Scharfe Bomben, scharfe Pärchen

Diese modernen Polizei-Serien nerven. Ich meine, knallharte Cops, die über ihre Gefühle sprechen, während sie mit einer scharfen Bombe quer durch den Urwald fahren. Ihre… Gefühle? Sind die von Blagulon Kappa? Schreiben die jedesmal ein langes Gedicht, wenn sie jemanden erschossen haben?

Früher haben solche Typen bei alkoholischen Erfrischungsgetränken darüber diskutiert, ob sich ein Telefonbuch oder der Sears-Katalog besser eignen, um den Verdächtigen zu verhauen, während er auf einen Metallstuhl Typ 1006 aus Marinebeständen geschnallt ist. Ich bin nicht sicher, ob es heute noch den klassischen Sears-Katalog auf Papier gibt. Ein iPad mit der offenen Startseite von Amazon wird auf den Bösewicht wahrscheinlich nicht genauso überzeugend wirken.

In der Realität werden in den westlichen Ländern sehr selten Verdächtige in dieser Weise befragt. Es ist nämlich erstens verboten und zweitens und vor allem physisch zu anstrengend. Der Körper des durchschnittlichen Polizeibeamten ist nämlich weitaus häufiger von Hefekringeln geformt als von täglicher Leibesertüchtigung.

In den Anekdoten des Poliziotto kamen auch weitaus öfter als scharfe Bomben scharfe Pärchen vor, die einander dort nahe kamen, wo sie von Polizeistreifen nachts überrascht wurden.

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Katzengold

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Der Goldschmuck ihrer Mutter gab Paula kurzfristig die Möglichkeit zurück, ihr gewohntes Leben zwischen Mondo-Warenhaus und Tierfuttermarkt weiter zu führen. Erwähne ich die Möglichkeit einer erneuten Arbeitsaufnahme, erwähnt sie die 35 Jahre, die sie mit der Pflege von Alten und Kranken verbracht hat, üblicherweise gefolgt von einer Litanei von Vorwürfen.

Das hat sicher nichts damit zu tun, mit welcher geringen emotionalen Beteiligung ich den Zustand meines Rollers betrachte. Ein Grund mehr, nicht zu arbeiten. Vielleicht werde ich ja entlassen. Habe ich dann kein Geld, verlässt sie mich vielleicht. Ich bin ihrer überdrüssig und meiner selbst und des Lebens, das ich führe.

Was ich getan habe, dass ich im strömenden Regen und bei eisiger Kälte mit dem Roller zur Arbeit gefahren bin, dass ich Pizza ausgeliefert und Industriemaschinen gereinigt habe, dass ich verzichtet und mich zurück genommen habe, zählt nicht bei ihr. Ich finde keine Anerkennung dafür und werde nicht dafür geliebt. Alles spricht dafür, dass ich nie dafür geliebt werden werde.

Paula nutzt auch ganz klar meine Schuldgefühle aus, weil ich nicht wirklich ein guter Mensch bin, antisozial, ganz und gar nicht nett und schon nie nett zu anderen war. Das kombiniert sie mit einer vehement vorgetragenen Kritik an meiner Sexualität bzw. derem Fehlen und dem Versprechen eines Autos, wenn sie erst ihre Rentennachzahlung erhält.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrit

http://gutenberg.spiegel.de/buch/gold-1622/1

Die Steuererklärung ist Gottes Gebot

Da ich deutlich älter bin als der Kleine Bruder sehe ich es als meine Pflicht an, ihn über jene Dinge aufzuklären, die im Leben wichtig sind. So legte ich ihm anhand des Matthäus-Evangeliums dar, dass er seine Steuererklärung machen muss.

Denn sagt nicht Jesus im Kapitel 22, Vers 21, dass man dem Kaiser (dem Staat) geben soll, was dem Kaiser ist. Von mehr war da nicht die Rede. Also immer schön abzählen, was man ihm in die Hand drückt.

Über dem zerlegten Roller hinweg, erläuterte ich ihm dann, dass dieses Vehikel mich dorthin befördern soll, wo ich Nahrung, Geld und Anerkennung bekomme. Es gibt nicht viele, die so gut von Yoyodyne sprechen; aber es ist auch niemand sonst mit Paula verheiratet.

Was sollte ich ihm sonst sagen? Dass ich zu feige bin, um ich selbst zu sein? Zu feige, um sie zu verlassen? Zu feige, um ganz alleine auf mich gestellt zu leben. Zu feige, um mich einer ziemlich wahrscheinlichen Insolvenz zu stellen?

Das wäre mir peinlich. So peinlich wie zuzugeben, dass die addierten und voll ausgeschöpften Überziehungskredite zweier Girokonten 10.000 Ecu ergeben. Meine finanzielle Situation ist das Äquivalent eines Standing Knock-Out.

Den Roller übrigens belebte weder der Austausch des Chokes noch der der Batterie oder der der Sicherung.

Warum wir alle Garagentorantriebe lieben

Weil man damit ein Maschinengewehr steuern kann.

Ich empfehle für diese Anwendung allerdings statt des amerikanischen M60 das deutsche MG3. Diese Waffe hat zwei Enden, das nämlich, an dem der deutsche Soldat ist, und das, vor dem man nicht sein möchte.

Deshalb rate ich auch zu einem unserer Antriebe statt dieses Modells von Chamberlain. Die Reichweite der Fernbedienung ist grösser. So hat man mehr Vorsprung, wenn sich mal das falsche Ende auf einen zu bewegt.

 

 

Happy Birthday, Pineas!

Zu meinem Geburtstag schenkte ich mir in gewohnter Grosszügigkeit die kostenlose Probe-Woche bei Fullscreen.com. Wie könnte ich dem Reiz von “Jay Versace is stuck in the 90s” widerstehen oder dem von “Prank me”? Ich habe nichts davon gesehen.

Dafür sah ich junge Frauen in den Kleidern des 19. Jahrhunderts, die tanzten, im Ballsaal und im Liegen. Es war nicht der Film, den Carmilla Karnstein und Laura Hollis verdient hatten, diese von mir so geschätzten Charaktere. Und das Problem der Bronte-Schwestern und der anderen Geister-Mädchen hätte auch das ursprüngliche Damen-Quartett lösen können, Carmilla, Laura, Lafontaine und Lola Perry.

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Hätte sich Lafontaine in Charlotte Bronte verliebt, hätten wir auch etwas mehr über ihre schwer zu verstehende, wahrscheinlich ambivalente Sexualität erfahren und etwas mehr über ihre Beziehung zu Perry. Denn mir scheint ihre Beziehung gleichgeschlechtlich-asexuell, zugleich aber sehr treu und intensiv zu sein.

Für Wilson Kirsch hätte ich mir in diesem Zusammenhang einen ganz kurzen Auftritt gewünscht, der ihm eine ausgesprochen verantwortungsvolle Tätigkeit attestiert, als Fluglotse oder Pilot vielleicht oder auch als kanadischer Botschafter in Österreich. Seine Rolle in “Carmilla – The Movie” ist sonst weitgehend überflüssig.

Ich nehme aus diesem Film aber auch ein Zitat von Melanippe mit: “Nur Waffen…. sind Waffen.” Das könnte jemand in dieser Kurz-Geschichte sagen, an der ich seit einiger Zeit zu meinem eigenen Vergnügen bastele.