Patex meiner Seele

Ich darf nicht fühlen, was ich fühle, und nicht sein, was ich bin. Paula mag das nicht, Paula duldet das nicht, Paula will, dass alles so bleibt, wie es nie war. Paula will auch, dass ich wieder eine Therapie mache, am besten stationär. Alexithymie nannte das Wikipedia, der elektronische Glückskeks, dem kein Schweinefleisch süss-sauer voraus geht.

Von einer ambulanten Therapie liesse ich mich ja durchaus überzeugen, rede ich doch mit einer Begeisterung über mich selbst, die diese Diagnose, die der DMS-V nicht kennt, umgehend wieder infrage stellt. Könnte ich den Ort dieser Therapie gar noch auf Hagen oder Contiomagus legen, so eröffneten sich in diesen Orten gleich neue Möglichkeiten, mich anderen Menschen auf Sichtweite zu nähern und mir so vielleicht nahe zu kommen.

Diese Entscheidung stelle ich jedoch erst einmal zurück. Denn es ist durchaus möglich, dass ich meine Vorgesetzten und mich selbst noch davon überzeugen kann, dass die Aufstellung einer neuen Belgischen Legion meiner persönlichen Beratung und Unterstützung bedarf, ein Opfer, das ich unter diesen Umständen durchaus zu bringen bereit wäre. Meine Wünsche sind bis zum Wahnsinn egoistisch, aber für mich unverzichtbar, Patex meiner Seele, der Klebstoff, der die Persönlichkeit zusammenhält, die mir Paula abspricht.

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