In den Rachen des Hais

Während ich ins offene Maul eines Hais blickte, wurde mir klar, dass das kein gutes Ende nehmen würde. Zwar lag er tot und zerlegt in der Kühltheke eines Warenhauses, aber allein dass er und ich uns am gleichen Ort aufhielten, war bedenklich.

Denn was macht einer wie ich in einem Warenhaus, das so einen Hai verkauft? Wenn ich toten Fisch essen will, halte ich am nächstgelegenen Discounter an und kaufe Heringsfilet in Sahnesauce. “There I am in my depths” wie der Brite sagt, der seine Sprache mit maritimen Begriffen füllt wie der Amerikaner mit solchen aus Wirtschaft und Gewaltanwendung.

Paula hingegen will frischen Fisch kaufen und Käse, der in einer langen Theke nach seinen Heimatregionen sortiert ist, baskischer neben solchem aus der Vendee, Baguette Wiener Art und Schokomilch, deren Beschriftung sie nicht lesen kann, weil sie französisch ist (und sie ihre Brille nicht trägt). Dieses Bedürfnis stellte sich pünktlich zusammen mit ihrer Schwester ein, die ihr Haus abbezahlt hat und im öffentlichen Dienst ist.

So kann man das alles durchaus tun, man muss nur eben Geld haben.. Aber ich empfinde mich nicht als einen aus dieser Schar. Dafür stehen mir aber Anwälte, Steuerberater und das Finanzamt vor Augen, die von mir etwas wollen, das ich ihnen nicht ohne weiteres geben kann und übrigens auch nicht will.

Ich weiss nicht warum, aber in meinem Kopf covert Joey Cook Cage The Elephant. Auf Dauerschleife:

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Dummes Schwein bleibt dummes Schwein

Für einige Tage hatte ich mich im Verdacht, die Welt zu negativ zu sehen. Ja, ich fragte mich sogar, ob ich mich nicht in einer Vorstellungs-Welt verrannt habe, in der alle ausser mir an meiner Situation Schuld sind.

Ich habe mich tatsächlich verrannt, aber in die Vorstellung, dass es nur die Auswahl zwischen einer schlechten Beziehung und einem Leben in Einsamkeit gibt. Das mag bezogen auf die Person, die ich heute bin, sogar stimmen. A self-fulfilling prophecy und die Konsequenz aus den Erfahrungen vieler Jahre mit Paula.

Der Gedanke, dass Menschen das Recht haben, mich schlecht zu behandeln, weil ich merkwürdig bin, der entschuldigt doch nur, dass manche Menschen Durchzug in der Hose und keinen Respekt haben. Und wer keinen Respekt vor dem nervigen Spinner hat, ja, hat der vielleicht Respekt vor dem Schwarzen, dem Schwulen, dem Alten, der Frau? Na, eher nicht.

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With Bots from Russia

The Plot to Hack America: How Putin’s Cyberspies and WikiLeaks Tried to Steal the 2016 Election is a non-fiction book by Malcolm Nance about what the author describes as Russian interference in the 2016 United States elections. It was published in paperback, audiobook, and e-book formats in 2016 by Skyhorse Publishing. A second edition was also published the same year, and a third edition in 2017. Nance researched Russian intelligence, working as a Russian interpreter and studying KGB history.[1][3]

Nance described the black propaganda warfare known as active measures by RT (Russia Today) and Sputnik News. He recounts Vladimir Putin’s KGB rise, and details Trump campaign ties to Russia. Nance concludes that Putin managed the cyberattack by hacker groups Cozy Bear and Fancy Bear.[1][4]

The Wall Street Journal placed the book in its list of „Best-Selling Books“ for the week of February 19, 2017, at seventh place in the category „Nonfiction E-Books“.[5] New York Journal of Books called it „an essential primer for anyone wanting to be fully informed about the unprecedented events surrounding the 2016 U.S. presidential election.“[1] Napa Valley Register described Nance’s work as „the best book on the subject“.[6] The Huffington Post remarked Putin had played a Game of Thrones with the election.[7] Newsweek wrote that the problem with disinformation tactics is that by the time they are debunked, the public has already consumed the falsehoods.[8]”

https://en.wikipedia.org/wiki/The_Plot_to_Hack_America

Wie sicher sind wir, dass Nance kein russischer Agent ist, der durch die Verbreitung von Falschinformationen und Gerüchten die politische Landschaft in den USA und das öffentliche Bewusstsein beeinflussen soll? Oder ein chinesischer Spion, der einen Keil zwischen die USA und Russland treiben soll? Die entsprechenden Behörden der Bundesrepublik Deutschland können wir getrost nicht verdächtigen.

 

Suleyman der Mittelprächtige

Es leidet die Pizzeria San Gregorio unter einem Mangel an ausbeutungswilligen Mitbürgern mit Führerschein. Denn hat es einer erst einmal zu einer Fahrerlaubnis für Kraftwagen gebracht, sucht er sich als Angehöriger der Mittelklasse gleich einen Job, von dem er (fast) leben kann.

In seiner Not warb Miguel nun Suleyman den Mittelprächtigen an, den 20 Jahre alten exilierten Kalifen eines afrikanischen Zwergstaates. Der hat als Food Distribution Assistant vorher bereits in Hagen Erfahrungen sammeln können.

Herrn Patel von der Pizzeria Il Cazzo dortselbst kennt er auch schon. Der ist ihm nämlich nächstens in einem Kreisel in die Seite gefahren und hat dann versucht, ihm die Schuld zuzuschieben. So kenne ich ihn, den Herrn Patel.

Sonst hatte sich der junge Mann als Fabrikarbeiter und Aushilfe in einem Fitness Studio versucht. Jedoch war das eine mit Arbeit verbunden – daher wohl der Begriff “Arbeiter” – und das andere schlecht bezahlt.

Aus den Beobachtungen, die er im Personalbüro der Fabrik angestellt hatte, zog er den Schluss, dass Angestellte nicht arbeiten, aber gut bezahlt werden. Daraus folgerte er, dass auch er nun eine Karriere im Bereich Human Ressources anstreben will.

Offensichtlich unwissend ob der Existenz konventioneller Berufsausbildungen hat er nun beschlossen, die Fachhochschulreife zu erwerben, um nach einem Studium Geld für keine Arbeit zu bekommen.

Völlig unverständlich ist mir nun, warum seine Untertanen ihn schon am Tage seiner Thronbesteigung seines Amtes enthoben haben. Vielleicht standen sie unter dem Eindruck, dass sie seine 12 Ehefrauen so untereinander aufteilen könnten, dass auch allen Männern dieses Landes, die bisher unbeweibt waren,  dass Leben verdorben sei.

Es ist nämlich nur ein recht kleine Nation, die  ich allein aus einem Buch von Loti kannte. Er hatte es als Marineoffizier einmal besucht. Dabei war er einer von nur drei Franzosen gewesen, die an Land gehen durften. Denn mehr hätten die Strassen des Landes völlig verstopft.

Suleymans Vater übrigens war Mohammed der Nicht-So-Prächtige, dessen Vorgänger und Teilzeit-Bruder Hamid XXIII.

War ja noch vor dem Krieg, wir hatten ja nichts

Früher war alles viel früher. Wir hatten zum Beispiel kein Youtube. Eigentlich hatten wir ja gar nichts, war ja noch vorm Kriesch.

Dafür hatten wir Zigarettenstummel überall auf den Böden der Bahnhöfe und in Aschenbechern in Wohnzimmern. Damals war das Rauchen in der Wohnung noch nicht auf soziale Randgruppen beschränkt.

Die konnten seinerzeit übrigens im Fernsehen noch nicht sehen, wie schlecht es ihnen ging. Es gab nämlich nur zwei Programme, und keines davon war RTL. Sowohl im “Tatort” auf ARD als auch bei “Derrick” auf ZDF mordete man vorzugsweise in besseren Kreisen, so das wirtschaftswachstumsbedingte Wachstum dieser sozialen Klasse mühsam in Schach haltend.

Wir lasen damals noch Bücher auf PAPIER! Ich bitte die jüngeren Leser dieses Blogs, sich das einmal vorzustellen! Aber in diesem Medium brachten uns Edward Hornung und Agatha Christie nahe, dass es Homosexuelle gab, und Arthur Conan Doyle und Rex Stout erzählten uns von Asexuellen.

Die Töchter der Sappho waren in der Kriminalliteratur übrigens unterrepräsentiert. So beraubten die klassischen Kriminalschriftsteller Natasha Negovanlis vorab grossartiger Filmrollen. Dafür hatten wir Jodie Foster, für die einmal jemand einen US-Präsidenten töten wollte.

Es waren raue Zeiten, in denen kein Wohnzimmerschrank kein Barfach hatte. Dort hoben unsere Eltern zwar keine Barren von Gold auf, dafür aber eine frei zugängliche Auswahl von Likören und Schnäpsen. Als Kind musste man halt selbst entscheiden, wie interessant das war. Ich mochte es nicht.

Aber ich hatte damals ja einen Crush für das Mädchen in der Parallel-Klasse, allerdings  auch einen für Conan den Cimmerier. Dem konnte die schauspielerische Darstellung von Arnold Schwarzenegger abhelfen. Der Charakter in den Geschichten war bei weitem anziehender.

Der Überwachungsstaat war noch analog, der Terrorismus hausgemacht, argumentierte aber nicht weniger abstrus als die aktuelle Variante. An den Postämtern, die es noch in jedem Ort gab, weil jeder Briefe auf PAPIER verschickte, hingen die Photos der Terroristen.

Die Bundesrepublik Deutschland war die Staatsform des Militärisch-Industriellen-Komplexes. Zahlreich waren die Verbündeten, Amerikaner, Briten, Niederländer, Kanadier, Belgier, zahlreich war die Bundeswehr. Sie allein hatte 500.000 Soldaten. Dazu gab es eine stehende Reserve-Division in der Uniform des Bundesgrenzschutzes und eine Million Reservisten, bereit, sich im nächsten Zeughaus mit Waffenrock, Büchse, Strahlbomber und Panzer zu versehen.

Sie sollten den Feind, den Russen, der dann auch mal Tschechoslowake, Ukrainer, Pole, Ungar, auch Ostdeutscher sein durfte, so lange aufhalten, bis die tapferen Allierten zur Hilfe kämen. Dann sollte laut Planung der Weltuntergang damit beginnen, dass die tapferen Krieger gegenseitig ihre Städte atombombadierten. Dafür gab es dann einen präzisen Plan. Ein Wiederaufbau war nicht vorgesehen.

Es waren also unheitere Zeiten, die niemand vermisst als die Kinder und Enkel derer, die sie erlebten, die nun ihre Unwissenheit vor dem Wissen behütet. Dem soll dieser Text vorbeugen. Doch habe ich gelernt, dass der Mensch nichts lernt. Entsprechend hoffe ich nicht.