Walking the line

Ich teile mein Bett mit Freund und meinen Sorgen. Es ist nicht des Katers Schnarchen, das mich um 4:10 morgens weckt.

Immer noch habe ich kein Datum für Paulas Rehabilitationsmassnahme, immer noch keinen Ecu zur Seite legen können, um Heizöl zu kaufen oder Anfang des folgenden Jahres jenes Mehr an Strom zu bezahlen, das mit den monatlichen exorbitanten Raten nicht beglichen wurde. Ob der nette Mitarbeiter der Raiffeisenkasse meines Vertrauens auch unruhig im Bett liegt und Aaronovitchs “Die Flüsse von London” auf seinem Handy liest? Oder konnte er sich schon den ersten Band der 9. Staffel von Buffy leisten?

Meine Wunschliste bei Amazon erscheint jetzt selbst als Buch ebenso wie der Reiseführer zu den Orten, an die zu reisen ich mir nicht leisten kann, ein wachsendes Kompendium, das mir hilft, die Erinnerung an ein Leben aufrecht zu erhalten, das mir gerade deshalb hoffnungsvoll fern liegt, weil mein eigenes so begrenzt ist.

Ich schreibe gegen die Angst an, die Angst vor Verlust, Armut, Veränderung, gegen die Angst davor, allein in einer kleinen Wohnung leben zu müssen, gegen die Angst, nicht allein in einer kleinen Wohnung leben zu müssen. Die Aussicht, mir eine Drei-Raum-Wohnung mit Paula und acht Katzen teilen zu müssen, ist mir ein Schrecken post-sartrischen Ausmasses. Um den Soundtrack dazu zu schreiben, bedürfte es der Gorillaz. Und sie müssten dabei auf Drogenentzug sein.

Die chinesischen Weisen raten zur Geduld und zur Wahrhaftigkeit. Ich verlasse mich darauf, dass sie mir zur rechten Zeit zur Panik raten werden.

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