Was man ausschalten kann, kann man auch wieder einschalten. Fast immer

Den altmännerurinfarbenen Opel Corsa durch die Strassen von Panzerbach pilotierend betrachtete ich das Display meines Mobiltelefones, das an einer frühen Stelle eines von mir nicht autorisierten Startprozesses stehen geblieben war. Es liess sich so weder ausschalten noch neu starten.

Aus einer Erfahrung mit einem Odys-Tablet heraus schloss ich die Powerbank mit dem Logo der Illinois Electro Door an. Sie einzustecken war mein erster und bis jetzt auch wichtigster Beitrag zum Rebranding auf Yoyodyne gewesen. Mit dieser konstanten Spannungsversorgung war nun ein Neu-Start möglich, der mich aber erst einmal nicht weiter brachte, denn dieser Vorgang endete an der nämlichen Stelle.

Dafür zeigte ein Versuch, dass sich das Telefon jetzt ausschalten liess. Und was sich ausschalten lässt, lässt sich fast immer auch wieder einschalten. Das jedenfalls versicherte ich mir, während ich eine Motowell Magnetic RS umfuhr. In diesem Fall stimmte die Regel sogar.

Wieder mit Navigation und der neuesten Folge von Rabbits versehen:

https://www.rabbitspodcast.com

blieb mir nur die Frage, was die Roller von Motowell so taugen.

Yoyo2

Die Bezeichnung eines der Modelle ist mir unbestimmt sympathisch. 

Von gewissen Teilen und groben Händen

Im Amerikanischen nennt man gewisse Dinge „private Parts“, und genau dorthin steckte der Kleine Bruder seine Hand. Mit dem Ungeschickt der Jugend zerrte er, wo Feinfühligkeit mir sinnvoller schien.

Aber gerade diese Grobheit war hilfreich. Da löste sich etwas, wurde in seiner Hand frei und öffnete sich. Wie es schien war der Grund für meines Fortbewegungsmittels Start-Probleme ein zu geringer Kontakt zwischen Zündkabel und Zündkerzenstecker.

Nachdem er das Kabel etwas gekürzt und La Moscas „gewisse Teile“ wieder zusammen gefügt hatte, sprang der Roller wieder in der gewohnten, widerstrebenden Weise an. Nun brauche ich nur noch jemanden, der Choke und Tachowelle ersetzt und vielleicht noch den Treibriemen und finde – mit einigem Vorbehalt natürlich – das Leben wieder leidlich ertragenswert.

 

Köln 55322

Cologne_Dean Gulstad_2006

Ich bin hoffnungslos überfordert, seit ich weiss, dass es drei Köln gibt. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Neu-Aufteilung der bekannten Millionenstadt am Rhein mit dem mächtigen Dom im gotischen bis neugotischen Stil. Der Bau hat bekanntermassen von der einen bis zur anderen Stilperiode glatte 800 Jahre gedauert.

Ausser dieser Grossstadt gibt es aber noch Neu-Kölln, eine inzwischen in Berlin aufgegangene Stadt, die mit der mittelalterlichen Verfassung Kölns als Betriebsanleitung gegründet wurde, und Cologne, einen Flecken in Minnesota, den ausgewanderte Rheinländer und Rheinland-Pfälzer gründeten. Die Postleitzahl dieses Ortes benutze ich stets, wenn das Internet sich anstellt und nur für US-Amerikaner da sein will.

Es gibt über diesen kleinen Ort hinaus soviel Deutsches, ohne die die amerikanische Gesellschaft, wie wir sie kennen, undenkbar ist. Da ist Luther, der Reformator, da sind die Psychoanalyse, der Hamburger, das Auto und die Maschinenpistole. Wieviel unsere Ahnen der Menschheit gegeben haben, und wie sehr wir doch herunter gekommen sind! Selbst die Prostituierten und Drogenhändler in Köln sind heute Zuwanderer.

Das Foto wurde 2006 von Dean Gulstad aufgenommen.