Ein krankhafter Mangel an Selbsttäuschung

Orientierungslos wandere ich heute im Firmengebäude herum, gehe Umwege, verliere Zeit, tue Dinge zweimal. Ist es das Alter? Oder ist es die Erkenntnis, dass all das Geld, das die Inhaber, und die Arbeit, die wir in das Unternehmen gesteckt haben, uns keine maghrebinische Elle weitergebracht haben?

Ich bin aber schon seit einiger Zeit recht sentimental und weine mich durch „Almost Adults“, weine selbst bei „Bones“, weine, wenn ich an Freund den Kater denke und an all die verpassten Gelegenheiten, die mein Leben sind, an all die Orte, zu denen ich nicht mehr reisen werde, weil ich alt und arm und ein Versager bin.

Es scheint mir, dass ich bei dem Versuch, in meiner Lebenssitutation glücklich zu sein, allein von einem heftigen Mangel an Selbsttäuschung behindert werde. Schliesslich könnte ich doch dem Vorbild meiner Nachbarn folgen, der Arbeit entsagen und spät aufstehen, um dann mit dem Roller zum Penny-Markt im nächsten Ort zu fahren.

Warum sollte ich das nicht tun? Was spricht gegen einen Nervenzusammenbruch mit anschliessender Selbstfindung auf Kosten anderer? Gerade leitete ich die Bewerbung eines Bekamnnten an die Personalabteilung weiter, der seit 23 Jahren arbeitsfrei lebt. Da er mich kennt wie ich ihn, unterstelle ich ihm eine gewisse Erwartungshaltung, wollte es jedoch Mimi überlassen, die Absage zu formulieren, die ihm zur Fortführung seiner geharzten Existenz verhilft.

https://aeon.co/videos/brand-consultant-pr-researcher-why-the-bullshit-jobs-era-needs-to-end

Die maghrebinische Elle ist übrigens eine nur schwach definierte Längen-Einheit. Sie entspricht der Tiefe, mit der ein maghrebinischer Finanzbeamter seine Hand in die Tasche eines Steuerzahlers stecken kann. Seit Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs kommt diese Masseinheit zunehmend aus dem Gebrauch.

Im fremden Waffenrock

https://www.ajaonline.org/article/3418

Alabaster funerary urn with relief of the fight between the Gauls and the Romans

This article explores how Etruscan artwork presented soldiers in visual media during the Middle Roman Republic (ca. 300–100 B.C.E.), a period when Etruscan communities were required to contribute contingents to the Roman army. It proposes a class-based model for how Etruscans formulated their military identities.

Elite representations, in particular cavalry combat on cinerary urns, displayed elaborately hellenized soldiers rather than Roman-style combatants. Meanwhile, nonelite representations, primarily featuring infantrymen on more economically accessible votive figurines, either displayed hybrid panoply or made no attempt to differentiate the portrayed soldier from a generic Roman citizen legionary.

In the realm of martial identity, Etruscan elites in visual media appeared culturally aloof from Rome as well as socially removed from common soldiers in their own communities.

The article concludes by placing the corpus of Etruscan evidence in the context of more scattered evidence from across the peninsula and suggesting that the tendency of elites to eschew the Roman panoply in visual media, and of nonelites to partially or wholly embrace it, was widespread in Italy prior to the Social War.

Die Idee der Elite, die sich isoliert, kommt mir unbestimmt bekannt vor.

Kulturell gesehen wurden die Etrusker zuerst von den Griechen stark beeinflusst/zeitweise fast assimiliert, dann von den Römern komplett assimiliert. Taylor beschreibt, dass die Adeligen sich von der Verbindung zur Kultur der Hellenen nicht lösen, während die einfachen Menschen, deren Leben übrigens nie einfach ist, der Entwicklung folgen.

Zivilisation und Nahrung

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„Die Geschichte jeder bedeutenderen galaktischen Zivilisation macht drei klar und deutlich voneinander getrennte Phasen durch – das bare Überleben, die Wissensgier und die letzte Verfeinerung, allgemein auch als Wie-, Warum- und Wo-Phasen bekannt.
Die erste Phase zum Beispiel ist durch die Frage gekennzeichnet: Wie kriegen wir was zu essen?, die zweite durch die Frage: Warum essen wir?, und die dritte durch die Frage: Wo kriegen wir die besten Wiener Schnitzel?“

Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis

https://www.thalia.de/shop/home/sucheverknuepfung/per_anhalter_durch_die_galaxis/douglas_adams/EAN9783036993577/ID47927679.html

 

D-Moll

Ich bin ungemein musikalisch. Dabei könnte ich zwar weder Oboe noch Saxophon blasen, Trübsal hingegen, da habe ich Talent und Neigung. Im Augenblick setzt mir das Ableben eines Kunden zu, der Maniac und mich über viele Jahre begleitet hatte.

Er begann seine Karriere als Handelspartner der Illinois Electro Door am Tag, nachdem ihn sein früherer Arbeitgeber, ein Torhersteller vergessenen Namens, zwangsfrühpensioniert hatte. Das rettete jenes Unternehmen nicht, ihn aber vielleicht. Unverdrossen und gestützt auf seine Rente baute er sein Geschäft auf, nervte und quengelte und verkaufte unsere Antriebe und Garagentore der Marke Günther in einer nicht unerheblichen Zahl.

Ich lernte einiges von ihm, und manches davon wird mir nützlich sein. So vermittelte er mir die Idee, das Leben, auch das Arbeitsleben, sei mir 53 nicht zuende. Das sieht Paula zum Beispiel ebenso. Jedenfalls wenn es um mich geht.

Ich rief eben seine Frau an, um ihr mein Beileid auszudrücken. Immerhin hatte der alte Chaot viele, viele Jahre lang meinem Wort vertraut und meinen Erklärungen geglaubt.