Ich will eine eigene Internetfirma

Eigentlich hätte ich gestern den ganzen Tag in einem Wahllokal harmlosen Mitbürgern einen Fragebogen in die Hand drücken und die Ergebnisse dann an ein Umfrage-Institut melden sollen. Eigentlich, denn das Fräulein Devi machte mich gerade noch rechtzeitig darauf aufmerksam, dass ich mich dazu unter die Menschen begeben müsse. Das aber liegt mir so fern, dass ich seit Monaten nicht einmal im Gottesdienst gewesen bin.

Es war mir sicher schon vorher aufgefallen, irgendwie, denn ich war schon seit Tagen depressiv und litt unter mir selbst, meiner Unverträglichkeit mit anderen, meiner Verschrobenheit, meiner Unfähigkeit, mich anzupassen.

Früher konnte ich solche Dinge. Ich konnte es mir wenigstens vormachen. Das war, bevor sich mein Leben in ein Endlos-Seminar darüber verwandelte, wie unfähig ich bin. Von Paula kam in diesem Fall allerdings keine Kritik, obwohl uns das Geld nützlich gewesen wäre. Sie war sowieso dagegen gewesen, hauptsächlich wohl, weil sie diesen Job nicht selbst an Land gezogen hatte.

Mein Neffe, der Kleine Kiffer, geht an solchen Tagen in die Badewanne und bleibt im warmen Wasser, bis es ihm besser geht. Mir reichte eine Folge von "Hercules, die Abenteuer eines grobmotorischen Superhelden" im Fernsehen, um mich wieder ein wenig aufzurichten. Allerdings habe ich dann 4,5 kg Pflaumen entsteint, püriert und gezuckert, um heute daraus Marmelade zu kochen. Irgendwie fand ich das beruhigend.

Dabei beschloss ich, dass ich eine eigene Internet-Firma haben sollte. Schliesslich haben wir 2009, und es gibt keinen Grund mehr, dass ich mich selbst verletzen muss, um eine paar Ecu zusätzlich zu verdienen. Mir fiel nur kein Produkt ein, das jeder braucht, jeder haben will, für das mir jeder etwas etwas bezahlen würde. Etwas wie diese Social Networks-sites vielleicht, die Menschen das Gefühl geben, dass sie Freunde haben.

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2 Kommentare zu „Ich will eine eigene Internetfirma

  1. Social Networks-sites werfen aber auch nicht wirklich Gewinne ab. Höchstens durch die Werbung, aber ob das kostendeckend ist, ist auch die Frage.

  2. Glaube ich nicht wirklich. Die Sache braucht wahrscheinlich zuviel Arbeitsstunden für die Programmierung und Wartung, um sich so zu finanzieren. Aber das ist das Problem der meisten Dienste, die Internet-Usern kostenlos angeboten werden.

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