Bitte melde Dich (nicht)!

Zu den Nachteilen einer über viele Jahre fortgesetzten Tätigkeit für ein Unternehmen gehört es, dass man wieder gefunden wird.

Nun ist das Wiederfinden verschwundener Bekannter, Freunde und Verwandter spätestens seit dem Mittelalter ein beliebter Effekt in Theaterstücken. Heute widmen sich ganze Fernsehserien diesem Thema, sehr zum Leidwesen jedes Zuschauers, der aus irgendeinem Grund die Fernbedienung nicht betätigen kann.

Es ist ja auch ganz putzig, wenn ein betagter Kunde äussert, schon vor vielen Jahren habe er mit mir gesprochen, jawohl, mein Name stände nämlich rechts unten auf seiner Anleitung. Inzwischen sind es zum Teil schon die Witwen, Söhne und Enkel, die sich auf lang zurückliegende Gespräche berufen und meinen Namen nennen.

Ganz anders war der Anruf heute morgen. Denn da hörte ich die Stimme einer meiner Schwägerinnen, die ich nicht ohne Mühe und mit einigem Erfolg verdrängt hatte. Nachdem sie ihrer Verwunderung Ausdruck verliehen hatte, dass Paula und ich nicht mehr die gleichen Handynummern haben wie vor 15 Jahren, teilte sie mir das bevorstehende Ableben ihrer Mutter mit. Sie sei in einem Krankenhaus in Treveris, in welchem wusste sie nicht.

Mir stellt sich jetzt erst einmal die Aufgabe, Paula auf eine möglichst sensible Weise zu informieren, und dann die, herauszufinden, in welchem Krankenhaus sie liegt. Ich weiss, welche davon mir mehr liegt.

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Ich kam, ich sah, ich ass Pelimeni

Laut Colonel Goya, der das Blog „La Voie de l’Epee“ betreibt,  ist der russische Militäreinsatz in Syrien ein Erfolg, weil er:

  1. sein Ziel, die Rettung der Regierung Assads vor dem Untergang erreicht hat (die Russen hatten also ein definiertes Ziel!)
  2. die Russen dabei mit geringeren Kosten öfter zuschlagen als ihre Mitbewerber (das wird den auf Effizienz bedachten Amerikanern nicht gefallen) Spielt dabei der Einsatz bewaffneter Kämpfer (Gruppe Wagner) statt regulärer Truppen eine Rolle?
  3. sie neue Waffen- und Kommunikationssysteme unter realen Bedingungen testen können
  4. die russischen Soldaten die Zahl ziviler Toten durch ihre Einsätze (Collateral Damage) in einem Lernprozess reduzieren konnten (das kommt in der Propaganda gut)
  5. und die Russen sich mit dem “Centre de réconciliation” eben auch diplomatisch positionieren konnten

Russland steht heute unter einem nicht unerheblichen politischen, militärischen, wirtschaftlichen und sozialen Druck. Die Bevölkerungsentwiclung, der Islamismus in Zentral-Asien und die asiatische West-Migration werden früher oder später zu militärischen Auseinandersetzungen führen.

Diese Auseinandersetzungen werden ziemlich sicher asymetrisch geführt werden, unter Umständen auch in einem Mosaik-Szenario wie in Syrien. Da zählt Erfahrung mehr als ein Abschluss in Westpoint.

https://www.heise.de/tp/features/Syrien-Warum-das-russische-Militaer-erfolgreicher-vorgeht-als-die-US-Koalition-3831927.html?seite=2

https://lavoiedelepee.blogspot.de/2017/09/tempete-rouge-enseignements.html?spref=tw&m=1

Meister und Könner

Automechaniker sind eine kuriose Spezies. Auf Grund irgendeiner Mutation auf ihrer DNA sind sie spätestens, nachdem sie den Meister-Titel erlangt haben, komplett unfähig, mit Frauen zu kommunizieren. Das ist ein evolutionär bedingtes Hindernis, das den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens limitiert.

Denn eine überraschend grosse Zahl von Damen lenkt heute selbst einen Kraftwagen, viele sind berufstätig und manche glauben gar, ohne einen Mann leben zu können. Zusammen genommen eine gar schröckliche Vorstellung und so abseitig wie die Idee, Elektronik in Autos zu verbauen.

Nun stehen andererseits die Ingenieure von Peugeot im Rufe eines gewissen Einfallsreichtums und abseitigen Humors.  Dem Meister ganz unbekannt, dem Paula heute den Ford zur Reparatur übergab, dienen die Glühkerzen nicht nur dem Starten des Commonrail-Diesel-Motors, sondern auch, zuweilen sogar von der Heckscheibenheizung unterstützt dazu, die elektrische Last zu vergrössern, um die Temperatur bei der Abgasverbrennung zu erhöhen.

Interessanterweise wusste der Geselle, mit dem Paula am Montag sprach, um diese geheime Wissenschaft und konnte sie ihr sogar darstellen. Vielleicht kann er ja statt seines Vorgesetzten die Reparatur durchführen. Die Chancen auf eine erfolgreiche Reparatur steigen, die für das gewalttätige Ende eines Automechanikers sinken.

https://goo.gl/images/nP3ygW

Abbildung ähnlich (verwirrend)

So geht Zivilcourage

Gestern Nachmittag kam es in Neukölln zu einer versuchten Körperverletzung und Beleidigung mit transphobem Hintergrund. Aussagen zufolge war eine 28-Jährige gegen 15 Uhr in der Braunschweiger Straße unterwegs, als ihr zwei Männer entgegen kamen und sie auf Arabisch ansprachen, dass sie keine richtige Frau sei. Daraufhin sei es zwischen der Frau und den beiden Männern zu einem Streitgespräch und zu weiteren transphoben Beleidigungen gegenüber der 28-Jährigen gekommen. Einer der Männer habe dann versucht, der Frau mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Dies konnte von einer unbekannten Passantin verhindert werden. Andere Passanten unterbanden durch ihr Einschreiten weitere Übergriffe auf die Frau. Anschließend ergriffen die Männer die Flucht in Richtung Karl-Marx-Straße. Die 28-Jährige blieb unverletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernahm die Ermittlungen.

https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.627631.php