Mit der Panzerfaust gegen den Klimawandel

Es reiste Kronos, der Götterzeuger, nach seinem Sturz durch Zeus, zu den fernen Inseln der Seligen, die gar nicht so selig waren wie es auch mit dem Goldenen Zeitalter nicht so weit her war, dem er vorstand. Aber was ist auch von jemandem zu erwarten, der seine eigenen Kinder frisst, seinen Vater kastriert und dumm genug ist, den Unterschied zwischen einem strammen Säugling und einem Stein nicht zu erkennen?

In diesem Mythos schwingt die Erinnerung an den Kampf zwischen Kronos, einem führenden Dämonen Ahrimans, des Gottes der Finsternis, und dem Trickster-Gott Zeus mit, in dem der Verstand sich der Kraft als überlegen erweist. Kronos flieht mit seinen überlebenden Sklaven und Anhängern vor dem neuen Gott weit nach Süden. Da die Zahl seiner Anhänger angesichts seiner Gepflogenheit, sie gelegentlich zu verspeisen, immer mehr sinkt, ist er nach einiger Zeit allein und ohne seine gewohnte Nahrung auch so geschwächt, dass ein plötzlicher Klimawandel, der aus den Inseln der Seligen die Antarktis macht, ihn tiefgefrostet als die weisse Statue, die der Titelheld und sein Begleiter am Ende von Edgar Allan Poes Roman „Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym“ sehen.

Als er am Temperaturhöhepunkt eines Milankovic-Zyklusses, unfähr im Frühjahr 2003, aus diesem Dämmerschlaf erwacht, findet er sich allein und verlassen in einer langsam tauenden Eislandschaft wieder. Mit der Hilfe einiger russischer Seeleute und italienischer Antarktisforscher, die er sich unterworfen hat, beginnt Kronos ein weitreichendes Projekt um die Welt in den Zustand vor seiner Entmachtung zurück zu versetzen. Das bedeutet natürlich das Ende der Welt wie wir sie kennen, und die Ausrottung eines grossen Teiles unserer und der meisten anderen Spezies, schon weil das einen Anstieg der Temperaturen um bis zu 6° C und eine deutliche Reduzierung der Niederschläge voraussetzen würde.

Offensichtlich entgeht das aber nicht der Aufmerksamkeit seines alten Widersachers, den wir heute als Michabou kennen, den Grossen Hasen, und als Harvey, der Schlauheit und Freundlichkeit als rechten Weg propagiert. Sein treuer Leutnant Dionysos Jones rekrutiert einmal mehr Roxy und den Wodun-Priester Aristide, um die Menschheit zu retten, die sich mit reichlich Distelsamen, Weihwassser und Patronen bewaffnet auf den Weg nach Süden machen.

In Argentinien lernen sie einen Mönch kennen, einen sehr kurz geratenen und breite Mann, der sein Gesicht immer unter seiner Kapuze verbirgt. Er nennt sich Cartman, betont weder verwandt noch verschwägert zu sein, und hat ein ganz unmönchisches Interesse an Gesang und Tanz und Erotik. Mit ihm zusammen reisen Roxy und Aristide weiter, erst mit einem alten Toyota-Pickup, dann mit der Jacht eines exzentrischen Hollywood-Schauspielers samt diesem Schauspieler und seiner sexuell ambivalenten Lebensgefährtin.

So erreichen die drei die Antarktis, wo sie sich Kronos, seinen Dienern und einer kleinen Armee von Zombies stellen. Die Untoten tragen Uniformen, die ziemlich deutsch und ziemlich prä-45 aussehen. Dabei stellt sich heraus, dass der Mönch nicht wirklich einer ist. In Wirklichkeit ist er der Heilige Bessus, Beschützer der Kinder, Mütter und Schafherden, der letzte Avatar von Bes, dem ägyptischen Gott, der einst mit pygmäischen „Zwergen des Gottestanzes“ aus dem tiefen Herz Afrikas in den Norden gekommen war, und nun für die allergrösste Schafherde in den Kampf gegen Kronos zieht. Seine Fähigkeiten mit dem Schwert und seine schiere körperliche Kraft sind ein Vorteil im Kampf mit Zombies.

In der Eiswüste treffen sie auf eine Gruppe türkischer Dervishi im Dienst Ahura-Mazdas, den sie Allah nennen. Mit diesen Verbündete setzen sie ihre Reise zum Sitz Kronos‘ fort, einer Art Oase. Im Kampf mit den Dienern des Titanen sterben die meisten Dervishi. Da Kronos durch keine geschmiedete, keine stumpfe und keine scharfe Waffe besiegt werden kann, verwendet Roxy, die offensichtlich alle Episoden von Buffy gesehen hat, eine Panzerfaust 30 aus den Beständen der Zombies. Am Ende stehen sie, Aristide und Bes an einem Ufer und warten in der Nähe eines Flugzeugwracks auf die Jacht.

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