Paypal, Greg Keyes und ich

Manche Marketing-Strategien sind genial, andere langweilige, wieder andere lassen sich nur damit erklären, dass der Drogendealer mit im Brainstorming gesessen hat. Ein Slogan, den ich sehr mochte, war: "Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt." Ich habe das sichere Gefühl, dass hier jemand viel besser als ich wusste, was Poppers sind.

Meine Lieblings-Strategie ist aber die von paypal, die mir seit ungefähr drei Jahren immer im Frühling, am Ende meines e-bay-Winterschlafes, einen Gutschein über 10 Ecu zusendet. Damit kann ich mir irgendetwas kaufen, das ich mir sonst nicht gönnen würde, und vorher Stunden entspannt auf die Suche nach dem passenden Artikel verwenden. Es reicht natürlich nicht ganz für das Netbook, das seit zwei Jahren auf meinem Wunschzettel für Weihnachten ganz oben steht, oder für alle drei Staffeln von Veronica Mars.

Überraschend viele Dinge, die man für 10 Ecu kaufen kann, brauche ich gar nicht oder doch wenigstens gerade jetzt nicht. Ich habe sie gebraucht und mir irgendwann gekauft, oder ich werde sie brauchen und sie mir dann billiger in einem schmuddeligen Restposten-Markt oder bei einem Discounter besorgen. Im Augenblick schwanke ich zwischen einem weiteren USB-Stick und "Newtons Kanone". Denn von USB-Sticks und Büchern kann man ja nie genug haben.

Im Augenblick lese ich eine der Fall-Akten des Privatdetektivs John Justin Mallory, der er den Titel "Einhornpirsch" gegeben hat. Er berichtet darin von einem komplizierten Fall, den er im Auftrag eines Elfs durchgeführt hat, und zugleich von einer Zeit des Übergangs. Dabei hält er sich streng an die Regeln seines Berufsstandes. Er ist selbstverständlich abgebrannt, wohnt im Büro, seit ihn seine Vermieterin vor die Tür gesetzt hat, und sein Partner ist mit seiner Frau durchgebrannt, hat ihm allerdings eine Flasche teueren Whiskys dagelassen, was er als einen einigermassen fairen Tausch empfindet. In seinem neuen Büro hat er sogar irgendwie eine Katze.

Er beginnt den Fall in einem New York, das unseres sein könnte, und beendet ihn in einem, das an die Beschreibung des sogenannten Hauptkanals in Michael Kurlands Bericht "Wo steckt Aaron Burr?" über die Wiederbeschaffung der gestohlenen Verfassung der Vereinigten Staaten durch den Detektiv Amerigo Vespucchi Romero erinnert. Zugleich lässt er den Alkohol, die Pferdewetten und seine gescheiterte Beziehung hinter sich und lernt, sich wieder auf das zu konzentrieren, worin er gut ist und was ihm gut tut.

3 Kommentare zu „Paypal, Greg Keyes und ich

  1. 🙂 klare Preferenz: GREG KEYES, habe ich auch gelesen … und sehr genossen, mittlerweile auch Bd.2+3, der 4. fehlt mir noch … auch nur eine fRage der Zeit.

  2. Jack campbell ist mir gar kein Begriff, kann sich aber noch ändern 🙂 … die Keyes-Reihe ist durchweg empfehlenswert, denke ich, das vergisst man nicht so leicht wieder, wünsch Dir viel Spaß damit.

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