Typhoid Pineas

Den Unterschied zwischen „richtig im Sinne einer Strategie“ und „richtig“ illustriert die Übernahme von Nokia durch Microsoft. Im Sinne der gewählten Strategie ist es richtig, sich jetzt 12.500 Mitarbeitern des übernommenen Unternehmens ebenso zu entledigen wie der Marke und der Feature-Phones als eines Marktsegmentes, das man nicht bedienen will. Ist es deswegen aber richtig?

Immerhin sind unter diesen 12.500 Mitarbeitern viele anerkannte Spezialisten auf ihrem Gebiet, während Stephen Elops Fähigkeiten als Manager noch den Beweis suchen, jedenfalls aber eine Übernahme zu Microsoft nicht zu rechtfertigen scheinen. Und mit den aktuellen Stückzahlen an Lumias – ohne Ashas, ohne die 11x-Serie – ist Microsoft als Endgeräte-Hersteller wenig mehr als ein Handwerksbetrieb in der Vorstadt. Die Stückzahlen liegen im Augenblick noch unter denen von Sony. Honi soit qui mal y pense – ungezogen ist also, wer an dieser Stelle von Samsung, ZTE, Huawei, TCL und Coolpad spricht oder die Relation zwischen Fix- und Stückkosten erwähnt.

Deja vu- ich beobachtete vier Jahre lang als Besitzer eines Motorola L6 dieser Marke und des Unternehmens Untergang, ich beobachte jetzt als Besitzer eines Nokia 309 dieser Marke Untergang. Nennt man meinen Namen in den Sozialräumen der Mobiltelefon-Hersteller bereits als den eines Unglück bringenden Jonas? Darf ich nun darauf hoffen, dass mir Jolla OY ein Huawei schenkt, um sympathetisch den Untergang dieses Mitbewerbers zu unterstützen? Ich bin da offen.

Watson and Holmes

DIG002619_1

 

https://www.comixology.com/Watson-and-Holmes-1/digital-comic/35085

Wovon schweigt Watson, der so vielberedte, der Biograf Holmes‘ und seiner selbst?

Er schweigt über seine Dienstzeit in Afghanistan, spricht nicht von britischen und indischen Soldaten, die er als Stabsarzt der Northumberland Fusiliers behandelt hat, von den Schrecken der Schlachten, vom Land, den Menschen.

In seinem Schweigen erkennen sich die Veteranen des Afghanistan-Krieges von 2001, die Männer und Frauen, die aus dem Irak zurück gekehrt sind. Ich erkenne in seinem Schweigen das Schweigen meines Vaters, der ein Veteran des Algerien-Krieges war.

Längst sind die beiden der Mittelklasse des viktorianischen England entwachsen und zu Weltbürgern geworden, in denen sich jeder erkennen kann, sind sie gleichzeitig weiss, schwarz, Männer, Frauen, homosexuell, Gentlemen und weniger gentlemen-like Bürger von Harlem.

The Future of the Bookstore

Elvira erklärt dem Nassauer gerade, wie sie die Zukunft des Einzelhandels sieht. Zu meiner Überraschung liegen unsere Ideen nicht weit auseinander. Behielten wir recht, die Frau in Schwarz und ich, der ich einfachen und heiteren Gemütes bin, wären die Buchhandlungen der Zukunft recht klein, physikalisch präsente Aussenstellen von online-Unternehmen, in denen ein mit Akne, Jugendsprache und Mindestlohn gestrafter Mitarbeiter zwischen Flachbildschirmen auf Besucher wartet.

Die Bildschirme zeigten wählbar nach den Neigungen des potentiellen Käufers oder Zufallsparameter Bücher aus verschiedenen Gattungen der Literatur. Auf einem Monitor liefen also Cover und Beschreibungen von Liebesromanen durch, auf einem anderen Science-Fiction und Fantasy, auf dem dritten eine Auswahl aus dem Pendant zum Indie-Pop, auf einem vierten Grand Theft Auto XI. Vor dem sässen dann zum Schrecken der Rentner und Bildungsbürger einige Schulflüchtige, die Zeit bis zur Reproduktion ihrer Unwissenheit und ihrer Gene mit virtuellem Autodiebstahl und blinder Gewalt füllend.

Der Download diverser Medien-Dateien sei dann per kostenlosem Wlan, jedoch nur von der Website der Buchhandlung möglich, die Seiten der Mitbewerber wären gesperrt, die Abholung auftragsbezogen-gedruckter Bücher innerhalb von 24 Stunden möglich ebenso wie die direkte Mitnahme einer umgehend, jedoch nur auf besonderen Wunsch älteren Mitbürgern gebrannten CD oder DVD.

Damit unterscheidet sich die Buchhandlung vom Baumarkt, wo man nur wenig mitnehmen kann. Im nächsten Schritt der Discounter-Evolution sitzen hier nur noch zwei Angestellte zum Mindest-Lohn zwischen einem kleinen Sortiment der allergängigsten Artikel.”Wenns nicht da hängt, müssen Sies im Web bestellen” löst dann das klassische “Wenn nicht da hängt, hammers net” ab. 

Half Way Home – Hugh Howey (Aldiko)

“You know, I’ve had a hard time dealing with my . . . what makes me different. It doesn’t matter how it came to be—whether you engineered it, or god, or evolution—I just couldn’t understand its place. There’s an element of illogic that . . . yeah, that makes me feel broken. But I’m proof we aren’t part of some grand design, aren’t I? Hickson is as much a slave to his sexual appetites as me, he just has a better chance of finding someone to love him back.”