Und dann hatte er einen schrecklichen Traum – einen Traum, den Herkules einst bei der Königin Omphale in Wirklichkeit erlebte, indem nämlich der schwermütig gewordene Heros Wolle spann, während sich Omphale die Löwenhaut umhing und mit seiner Keule spielte.

Gabriele, als Beduine gekleidet, verfolgte hoch zu Roß einen Indianerhäuptling, fing ihn mit dem Lasso, warf ihn nieder, bändigte ihn, tötete ihn, skalpierte ihn, und als sie so weit fertig war, sagte sie: 
»Da liegt er, der Herr Bankier Abraham Isaak Meyer aus Rixdorf, der mit den Effekten durchgebrannt ist, er hatte sie unter seiner Kopfhaut versteckt, ich wußte es ja gleich.« – Und daneben stand Nobody, wusch Kinderwindeln und hing sie zum Trocknen auf.

O, es war ein entsetzlicher Traum! Der Schläfer ächzte und schwitzte vor Todesangst. Und Nobody hat doch schon einmal gesagt, daß er nie träume. Es gibt eben in allem Ausnahmen. Der Traum währte auch nicht lange, so fiel Nobody in einen tiefen, erquickenden Schlaf.

Robert Kraft, Detektiv Nobody, 1905

http://www.beam-ebooks.de/ebook/10423

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s