Rrrring!

Maniac hat meinen Kimmunicator-Klingelton annektiert, ein eindeutiger Verstoss gegen den Internationalen Vertrag von Rawalpindi. Dieses Abkommen ist die Vorlage für den Abschnitt “Klingeltöne” in der Europäischen Verordnung über Mobiltelefonie und wurde so auch als Verhaltenskodex von der Umbrella-Corporation verbindlich für ihre Mitarbeiter eingeführt. Dieser Vertrag regelt z. B. auch wie oft und über welchen Zeitraum der Crazy Frog-Klingelton während der Befragung eines Terror-Verdächtigen abgespielt werden darf.

Ich habe mir inzwischen einen neuen, ganz anderen Klingelton für meine ankommenden sms besorgt. Er erfüllt die Grundanforderungen an Individualität, Kürze und akustische Erkennbarkeit. Denn die mehr oder merkwürdige Melodie, die ein Mobiltelefon produziert, wenn eine Kurznachricht ankommt, hat nicht nur einen funktionellen Charakter, sondern dient zugleich dazu, das Territorium abzustecken, einen Besitzanspruch auf das Handy und die eigene Individualität darzustellen.

Die Technik gibt uns heute die Möglichkeit, jede sms, jede e-mail und jeden Anruf mit dem Abspielen einer kompletten Wagner-Oper anzuzeigen. Aber würde man den Empfänger dann nicht eines Hanges zur Übertreibung verdächtigen, ihn vielleicht sogar des schlechten Geschmacks zeihen und am Ende gar Richard Wagner, den Verwandten des berühmten Karl Edward Wagner, geringer schätzen? Auch bei der Wahl eines Klingeltones gelten doch die üblichen Regeln der Höflichkeit, ist ein kurzer, weniger aufdringlicher und doch zugleich prägnanter Ton also auch besser.

2 Kommentare zu „Rrrring!

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