Mir ist so nach einem Massenmord

Ich schicke meinen Geist auf weite Reisen an die Ränder der Welt, um mich abzulenken, von der Wut zu befreien, die mich seit dem Aufstehen begleitet. Eine grundlose Wut, eine nutzlose Wut, eine Lebens-Wut – in diesem Zustand sollte ich besser die Kunden meiden. Nicht alle haben es verdient, angepflaumt zu werden. Und nicht immer sind die Anderen an allem schuld. Trotzdem hätte ich gerade das kaum zu zügelnde Bedürfnis, eine grössere Zahl der Anderen auf eine möglichst blutrünstige Weise dahin zu metzeln. Blofeld, Kane, Sauron, Stewart Griffin, ich – wir finden einfach nicht jene Anerkennung, die wir schon deshalb verdienen, weil es uns nie gelingt, unsere Wünsche zu realisieren.

Ich verbrachte den Abend vorher damit, einen Deckenventilator zu montieren, während Paula von der Couch aus die aus ihrer Sicht erforderlichen Anweisungen gab. Aus meiner Sicht hätte sie in dieser Zeit nützlicheres tun können, jene Dinge zum Beispiel, die ich dann alle noch erledigen musste, als ich gegen zehn abends endlich von der Leiter steigen konnte, weil der Ventilator da blieb, wo ich ihn angeschraubt hatte, sich drehte und sogar die Beleuchtung optimistisch vor sich hin leuchtete, sogar noch, als die Lampenschirme platzten, weil ich die Schrauben vielleicht ein ganz kleines Bisschen zu fest angezogen hatte. Überraschenderweise sah sie das relativ gelassen. Mir wars eh egal.

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