Napoleon besiegte die Russen bei Waterloo

Napoleon besiegte die Russen bei Waterloo

Unseren Pavillon mit Holzöl bearbeitend beschliesse ich, dass Napoleon Schuld ist. Nicht an allem natürlich, nicht an Paulas Wutanfällen, nicht am defekten Benzinhahn meines Rollers. Aber an der Krim-Krise ist er schon ein wenig Schuld. Immerhin war seine Invasion Russlands 1812 ein wesentlicher Kristallisationspunkt für jenen religiös-mystisch überhöhten Nationalismus, auf den die Russen in Krisenzeiten gerne zurück greifen.

Als Ergebnis der Befreiungskriege war Russland 1814 die führende Macht auf dem europäischen Kontinent, seine Armee die grösste der Verbündeten. Als jedoch Napoleon von Elba zurück kam, standen die russischen Truppen bereits wieder zu weit im Osten, um rechtzeitig zur Schlacht von Waterloo einzutreffen, so Österreich, Preussen und Grossbritannien den Sieg und die Neuordnung Europas lassend, eine nationale Schmach, die erst 1945 ausgeglichen werden konnte. Der Wiener Kongress 1815 war dann eine Art nicht -gewähltes Europäisches Parlament, das den Grundsatz vertrat, dass man über alles sprechen könne, solange das Volk nicht mitredet.

Ihrem Charakter entsprechend verhandelt die Europäische Gemeinschaft vertreten durch den deutschen Aussenminister Frank Walter Steinmeier über alles und mit allen, ruft zu Gesprächen auf und will Kontaktgruppen gründen. Seinem eigenen Charakter und dem seines Amtes entsprechend nickt der russische Präsident Wladimir Putin dazu, während er Tatsachen schafft, Grundlagen für eine spätere Neugestaltung der Schwarzmeer-Region, eine kleinere Ukraine. Als Tyrann, wie man sein Amt im klassischen Griechenland genannt hätte, ist man der Macht verpflichtet wie dem Volk, ist man dazu verpflichtet, ein Mann der Tat zu sein, auch das Volk durch die Tat zu führen. Die Schwäche seines Amtes ist die Nachfolgeregelung, die eben nie geregelt ist, immer offen ist. Daran scheiterte selbst der Caudillo, Franciso Franco, daran scheitert auch eben in diesen Jahren Fidel Castro.

Der amerikanische Präsident Barak Obama, dem Putin fremd ist, droht mit Sanktionen, die Russland kaum treffen, bemüht selbst sein Gesicht zu wahren, die Ehre der USA, wohl wissend, dass ihm wenig mehr Mittel zur Verfügung stehen. Schliesslich ist die Russische Förderation kein Land der Dritten Welt, das wirtschaftlich von Fördermitteln abhängig ist oder dass die amerikanische Marine-Infanterie mal rasch überrollen kann. Die Opposition im amerikanischen Parlament mag das anders sehen: „Putins Aggression sei nichts als die Frucht einer „verantwortungslosen Außenpolitik, bei der niemand mehr an Amerikas Stärke glaubt“, schnaubte ein erregter John McCain am Montag.“ (www.welt.de/politik/ausland/article125398887/Obama-laedt-Aggression-doch-geradezu-ein.html). Dass die Politik der jetzigen Opposition vor einigen Jahren die Grundlagen für die politische und militärische Schwäche der USA heute geschaffen hat, dass nach zwei Kriegen, einer Finanzkrise und einer gepflegten Inflation es nicht die Mittel hat, aktiver einzugreifen, ist Herrn McCain vielleicht entgangen. Frau Palin hat es nie gewusst.

Die Chinesen, lakonisch wie es kaum die Lakonier waren, erhöhten ganz zufällig nun gerade eben ihren Wehretat auf 95 Milliarden Ecu, ein Anstieg von eben mal 12,2%. Das ist ein Signal nicht nur an die Japaner und Taiwanesen, sondern auch an den direkten Nachbarn im Westen. Ein recht klares.

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