In fremderen Gezeiten

In fremderen Gezeiten kreuze ich, über fremde Himmel fliege ich.

Eigentlich fahre ich, lenke den firmeneigenen Datsun Minivan über die Strassen fremder Städte. Gerne würde ich hier anderes tun, als erschöpften Baumarkt-Verkäufern unsere wunderbaren Produkte anzupreisen. doch zwischen den Wünschen des Schmocks und Paulas eingezwängt wie Leberwurst zwischen zwei Brotscheiben in den Händen eines Kindes, treibe ich den Wagen und mich voran, durch Baustellen und an zerstörten Wagen vorbei. Keine Gnade, keine Zeit, keine Musse, aus der ich Kraft schöpfen konnte. Stillstand kenne ich nicht und werde ihn erst vermissen, wenn ich die Zeit habe zu begreifen, was mir fehlt.

Ein Rollerfahrer kommt mir entgegen. Ich prüfe, ob ich es vielleicht selbst bin, denn wer traut schon noch dem Raumzeitkontinuum? Immerhin lobt das Schild am Laden gegenüber den Verkauf gestriger Backwaren als Geschäftszweck aus. Und Jesus sprach zu Simon: "Weide meine Schafe." Und er wandte sich zu einem des Weges kommenden ambulanten Händler mit seinem Eselchen: "Und Du scherst sie. Aber gründlich." An Kunden mangelt es nicht. Gerade stehen sie vor dem Resto du Coeur an. Ein Mädchen mit gefärbtem Haar mustert mich, als ob sie sich fragt, ob ich sie vielleicht verachte. Wahrscheinlich sieht sie nur den Wagen, nicht den Fahrer.

Vorgestern bowlten wir in Pontes, übermorgen schlafe ich in einem Wasserschloss.

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