Es gibt soviele Orte, wo ich noch nie war, aber lieber wäre

Das Fräulein Devi ist aus Indien zurück, ermüdet von der Anbetung weissgekleideter Akolythen, erschöpft von Schmutz, Armut, überwürztem Essen und der Verwendung eines Schlauches anstelle von Toilettenpapier. Ich kann mich im Augenblick nicht entscheiden – bin ich neidisch auf die Eindrücke, die sie gemacht hat, oder abgeschreckt davon?

Mich selbst reizt Indien nicht, auch nicht Afrika, Feuerland oder Algerien, wo es meinen Vater in jungen Jahren hin verschlug, nicht einmal Australien. Ich bin Europäer.

Ich würde gerne am Standbild des grössten aller Träumer auf den Hafen von Genua schauen und am Strand von Ithaka stehen wie ein gewisser Weitgereister. Ich würde gerne in Noale sehen, wie man Roller, und in Herstal wie man Waffen baut. Ich möchte irgendwann noch einmal nach Köln und Lüttich, und ich war noch nie in Brüssel und Brügge, ich bin noch nie durch den Isthmus von Korinth gefahren und noch nie mit der Pariser Metro.

Unter der Dusche habe ich allerdings gestern abend beschlossen, dass ich aber vor allem nach anderen nach London reisen will. Es wird einige Organisationsarbeit und etwas Geld kosten, um mich dahin zu befördern, wo einst die Witwe Hudson zwei Herren eine Wohnung vermietete und die "Goldene Hirschkuh" ist.

Was ist eigentlich aus meiner lebenslangen Gewohnheit geworden, solchen Ideen eine Fülle von Gründen gegenüber zu stellen, warum ich sie nicht realisieren kann?

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