Mutter Theresa im Darkroom

Wenn ich meine Vorgesetzten mit meinen Verbesserungsvorschlägen beglücke, tue ich das nicht, um Anerkennung oder eine Prämie zu bekommen oder sie zu nerven – alles angenehme Nebeneffekte – sondern aus Angst. Ich hatte gestern beim chinesischen All-U-Can-Eat drei Hauptgänge und zweieinhalb Desserts lang Zeit, intensiv darüber nachzudenken.

Von Paulas herzlicher Art beflügelt, bedachte ich, wie wenig es mir gefiele, mein handgehäkeltes Taschenuniversum zu verlassen, in dem Menschen Bücher auswendig können, Devi und ich uns einen Netz-Adapter fürs Handy teilen, Frauen auch sein können wie die Frau wie ein Lancia, der Tee in Strömen fliesst, eine Welt mit Blogs, Wikipedia, e-bay und Amazon. Da kann ich doch die Geschäftsführung nicht den Geschäftsführern überlassen! Sonst wache ich am Ende in Paulas Welt auf, in der ich mich so wohl fühlen würde wie Mutter Theresa im Darkroom.

Nee, nee, dann lieber noch rasch einen möglichen Kunden en passant entdecken, während ich Salat-Setzlinge kaufe, und Zeus einen Weg beschreiben, wie er unter besonderer Berücksichtigung der Befindlichkeiten unserer amerikanischen Vettern Geld bei Software-Lizenzen sparen kann. Sollte mir jemand eine Prämie dafür geben wollen, nur zu – ich akzeptiere Bargeld, Überweisungen, paypal, ein Firmen-Handy oder ein Netbook.

Darum riefen die Generäle früherer Zeiten ihren Armeen immer zu, dort stände der Feind, hier aber ihre Frauen und Familien, worauf die auf den Feind zu- und vor ihren Angehörigen davonliefen.

Ich lese gerade wieder Henry Benraths „Galla Placidia“ und vergleiche, was ich dort finde, mit Friedhelm Kobers „Freyas Tränen oder Meine Zeit mit Attila“. An Schlachten mangelt es in beiden Büchern nicht, vielleicht kommt Flavius Aetius aber in beiden zu kurz, der letzte wirklich fähige römische General. Es hat mich immer wieder fasziniert, wie ein Reich, das so alt war und dem Untergang so nahe, noch jemanden wie ihn oder gar einen Augustinus von Hippo Regia hervor bringen konnte. Ganz nebenbei sollte mal jemand einen Roman über Odoaker schreiben.

Ein Kommentar zu „Mutter Theresa im Darkroom

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