Volkshochschüler aller Länder vereinigt Euch!

Mindestens eine deutsche Baumarktkette tanzt einen Tango, der für sie leicht der letzte sein kann. Die Bosse der Mondo-Kette, der Colonia- und der Biber-Baumärkte und der anderen Unternehmen wissen so gut wie ich, dass es zuviele Baumärkte gibt, die zu dicht aufeinander sitzen. Den Verbrauchermärkten am Rand der Stadt, den 15.000 Quadratmeter-Dinosauriern, schlägt vielleicht bald die letzte Stunde, verdursten sie neben geschlossenen Tankstellen.

Schon ziehen die Rewes, Edekas, Nettos und Wasgaus an die Hauptausfallstrassen der Städte und der grossen Dörfer, in eine Entfernung zu den Wohngebieten, die ein Rentner zu Fuß oder mit dem E-Bike zurücklegen kann. Der Baumarkt der Zukunft wird wohl kleiner und persönlicher sein, mehr wie ein BayWa-Markt als wie ein Praktiker-Megastore.

Feronia weiss natürlich, was wichtig ist. Schliesslich hat sie studiert, sogar auf einer Universität in den Vereinigten Staaten, vorher schon jahrelang bei der Umbrella Corporation im Management Erfahrung gesammelt. Deshalb engagiert sie sich gerade besonders für die Einführung des Mitarbeiter-Bewertungs-Systems und im hausinternen Machtkampf mit dem Hidalgo, dem Betriebsrat, jedem.

Einer wie ich, der nur auf der Volkshochschule war, denkt in einer solchen Situation mehr daran, neue Trends zu erkennen, Absatzchancen zu identifizieren, neue Vertriebskanäle zu erschliessen, Garagentorantriebe zu verkaufen. Erfolg oder Misserfolg der Illinois Electro Door stehen zwischen mir und einer Karriere als Maschinenreiniger in einer Fabrik, eingesperrt in einer 3-Raum-Wohnung mit Paula und acht Katzen. Wieviel doch jemand zu verlieren hat, der wenig zu verlieren hat.

Ich kannte ein anderes Produkt dieses Systems, der ohne eine monatelange “Evaluation” nicht einmal entscheiden konnte, ob er auf die Toilette musste, aber 10.000 im Monat bekam. Der Wunsch, mich präzise auszudrücken, der Respekt vor der deutschen Sprache und der Arbeit anderer, lässt mich an dieser Stelle den Begriff “verdienen” vermeiden. Ginge es darum, was er verdient hätte, wäre sein Salaire unter dem irgendeines Einwanderers gewesen, der bei Kochlöffel Kartoffelstäbchen in heissem Öl badet.

Ich hoffe jetzt, von Feronia positiv überrascht zu werden, sehe die Chancen jedoch als denkbar gering an, obwohl das I Ging im Bild 59 vom Egoismus sprach, der aufgelöst werde wie ein Wind die Wolken auflöst. Der Kommentator fordert mich sogar auf, Anteil am Leben anderer zu nehmen. Das klingt zutiefst beunruhigend.

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