Können wir die Hostien durch Pizzastücke ersetzen?

Ohne es belegen zu können vermute ich, dass ein Teil der Deutschen an einen Pantheismus und die Wiedergeburt glaubt. Das ist wohl so eine Art Substrat von Glaubensinhalten aus dem asiatischen Raum, das schon zu einer Zeit gebildet wurde, als noch kein Inder in Deutschland eine Pizzeria hatte. 

Dem gegenüber könnte in Zukunft ein strenger gefasster Monotheismus stehen, der sich aus einer Reduzierung des Christentums um bestimmte übertrieben ausgeklügelte theologische Inhalte entwickelte. Diese Religion wird in den nächsten Jahren in einen informellen Dialog mit dem Islam und dem Sikhismus treten, ein Austausch, der auf Schulhöfen, in Werkkantinen und Fitnesscentern eher stattfinden wird als an den Universitäten. 

Dieser Pantheismus hat zwar kein kodifiziertes Glaubenssystem, dafür aber eine Fülle von Vorstellungen über reine und unreine Nahrung. Da es zu ihrer Umsetzung etwas Geld bedarf, sind seine Anhängen denn überwiegend Mitglieder eines konservativen und wirtschaftlich abgesicherten Mittelstandes. 

Jener Arianismus hingegen, der sich denn noch entwickeln muss, stünde durch seine wenigen Vorschriften einer breiten Mehrheit der Bevölkerung offen. Dem Papst bleibt die ihm zunehmend vertraute Rolle eines Sektenführers. 

Am Ende des wöchentlichen Vortrags über meine Defizite erklärt mir Paula, sich neu orientieren zu wollen. Ich hoffte schon, es habe mit unserer neuen Bekannten zu tun, jener jungen Frau, die an den beiden Kätzchen interessiert ist. 

Jedoch, es handelt sich wieder nur um eine leere Drohung. Kein Mitbewerber um ihre Gunst gleich welchen Geschlechtes ist zu befürchten oder zu erhoffen.

Abends grillten wir dann mit der jungen Frau, für die ich mir langsam einen Namen ausdenken sollte.

Zur Entscheidungs-Familie bedarf es der Entscheidung

Paula ist wütend. Enttäuscht trifft es eher. Jedoch bin nicht ich der Auslöser für ihr Gefühl, sondern Nathanael. Denn nach ihrem Verständnis hätte er mit seinem gewalttätigen Vater und der ihn unterstützenden Mutter brechen müssen, um mit seiner Frau und ihrem Sohn und Paula (und vielleicht sogar mir) eine neue Entscheidungs-Familie aufzubauen. 

Sie hatte auf die Position einer Grossmutter beim Sohn gehofft, die ihr auch versprochen worden war, eben auf all das, was sie nie erreichen konnte.

Stattdessen lässt sich der junge Mann so gut wie nie sehen, vergisst alle Verabredungen und ignoriert ihre Ratschläge.

Sie interpretiert das als Respektlosigkeit. So besteht ihr soziales Umfeld denn auch weiterhin vor allem aus mir, ihrem Bruder und einer ehemaligen Kollegin. 

Dread Pirate Roberts

https://www.ardaudiothek.de/episode/eine-stunde-history-deutschlandfunk-nova/piraterie-der-tod-von-black-bart/deutschlandfunk-nova/96713718/

https://omny.fm/shows/grim-mild-presents/pirates-2-cheers-mate

Beide Podcast-Beiträge beschreiben die erstaunliche Karriere und das vorzeitige, jedoch nicht unerwartete Ableben des Kapitäns Bartholomew Roberts. Es handelt sich um jenen Kapitän Roberts, der in Fluch der Karibik gelegentlich erwähnt wird: “Der Kodex, wie er uns von Morgan und Bartholomew überliefert wurde.”

Ungefähr alles, was man über ihn (oder sie – es gab da im Nachhinein einige Überlegungen) liest, hört und sieht basiert auf dem Buch eines Mannes (?), der sich selbst Captain Johnson nannte. Er (oder sie) bezog sich dabei wahrscheinlich auf die Aussagen, die die überlebenden Mannschaftsmitglieder vor Gericht machten und erfand nicht zu wenig dazu. 

Tatsächlich war quasi der einzige, der diese Darstellung hinterfragte, der amerikanische Schriftsteller William Goldman. Er entwickelte daraus den “Dread Pirate Roberts”, der seine erfolgreiche Karriere beendet, indem er einen Nachfolger auswählt, der seine Identität annimmt und seine Tätigkeit so fortsetzt, die auf diese Weise niemals endet. 

Dabei hat Goldman bestimmt auch an den höchst augenfälligen Gegenstand gedacht, der in keiner Aussage und in keiner Gerichtsakte auftaucht. Wo ist das Gold von Bartholomew Roberts geblieben? Wir sprechen hier immerhin über den Kapitänsanteil aus der Beute von ca. 400 erbeuteten Schiffen. 

Wofür also hat Roberts, der angeblich von Alkohol und willigen Weibern wenig hielt, dieses stattliche Vermögen verwendet? In Aktien und Bitcoins investiert hat er vermutlich nicht, ebensowenig das Geld an die Familie in Pembrokeshire geschickt. Die wären sonst so vermögend gewesen, dass es den Behörden aufgefallen wäre. 

Hat er es auf Oak Island vergraben oder einer lieben Frau oder einem Geliebten (auch da gab es Überlegungen) geschickt, damit er oder sie für später einen halben Landkreis samt Sklaven und Gutshaus kaufen könnte? Wir werden es vermutlich niemals herausfinden, die Frage bleibt daher auch in Zukunft interessant. 

Aber nehmen wir einmal an, der legendäre Schurke sei seiner Tätigkeit und der damit verbundenen Gesellschaft raubeiniger und volltrunkener Gesellen überdrüssig und dazu eine Frau gewesen. Könnte sie nicht heimlich schon vor der Schlacht mit Captain Ogle konspiritiert haben? Ihren Tod auf dem Deck seines Schiffes könnte sie theoretisch durchaus vorgetäuscht haben. Da hätte es vielleicht ein, zwei Vertrauter unter der Mannschaft gebraucht. Denn warum sollten die Strolche m Falle des Todes von Captain Roberts die Leiche über Bord werfen? 

https://youtu.be/I0_d6-YUMdM

Mit ein wenig Planung, Glück und einer Korkweste hätte sie sich in ein ganz zufällig ganz in der Nähe befindliches Fischerboot retten können, um dann schicklich in Kleid und Mieder auf einem Handelsschiff nach Nordamerika, Brasilien, Indien oder sonstwohin zu türmen. Dem Captain Roberts als Mann wäre dies unmöglich gewesen. Allzu vielen im Überseehandel Tätigen war sein Gesicht bekannt, weil er ihr Schiff überfallen hatte oder sie mit ihm gesegelt waren. Wer aber hätte hinter einer beliebigen Mrs. Jones den Piratenkönig himself vermutet, der in Begleitung einer guten Freundin und eines Dieners unterwegs war und die vielleicht sogar der Kapitän Ogle von des Königs Schiff Swallow dem Schiffer empfohlen hatte?  

https://youtu.be/ej8dBNfL5w4

https://youtu.be/YQ72MDcuSvY

Der Superlativ

Am Bahnhof hörte ich einem jungen Mann zu, der seinen beiden Begleiterinnen einen Liebesbrief vorlas, den er einer gewissen Leila senden wollte. Sie fanden ihn gut geraten, ich hingegen hätte gerne mit seinem Lehrer gesprochen. 

Es mangelte ein wenig am Aufbau und auch am korrekten Gebrauch des Superlativs. Ein solcher Brief ist ja fast die einzige Gelegenheit, diesen Fall anzuwenden, ist doch die jeweilige Adressatin oder der Adressat gewiss der wundervollste, der schönste, der netteste, liebste und beeindruckendste Mensch überhaupt. 

Ich übrigens erhielt nie einen Liebesbrief, vermutlich gerade weil sich in meinem Fall der Superlativ als Möglichkeit, mich zu beschreiben ausschliesst.