Y unendlich

Munter surfenderweise blieb Paulas und mein PC einfach stehen und liess sich durch nichts wieder beleben. Auf der Suche nach Bootbarem produzierte er nur eine Zeile mit einem Y und dem Symbol der Unendlichkeit, der liegenden Acht, eine Information, die er gleich noch einmal in dieser Zeile wiederholte. Ein Damn Small Linux auf CD startete er jedoch zwanglos, mich mit meiner Unkenntnis in allen Spielarten von Linux konfrontierend. Das erlaubt mir die Vermutung, dass das Motherboard der Pflicht noch nicht entsagt hat, und legt mir finstere Gedanken zur Festplatte nahe, die vielleicht nun doch samt Hunderten von Katzenfotos und diversen CDs und Filmen mit wehender Fahne untergegangen ist.

Einmal mehr erinnere ich mich, dass nicht auf jeden Absturz ein Aufstieg folgt, aber auf jeden Aufstieg ein Absturz. Ganesha versuchte mir die Idee von Introjekten nahezubringen, die der Mensch sich in seiner Entwicklung erwerbe, in ihnen die Art spiegelnd, in der andere ihn behandeln, behandelt haben. Ich habe noch meine Zweifel, lehne den Gedanken aber auch nicht pauschal ab. Habe ich meines Vaters Traurigkeit so sehr verinnerlicht? Woher kommt mein Wunsch, mich einer starken Frau unterzuordnen? Ist er aus der Liebe zu meiner Mutter geboren?

Es gibt Frauen in meinem Leben, Daisy, die Frau wie ein Lancia, denen ich immer wieder versuche, etwas Gutes und Angenehmes zu tun. Dabei fehlt es mir an jenem beim Mann unterschwellig immer vorhandenen Motiv, dem Wunsch, mit diesen Frauen zu schlafen. Die Erkenntnis dieses seines eigenen Motivs gab Freud die Idee der Libido als Triebfeder des Handelns, die Vorstellung eines gesunden Menschenverstandes, die es nur im Deutschen gibt, startete die Entwicklung der Psychoanalyse. Neben dem Motiv fehlt es mir ganz offensichtlich auch an der Gabe zu erkennen, wie sinnlos mein Handeln ist, werde ich doch bestenfalls von den Damen ignoriert.

Ich erinnere mich aber, dass ich als Kind versuchte, die Zuneigung meiner Mutter als Kind durch schulische Leistungen und den Erwerb von Wissen zu gewinnen. Paula liesse sich so nicht beeindrucken. Wann wechselte ich den Ansatz? Mit welcher Erkenntnis eigener Unzulaenglichkeit verletzte ich mich so sehr?

Ich habe eben Wells angemailt. Mal sehen, was er zur Festplatten-Frage sagt, der Techniker, der Tatmensch, der Bauernschlau-handelnde, der mir so ganz und gar entgegengesetzt ist.

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