahrung, in der verführerische Angebote so gut wie nie vorkamen. Crowleys Interpretation spricht von Eremiten, die dem Göttlichen das Weltliche opfern. Das spricht jetzt eher dagegen, diese Defizite schnell und mit jener deutschen Gründlichkeit zu beheben, die Brücken und Schiffe verbrennt.

Einig sind sich wenigstens zwei der Interpretationen darin, dass “Das Mädchen …mächtig” ist und man “ein solches Mädchen nicht heiraten” soll. Wo waren die weisen Chinesen in den frühen 90ern?

Keine Spaghetti Bolognese

Ich lasse meine Erinnerungen durch eine süddeutsche Großstadt spazieren. Wochenenden sind schwierig. Sie enthalten für meinen Geschmack viel zuviel Paula. Ich hätte statt dessen lieber mehr Spaghetti mit Bolognese darin.

Kate Hurley spricht in “Getting naked later” von den allen Menschen gemeinen Wünschen sich wertvoll zu fühlen und dafür geliebt zu werden, wer wir sind. Verlieben wir uns (oder glauben wir es wenigstens, weil wir in Wirklichkeit zu solchen Gefühlen nicht fähig sind), so unterstellen wir diesem Menschen die Fähigkeit, uns diese Wünsche zu erfüllen. Irgendwann kommt dann wieder der Punkt, an dem wir wieder allein sind und der andere wieder zu den anderen gehört, denen, die uns spüren lassen, was sie von uns halten, dass sie uns vielleicht manchmal brauchen, aber nie wollen.

Dann heisst es wieder: hier Menschenland, dort ich, der Soziopath, den die Weisheit zum Tod im Ruinenland verurteilt, ein Bild aus einer Novelle von C. J. Anderson. Kann ich dort draussen überleben? Ich hatte lange genug Zeit darüber nachzudenken, während sich Paula mit unseren Nachbarn über das Keller-Projekt unterhielt. Niemand von denen, die mich so lange kennen, sprach dabei mit mir. Ich allerdings sprach auch nicht viel, weiss ich doch, was Paula davon denkt. Sie unterstellt mir, mich in den Mittelpunkt schieben zu wollen, ein Platz, der offensichtlich anderen vorbehalten ist (einer anderen), ebenso wie das Recht, in dieser Beziehung nicht glücklich zu sein.

War ich in dieser süddeutschen Grossstadt glücklich? Ich war jedenfalls allein und nächtigte in einer Pension auf halbem Weg zwischen einer Jugendherberge und einem billigen Hotel, ein Ambiente, das meinen sozialen wie physischen Bedürfnissen hinlänglich entsprach.

http://books.noisetrade.com/katehurley
http://books.noisetrade.com/cjanderson

The Real Horror of Skelita Calaveras

skelita calaveras

The view of Skelita Calaveras is frightening. Not especially because her body is just bones, a mere skeleton in clothes. It is her face that gives me the shivers. Someone has cut her mouth angles with a very sharp instrument and this or another someone has stitched the wounds in a by far unprofessional way. Imagine the cruelty, the knife, the pain the girl was suffering and is suffering every time she sees her everlasting smile in a mirror.